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Maternal and fetal mortality and morbidity in hospitals in Kano State and Kaduna State, Nigeria : Considerations of prevention and management

Maternale und fetale Mortalität und Morbidität in Krankenhäusern in Kano State und Kaduna State, Nigeria

Adams, Stefanie


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-87778
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8777/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): maternale Mortalität , fetale Mortalität , Nigeria
Freie Schlagwörter (Englisch): maternal mortality , fetal mortality , obstetric fistula , Nigeria
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, UKGM, Standort Giessen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.04.2012
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 11.06.2012
Kurzfassung auf Englisch: All 192 United Nations Member States and Worlds Leading Development Institutions agreed to the eight MDGs in 2000: two of the Millennium Development Goals, MDG 4 and MDG 5, are aiming to reduce the under-five mortality ratio by two thirds and maternal mortality ratio by three quarters between 1990 and 2015. Nigeria has one of the worst records of maternal and child deaths in the world until present time.

Reasons and main strategies for reducing maternal mortality and morbidity are well known. They include antenatal care, labor and delivery management by qualified personnel and availability of emergency obstetric care. All these strategies are also reflected by the generally known three delays, which preclude pregnant women from receiving the right care in time.

The project of Rotary International “Improvement of Maternal Health - Prevention and Treatment of Obstetric Fistulae” was first established in 2005 with the aim of improvement of maternal and fetal health in northern Nigeria. The model for reduction of high maternal and child mortality and prevention and treatment of obstetric fistula in the north of Nigeria was focused by the Rotary International project mainly on first and on third delay of pregnant women seeking care with the aim to reduce maternal mortality by using a multifaceted system of interventions.
In order to create a consciousness of the population on existing problems of maternal and fetal morbidity and mortality Rotary International established different activities to inform the population on household, community and district levels about reasons and existing problems causing maternal and fetal mortality and morbidity with the aim of reducing first delay. An effective way of reaching women and their families, especially in rural areas of Nigeria, is the conduction of community dialogues.

Between October 2007 and July 2009 a total number of 323 fistula patients were treated in Rotary Fistula Centre Wudil and in Rotary Fistula Centre Zaria, which were established by Rotary International in two hospitals in Kano State and Kaduna State in northwest of Nigeria. Documentation takes place of every surgery using patient’s reports and treatment of vesico-vaginal and recto-vaginal fistula, which are carried out in one of the two fistula centers. A detailed characteristic of patient’s details, i.e. age, residence, number of pregnancies, number of living children and height of women; and diagnosis with side, type and classification of fistula was assessed on the basis of these data.

In 2008 an Institute of Quality Assurance was established at Aminu Kano Teaching Hospital in Kano State. Ten selected hospitals, five in Kano State and five in Kaduna State, participate in data collection and were introduced in quality assurance in obstetrics.
In December 2009 a detailed status of equipment of hygienic conditions of each room of the maternity units (operating theatre, delivery room, neonatal unit, obstetrical ward and general conditions) was assessed in the ten participating hospitals of the project. The collected data were related to the maternal mortality in the hospitals and a critical analysis whether the quality of care were carried out. Besides, health care workers in hospitals were trained, e.g. in using fetal Doppler or anti-shock garment, for a better management of obstetric cases (quality of process). For measuring the quality of outcome in all hospitals data of obstetric care were regularly collected, half-yearly data were demonstrated and analyzed in “review meetings”. Under the guidance of the Institute of Quality Assurance these data can be discussed regularly with health workers of all participating hospitals. This gives a possibility of improvement in single hospitals by introducing new standards with the encouragement of all involved health workers in the hospitals.

The analyses of collected data in all participating hospitals demonstrate the achievement of reduction of maternal mortality and morbidity, which could be reached within five half-years. The main outcome indicator of quality assurance, i.e. maternal mortality, could be reduced from 1790 MD per 100,000 deliveries in first half-year 2008 to 790 MD per 100,000 deliveries first half-year 2010. This is a decrease of maternal mortality of more than 55% from January 2008 to June 2010 in participating health care facilities in northern Nigeria.
Kurzfassung auf Deutsch: Die Mitglieder der „Organisation der Vereinten Nationen“ (UNO) und führende Institutionen für Entwicklungsarbeit einigten sich im Jahr 2000 auf acht Millennium-Entwicklungsziele (MDG): Zwei der acht Millennium Entwicklungsziele, MDG 4 und MDG 5, beabsichtigen die Kindersterblichkeit der unter fünfjährigen Kinder um zwei Drittel und die Müttersterblichkeit von 1990 bis 2015 um drei Viertel zu senken. Nigeria hat bis heute die höchste mütterliche und kindliche Sterblichkeit weltweit. Nigeria ist weit entfernt, diese Ziele zu erreichen.

Die Gründe und Strategien zur Senkung der mütterlichen Mortalität und Morbidität sind wohlbekannt. Sie beinhalten die unzureichende Schwangerenvorsorge, das insuffiziente Geburtsmanagement durch wenig qualifiziertes Personal und die Notwendigkeit, in der Geburtshilfe Kaiserschnitte und Notfallmanagement bei geburtshilflichen Komplikation zügig durchzuführen. Diese Strategien spiegeln sich auch in den allgemein bekannten „three delays“ wieder, welche schwangere Frauen daran hindern, die notwendige Betreuung rechtzeitig zu erhalten.

Das Projekt von Rotary International, welches sich mit der Verbesserung der Müttergesundheit und der Prävention und Behandlung von Geburtsfisteln auseinandersetzt, wurde 2005 begonnen, um die mütterliche und kindliche Gesundheit in Nordnigeria zu verbessern. Das Modell zur Reduktion der hohen mütterlichen und kindlichen Mortalität und der Prävention und der Behandlung von Geburtsfisteln im Norden Nigerias konzentrierte sich vor allem auf die erste und dritte Verzögerung („first and third delay“) von schwangeren Frauen, die Hilfe benötigten. Ziel war es, durch ein vielschichtiges System von Interventionen die mütterliche Mortalität zu senken.
Um die Sensibilität der Bevölkerung für das Problem der hohen mütterlichen und kindlichen Mortalität und Morbidität zu erhöhen, begann Rotary International, die Öffentlichkeit in Haushalten und Gemeinden über die Ursache der mütterlichen und kindlichen Mortalität und Morbidität durch Radiosendungen und „community dialogues“ aufzuklären.

Von Oktober 2007 bis Juli 2009 wurden 323 Fistelpatientinnen im Rotary Fistula Centre Wudil und dem Rotary Fistula Centre Zaria, welche von Rotary International in zwei Krankenhäusern in Kano State und Kaduna State im Norden von Nigeria eingerichtet wurden, versorgt.
Jede chirurgische Intervention bei einer vesico-vaginalen und rekto-vaginalen Fistel in diesen beiden Krankenhäusern wurde in einem Operationsbericht dokumentiert. Angaben zu den Patientinnen, wie Alter, Herkunft, Anzahl der Schwangerschaften, Anzahl der lebenden Kinder und Größe der Patientinnen sowie die Diagnose mit Art und Klassifikation der Fisteln wurden dokumentiert und konnten so ausgewertet werden.

Im Jahr 2008 wurde das Institut für Qualitätssicherung in der Geburtshilfe im Aminu Kano Teaching Hospital in Kano State gegründet. Zehn Krankenhäuser, fünf in Kano State und fünf in Kaduna State, nahmen an der Datensammlung teil und wurden in die geburtshilfliche Qualitätssicherung eingeführt.
Im Dezember 2009 wurden detaillierte Daten in den zehn teilnehmenden Krankenhäusern erhoben. Diese beinhalten den Zustand der allgemeinen Equipment- und Hygienebedingungen sowie der Bedingungen in jedem Raum der Abteilung für Geburtshilfe: Operationssaal, Kreißsaal, Neugeborenen-Station und Geburtsstation. Die gesammelten Daten wurden in Beziehung gesetzt zu der mütterlichen Mortalitätsrate. Weiterhin wurden die Mitarbeiter der Krankenhäuser geschult, um ein besseres Management von geburtshilflichen Komplikationen zu erreichen (Prozessqualität). Um die Ergebnisqualität zu messen, wurden Daten der Geburtshilfe von allen zehn teilnehmenden Krankenhäusern regelmäßig gesammelt und halbjährlich in sogenannten „review meetings“ dargelegt und analysiert. Unter der Aufsicht des Instituts für Qualitätssicherung wurden diese Daten regelmäßig mit den Mitarbeitern aller teilnehmenden Krankenhäuser diskutiert. Dies ermöglicht eine Verbesserung durch die Einführung von neuen Qualitätsanforderungen mit der Unterstützung aller beteiligten Mitarbeiter der Geburtshilfe in den Krankenhäusern.
Die Analyse der gesammelten Daten der teilnehmenden Krankenhäuser zeigen im Ergebnis eine Senkung von mütterlicher Mortalität und Morbidität, welche innerhalb von fünf Halbjahren erreicht werden konnten. Der wichtigste Indikator des Erfolgs, die mütterliche Mortalität, konnte von 1790 mütterlichen Todesfällen (MD) pro 100.000 Geburten im ersten Halbjahr 2008 auf 790 mütterliche Todesfälle pro 100.000 Geburten im ersten Halbjahr 2010 gesenkt werden. Dies ist eine Abnahme der mütterlichen Mortalität von mehr als 55% von Januar 2008 bis Juni 2010 in den zehn teilnehmenden Krankenhäusern in Nordnigeria.
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