Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Der primäre Carnitin-Mangel im erweiterten Neugeborenen-Screening

Systemic primary carnitine deficiency in expanded neonatal screening

Kliemann, Mandy geb. Horn


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.879 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-90913
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/9091/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Freie Schlagwörter (Deutsch): Carnitin , Carnitinmangel , Neugeborenenscreening
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut:  Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin; Screening Zentrum Hessen, Hessischers Kindervorsorgezentrum
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.06.2012
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 29.11.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Der primäre Carnitinmangel (OMIM 212140) ist eine autosomal rezessive Erkrankung der Fettsäure – Oxidation und durch Mutationen im SLC22A – Gen, das für den spezifischen Carnitin – Transporter (OCTN2) kodiert, verursacht. Klinische Symptome sind hypoketotische Hypoglykämie, hepatische Encephalopathie, muskuläre Hypotonie, Kardiomyopathie und plötzliche Todesfälle.
Das erweiterte Neugeborenenscreening mit Hilfe der Tandem- Massenspektrometrie ermöglicht die simultane Detektion angeborener Erkrankungen im Stoffwechsel von Aminosäuren, organischen Säuren und Fettsäuren. In Ergänzung der Kinderrichtlinie gehört der primäre Carnitin – Mangel zu den Zielkrankheiten des Neugeborenen – Screenings in Hessen.
Die Inzidenz in unserer Studie beträgt 1:70 589 und deckt sich mit der in der Literatur angegebenen Inzidenz für den primären Carnitin- Mangel. Es konnte gezeigt werden, dass durch Hinzunahme des Verhältniswertes [C0+C2+C3+C16+C18+C18:1]/Citrullin < 3,0 die Aussagefähigkeit des Testverfahrens deutlich erhöht werden konnte und eine hohe Recall – Rate gesenkt wurde. Deswegen ist die Tandem – Massenspektrometrie eine gute Methode Patienten mit primärem Carnitin – Mangel im Neugeborenen – Screening zu detektieren. Zudem kann über das Neugeborenen – Screening auch ein maternaler Carnitin – Mangel aufgedeckt werden.
Ein weiterer Punkt dieser Arbeit ist die Mutationsanalyse von Kindern und Müttern mit einer OCTN2-Defizienz, die über das Neugeborenen – Screening aufgefallen sind und Kindern, bei denen im Rahmen weiterer Diagnostik eine OCTN2-Defizienz auffiel. Wir fanden auch Mutationen, die bisher in der Literatur nicht beschrieben wurden. Es finden sich partielle Überschneidungen in den Mutationen zwischen neu detektierten Müttern, Neugeborenen und symptomatischen Kindern.
Kurzfassung auf Englisch: Systemic primary carnitine deficiency (OMIM 212140) is an inborn defect in the oxidation of fatty acids. It is caused by a mutation in the SLC22A – gene of the specific carnitine transporter (OCTN2). The inheritance is autosomal recessive. Clinical features are hypoketotic hypoglycemia, hepatic encephalopathy, skeletal muscle weakness, cardiomyopathy and cases of sudden death.
By expanded neonatal screening including tandem mass spectrometry inborn errors of amino acid, organic acid and fatty acid metabolism can be detected simultaneously. In addition to common german guideline of neonatal screening, systemic primary carnitine deficiency is a target of neonatal screening in Hesse.
In our study the incidence of the disease was 1:70 589 which is consistent with the reported incidence for primary carnitine deficieny in literature. We were able to demonstrate, that specifity and positive predictice value markedly improved by adding the ratio [C0+C2+C3+C16+C18+C18:1]/Citrullin < 3,0 as a disease marker , thus lowering the high number of recalls. So the neonatal screening by tandem mass spectrometry is able to reliably detect patients suffering from primary carnitine deficieny. Moreover, maternal carnitine deficiency is detected as well.
Another point of this study is the analysis of mutations of children and mothers with OCTN-2 deficiency detected in neonatal screening. We were able to detect mutations that have not been described before. We found an overlap in the mutations between newly detected mothers, affected newborns and symptomatic children.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand