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PRO GREENS : Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Schulkindern

Behrendt, Isabel


Originalveröffentlichung: (2012) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (9.810 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-87741
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8774/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Ernährungswissenschaft
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5897-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.05.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 13.06.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Der gesellschaftliche Strukturwandel erfordert neue Strategien, um die Gesundheit der Kinder durch eine ausgewogene Ernährung zu erhalten und zu gewährleisten. Eine obst- und gemüsereiche Ernährung ist für die physische Entwicklung und die Leistungsfähigkeit der Schulkinder sowie zur Prävention ernährungsabhängiger Er-krankungen von großer Bedeutung. Das Ziel der PRO GREENS-Studie war daher, den Obst- und Gemüseverzehr der Schulkinder zu erfassen sowie effektive Strate-gien zur Förderung des Verzehrs zu entwickeln und zu testen.

Insgesamt 816 Schulkinder im Alter von 10-13 Jahren, die eine von 14 allgemeinbil-denden Schulen in Mittelhessen besuchten, wurden im Mai 2009 mit einem standar-disierten Fragebogen zum Obst- und Gemüseverzehr befragt. Die folgende Interven-tion wurde gemäß dem Intervention Mapping Design konzipiert und zwischen No-vember 2009 und April 2010 in sieben Schulen durchgeführt. Die Interventionsschu-len erhielten Arbeitsblätter zum Thema Obst und Gemüse und wurden instruiert, wei-tere Aktivitäten zur Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs durchzuführen. Die anderen sieben Schulen dienten als Kontrollgruppe. Abschließend fand ein follow up zum Obst- und Gemüseverzehr der Kinder mittels desselben Fragebogens statt.

Die Ergebnisse des baseline survey zeigten, dass die Kinder im Mittel täglich 185 g Obst und 83 g Gemüse aßen. Zwischen Mädchen und Jungen wurde beim Gemüse (p=0,004), aber nicht beim Obst ein signifikanter Unterschied festgestellt. Bezogen auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten wurde deutlich, dass die Schulkinder süßes Obst und verzehrsfertiges Gemüse bevorzugten. Kinder, die selbst, deren Mutter und/oder Vater im Ausland geboren wurden, aßen mehr Obst, aber weniger Gemüse als Kinder ohne Migrationshintergrund. Dies ist wahrscheinlich auf traditionelle Er-nährungsgewohnheiten zurückzuführen, die sich noch nicht vollständig denen des neuen Heimatlandes Deutschland angepasst haben.
Der follow up im Mai 2010 ergab, dass die Kinder der Interventionsgruppe nicht signi-fikant mehr Obst und Gemüse aßen als zu Studienbeginn. In der Kontrollgruppe sank dagegen der Obstverzehr signifikant (p=0,034). Ein Zusammenhang soziodemogra-phischer Merkmale mit den Veränderungen des Obst- bzw. Gemüseverzehrs konn-ten für die Interventions- und die Kontrollgruppe nur für den Faktor „Alter“ auf den Obstverzehr beschrieben werden. Die Präferenzen für bestimmte Obst- und

Gemüsesorten, die Diversität der Obst- bzw. Gemüsesortenauswahl sowie das Er-nährungswissen blieben in der Interventions- und Kontrollgruppe zu beiden Erhe-bungszeitpunkten unverändert.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse bieten die PRO GREENS-Strategien nur ei-ne Grundlage zur Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Schulkindern. Für die weitere Verwendung sind die PRO GREENS-Strategien hinsichtlich Elterneinbe-zug, Erlebnisorientierung, Verhältnisprävention und Aufbau von langfristigen Koope-rationen zu optimieren, um eine vielseitige Lebensmittelauswahl und Nährstoffauf-nahme zu gewährleisten. Neben einer ausgewogenen Ernährung gehören Bewe-gung sowie Vermeidung von Suchtmitteln und Stress zu einem gesundheitsförderli-chen Lebensstil. Daher sollten diese Aspekte zukünftig die Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs ergänzen.
Kurzfassung auf Englisch: The demographic change calls for new strategies to maintain and ensure a child’s health through a diversified diet. A nutrition rich in fruits and vegetables is an impor-tant factor for a child’s physical development and school performance as well as for the prevention of nutrition-related non-communicable diseases. Thus, the PRO GREENS study aimed to assess fruit and vegetable consumptions of schoolchildren and to develop and test strategies to promote fruit and vegetable consumption.

A total of 816 schoolchildren between the age of 10-13 years of 14 secondary schools in Middle Hesse were included in the study. The data collection started with a baseline survey in May 2009. The subsequent intervention, which applied the Inter-vention Mapping Design, was conducted between November 2009 and April 2010 among seven schools. The intervention group received work sheets on fruit and veg-etables and further related activities. The other schools served as controls. After-wards, a follow up survey was carried out in all schools. Both surveys used the same standardized questionnaire to assess fruit and vegetable consumptions.
At baseline, children averagely ate 185 g of fruits and 83 g of vegetables per day. Girls had a statistically significant higher vegetable consumption than boys (p=0.004). This difference was not found for fruit consumption. Schoolchildren preferred sweet fruits and ready-to-eat vegetables. Children with a migration background ate more fruits but fewer vegetables than children with no migration background. This may be due to traditional eating habits which have not yet been adopted to the new surround-ings.
At follow up, there was no change in consumption patterns among children of the intervention group. In the control group, fruit consumption decreased statistically sig-nificant (p=0.034). In regard to socio-economic factors, only the determinant age was negatively correlated with fruit consumption in both, intervention and control group. The preferences for certain fruits and vegetables, the food diversity as well as the knowledge neither changed in the intervention nor the control group.

Concluding the results of the underlying study, the strategies of PRO GREENS only provide basis for a promotion of fruit and vegetable consumptions among school-



children. They need to be optimized in regard to participation of parents, practical relevance, situational prevention, and long lasting cooperations to ensure a diversi-fied dietary and nutrient intake. In addition to a nutrient rich diet, physical activity and avoidance of addictive substances and stress are important factors for a healthy life-style. Thus, these aspects need to be added to future programmes of promotion of fruit and vegetable consumptions.
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