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Nachweis von Autoantikörpern gegen Disulfid-Isomerase ER-60 bei Männern mit entzündlich bedingten Fertilitätsstörungen

Petry, Tatjana


Originalveröffentlichung: (2012) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.279 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-91086
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/9108/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5959-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.10.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 14.12.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Nachweis von Autoantikörpern gegen ER-60 bei Männern mit entzündlich bedingten Fertilitätsstörungen- eine Pilotstudie
Einleitung: Infektionen oder Entzündungen des Genitaltraktes (IEG) zählen zu den häufigsten Ursachen männlicher Fertilitätsstörungen. Ausgehend von einer hohen Rate primär chronischer, asymptomatischer Verläufe ist die Diagnostik jedoch häufig unbefriedigend. Diese stützt sich vor allem auf den Nachweis von Erregern, erhöhten Leukozytenzahlen, sowie Entzündungsmediatoren im Ejakulat. Hierbei bleibt eine Hodenbeteiligung zumeist unerkannt, wenn keine Biopsie vorgenommen wird. In Vorversuchen konnten drei Proteine (ER-60, Transferrin, TCP-1) identifiziert werden, gegen die gehäuft Antikörper in Seren von Männern mit IEG gerichtet waren. Eines dieser Autoantigene ist die Disulfid-Isomerase ER-60, die auch im tierexperimentellen Modell der chronischen Orchitis der Ratte gefunden wurde.
Material und Methoden: Zur Etablierung eines ELISA wurde rekombinantes humanes ER-60-Protein hergestellt. Serumproben folgender Kollektive wurden untersucht: Gesunde Männer mit Normozoospermie (n= 21, Kontrollgruppe 1); Männliche Blutspender (n=21, Kontrollgruppe 2); Patienten mit eingeschränkter Ejakulatqualität (Spermienkonzentration unter 15 Mio./ml) ohne IEG (n=17, Gruppe 3); Patienten mit IEG (n=32, Gruppe 4); Patienten mit histologisch gesicherter testikulärer Entzündung (n=14, Gruppe 5); Patienten nach antiinflammatorischer Pharmakotherapie der IEG (n= 18, Gruppe 6); Patienten mit akuter Epididymo- Orchitis (n=19, Gruppe 7).
Ergebnisse: Die höchsten Titer ER-60- spezifischer Antikörper fanden sich bei infertilen Männern mit histologisch gesicherter testikulärer Entzündung (Gruppe 5), gefolgt von Patienten mit IEG (Gruppe 4). Signifikant niedrigere Titer wurden dagegen in den übrigen Kollektiven gemessen, mit einem Minimum in den beiden Kontrollgruppen (p<0.001).
Schlussfolgerungen: ER-60 stellt auch im humanen System ein relevantes Antigen dar, gegen das bei Patienten mit Entzündungsprozessen im Genitaltrakt erhöhte Autoantikörper-Titer induziert werden. Erhöhte Titer ER-60-spezifischer Antikörper sind somit möglicherweise als nicht-invasiver diagnostischer Marker geeignet.
Kurzfassung auf Englisch: Auto-antibodies against disulphide isomerase ER-60 as a possible diagnostic marker in male immunological infertility
Inflammation and infection of the male genital tract have been reported in up to 15% of cases as main aetiologies of male fertility disturbances. In the majority of these patients, however, diagnosis is hampered by an asymptomatic course of the disease, especially subacute or chronic inflammatory conditions in the testis and/ or epididymis remain obscure. Definitive diagnosis of suspected chronic testicular inflammation is based only on invasive testicular biopsy. In preliminary tests we have identified three proteins (ER-60, transferrin, TCP-1) as immunodominant antigens recognized by auto-antibodies in sera from patients with testicular inflammation.
To establish an immunodiagnostic assay recombinant human ER-60 was selected and used for an ELISA development. Sera from the following groups were screened: healthy normozoospermic men (n= 21, control group 1); male blood donors (n=21, control group 2); patients with impaired semen quality (sperm concentration <15 mil./ml) without symptoms of genital tract infection/inflammation (n=17, group 3); patients with symptoms of genital tract infection/inflammation (n=32, group 4); patients with chronic testicular inflammation confirmed by testicular biopsy (n=14, group 5); patients after pharmacotherapy of genital tract infection/inflammation (n=18, group 6); patients with acute epididymo-orchitis (n= 19, group 7).
Significantly increased (p<0.001) titers of auto-antibodies against ER-60 were found in the sera from infertile men in group 5 followed by group 4. Anti-ER60 antibody titers were significantly decreased (p<0.001) in serum samples from normozoospermic men or healthy men with unknown fertility status (control groups 1 and 2).
Our preliminary results show that determination of ER-60 auto-antibodies in male serum may be a promising marker for the diagnosis of asymptomatic inflammatory processes in the testis and/or excurrent ducts.
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