Giessener Elektronische Bibliothek

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Morphologische, funktionelle und parakrine Aspekte kardialer Primärkulturen und deren Beeinflussung durch Veränderungen des Umgebungsmilieus

Scheufen, Sandra


Originalveröffentlichung: (2012) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (16.158 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-86741
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8674/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Physiologie und –Biochemie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5870-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.02.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 22.03.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Die Frage nach neuen Therapieformen der Herzinsuffizienz ist zentrales Thema vieler aktueller Studien. Hierbei spielen insbesondere mögliche im Herzen residente Stamm- bzw. Progenitorzellen und ihre parakrinen Wirkungen eine wichtige Rolle. Die Diskussion um die verschiedenen Zellpopulationen, die aus Primärkulturen des Herzens entstehen, entwickelt sich ständig weiter und mit ihr die Kontroversen über Nutzen und Schaden des Einsatzes dieser Zellen im Menschen. Stehen auf der einen Seite die Vorteile einer Therapie mit Zellen des eigenen Körpers, ihrer relativ simplen Vermehrung in vitro und damit unkomplizierten Verfügbarkeit für die Therapie, bleiben auf der anderen Seite die Risiken einer tumorösen Entartung, unklarer Charakterisierung und die widersprüchlichen Ergebnisse ihres tatsächlichen Nutzens. In dieser Studie wurden Primärkulturen aus humanen Herzen angelegt und die kultivierten Zellen über ihre Morphologie, PCR, Western Blot, Immunfluoreszenz und funktionelle Eigenschaften, sowie ihrer parakrinen Effekte mit Hilfe von Zytokin-expressionsmustern charakterisiert. Zudem wurde der funktionelle Einfluss konditionierter Überstände unter normoxischen Bedingungen mit Überständen eines hypoxischen Umgebungsmilieus verglichen. Die Ergebnisse beschreiben ein heterogenes Bild: Stamm-/bzw. Progenitorzellen lassen sich nicht selektiv ansprechen, gleichwohl es Hinweise auf ihre Existenz in Form der Bildung von Kardiosphären und dem Nachweis von Stammzellfaktoren auf molekularer Ebene gibt. Vergleichspopulationen humaner Endothelzellen und humaner Fibroblasten belegen die morphologischen und funktionellen Ähnlichkeiten zwischen diesen Populationen und den Zellen aus Primärkulturen, weshalb letztere als Mischkulturen verschiedener (Vorläufer-)zellen angesehen werden müssen. Funktionell scheint ein hypoxisches Umgebungsmilieu der kultivierten Zellen zu einer verbesserten Zellverkürzung isolierter ventrikulärer Kardiomyozten zu führen. Das Wirkungsprinzip bleibt hierbei unklar. Bei der Untersuchung der Zytokinzusammensetzung der konditionierten Überstände zeigen sich die deutlichsten Unterschiede im Vergleich zwischen Normoxie und Kontrolle in Form der Zytokine EDA-A2, IL-6, IL-8, MCP-1, MMP-1, TIMP1 und TIMP2, nicht jedoch zwischen Hypoxie und Normoxie. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Schwierigkeiten der Definition vorhandener Zellpopulationen und die Notwendigkeit näherer Untersuchungen der den beschriebenen Wirkungen zu Grunde liegenden Signaltransduktionswege.
Kurzfassung auf Englisch: The central theme of many recent studies is how to develop new forms of therapy in chronic heart failure. Stem or progenitor cells and their paracrine effects play a critical role in these treatments especially in case of stem cells which might be resident in the affected heart itself. The controversial discussion as to whether different cell populations arise from primary cultures of heart tissue is still advancing and along with it questions of stem cells being harmful or beneficial in human trials. On the one hand there are advantages to a therapy with host cells, their relatively simple amplification in vitro and therefore common availability. On the other hand there exist risks of tumor formation, undefined characterization and contradicting results regarding effects and usefulness of stem cells in vivo. In this study outgrowing cells of primary human heart cultures were examined for stem cell and functional characteristics regarding their morphology, PCR, Western Blot, immunofluorescence and measurements of cell shortening. Of additional interest has been their paracrine effects resulting in specific cytokine secretion patterns and the functional influence of conditioned media under normoxic conditions versus conditioned media of cells which underwent hypoxia. The conclusion deduced from these results is heterogeneous: Stem or progenitor cells cannot be identified properly in these cultures. Nevertheless there are hints of their existence regarding the development of cardiospheres and the detection of stem cell markers through PCR. The comparison between cells of primary cultures and human endothelial respectively human fibroblast cells reflects the morphologic and functional similarities and for this reason primary cultures should be regarded as a mixture of different (progenitor) cell types. As a functional criteria hypoxic conditions might lead to an increase in cell shortening of isolated ventricular cardiomyocytes although the signaling pathway remains unknown. The examination of the cytokine production of the different conditioned media shows remarkable differences only between normoxic media and the control group (increase in EDA-A2, IL-6, IL-8, MCP-1, MMP-1, TIMP1 und TIMP2) but not between normoxic and hypoxic conditions. These findings illustrate the difficulties in defining existing cell populations and the necessity for further investigations of underlying signaling pathways.
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