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Bedeutungsdimensionen und multisensorische Wahrnehmung : Geschlechtsunterschiede bei der Bewertung von Lebensmitteln und elektrophysiologische Hirnaktivität

Hörner, Susanne Margot


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-89192
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8919/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): EEG , Bedeutungsdimensionen , multisensorische Wahrnehmung , evozierte Potentiale , Geschlechtsunterschiede
Freie Schlagwörter (Englisch): EEG , dimensions of meaning , multisensory , evoked brain activity , sex differences
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Physiologisches Institut
Fachgebiet: Medizin fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.07.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 23.08.2012
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser Doktorarbeit konnte dargestellt werden, dass anhand der Technik des semantischen Differentials neben den drei von Osgood postulierten Dimensionen E,P und A noch Faktoren dargestellt werden konnten, welche die sensorischen Modalitäten repräsentieren. Zudem konnten wir aufzeigen, dass diese Technik gut dafür geeignet ist, multimodale Verarbeitungsprozesse zu untersuchen. Anhand einer Fragebogenstudie mit 795 Versuchspersonen wurden 197 Lebensmittelworte (aus 15 Lebensmittelklassen) anhand von 17 Gegensatzpaaren und siebenstufigen Ratingtabellen bewertet. Durch Faktoren- Analyse konnte neben den bekannten Faktoren E und P eine neue Dimension Textur gefunden werden. In diese Texturdimension konnte zum einen die Konsistenz im Sinne der Qualität, also des „wie fühlt es sich an?“ dargestellt werden. Zum anderen beinhaltete diese Dimension auch Informationen über die visuelle Oberflächentextur. Gerüche erschienen in keiner eigenen Dimension, sondern wurden durch die Dimension Evaluation repräsentiert. Dies bestätigte einmal mehr die enge Verknüpfung zwischen Gerüchen und Emotionen und Bewertungen. Zudem zeigten sich Unterschiede zwischen den Männern und Frauen beim bewerten der Lebensmittelklassen. Frauen differenzierten genauer zwischen den einzelnen Lebensmittelklassen im Vergleich zu den Männern und es zeigte sich eine Tendenz für ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein der Frauen.
In unserer EEG- Studie mit 40 Probanden (20 männliche, 20 weibliche) wurden den Probanden ein 30- Kanal- EEG abgeleitet, während Ihnen eindeutige Lebensmittel- Wortstimuli der sechs Reizklassen (E+, E-, P+, P-, T+ und T-) visuell präsentiert wurden. Es wurden für jeden Probanden die evozierten Potentiale der sechs Reizklassen aufgezeichnet. Zudem wurden Potentialkarten für jede Reizklasse und jeden Probanden erstellt. Dabei konnten ähnliche Potentialverteilungen über bestimmte Zeitintervalle festgestellt werden. Anhand der GFP konnten 11 Komponenten zwischen 80 und 986ms gefunden werden, in welchen jeder Proband für jede Reizklassenbedingung ein GFP- Maximum aufweisen konnte.
Wir konnten zum einen bestätigen, dass die semantische Bedeutungsdimension schon einen sehr frühen Einfluss auf die neuronalen Verarbeitungsprozesse hat, nämlich ab einem Zeitpunkt von 80ms nachdem der Stimulus auf dem Bildschirm erschienen war. Neu war, dass sich geschlechtsabhängige Lateralisierungs- Effekte schon zu frühen Komponenten darstellen ließen. Folglich aktivierten Männer und Frauen für die Verarbeitung der unterschiedlichen semantischen Dimensionen schon auf der visuellen Ebene unterschiedliche neuronale Netzwerke. In den mittleren Komponenten zwischen 229 und 480ms zeigten die Frauen in jeder Komponente die höheren GFP- Werte. Dabei hielten wir bei diesen signifikanten Effekten einen globalen Unterschied zwischen Männern und Frauen als unwahrscheinlich, da die signifikanten Effekte in den Komponenten 393 (abhängig vom Faktor) und 480 (abhängig von der Polarität) zusätzlich von einer semantischen Bedingung abhängig waren. In den späten Komponenten zeigten sich v.a. topographische Effekte in Abhängigkeit des Geschlechts. Dabei konnten v.a. signifikante Geschlechts- Reizklasseninteraktionen dargestellt werden.
Durch diese Arbeit konnten wir aufzeigen, dass es bei Männern und Frauen zu unterschiedlicher neuronaler Hirnaktivität bei der Verarbeitung von Lebensmittel- Wortstimuli in Abhängigkeit der semantischen Bedeutungsdimension kommt- und dies sowohl zu frühen, als auch zu späten Komponenten.
Kurzfassung auf Englisch: According to the semantic differential, every word is placed in a 3D space of connotative meaning. The axes correspond to Osgoods‘ dimensions “Evaluation” (E), “Potency” (P), and “Actvity” (A). With our study, we could demonstrate that the semantic differential is also useful to investigate the connotative meaning of food items. This technique enabled us to define a new dimension texture, in addition to the well known dimensions E and P. A group of 785 adult subjects rated 197 food items (belonging to 15 food classes) on 17 adjective scales on a 7 point scale. In addition to the occurrence of the dimension texture, we could also show that there are gender differences in rating. Women differentiated more accurate among the particular food classes, and there was a tendency that women showed a greater health awareness than males.
In the subsequent ERP study, we presented food words stemming from six different classes (E+, E-, P+, P-, T+ and T-) to 40 healthy subjects (20 women, 20 men), while the EEG was recorded from 30 channels. The EEG was averaged offline according to stimulus class.
But computing field strength (Global Field Power, GFP), 11 components between 80 and 986 ms were identified. In the corresponding time windows GFP of every subject and every stimulus class showed a local maximum. The significance of the effect of stimulus class and sex on evoked potential parameters was determined by Analysis of Covariance (ANCOVA).
We could find significant effects of gender on component latency, GFP and topography. Significant effects depending on gender and dimension on topography were observed as early as 107ms after stimulus presentation. While the women’s centers of gravity were located close to the middle, the men’s centers of gravity showed a lateralisation to the right hemisphere. For components between 229 and 480ms, women showed larger GFP for all conditions as compared with men. For late components (between 783 and 863ms) there were some significant gender x stimulus class interactions with respect to topography and latency.
With this study, we could show that the connotative meaning affects the neuronal processing of multi- sensory food items as early as 107 ms after stimulus presentation and that there are gender-specific differences in the neuronal processing of multi- sensory stimuli with respect to component latency, GFP and topography.
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