Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Transvenöse Embolisation des mittelgroßen persistierenden Ductus arteriosus (2,6 - 4,0 mm) mit einem neuen Coil-System beim Hund

Henrich, Estelle


Originalveröffentlichung: (2011) Giessen : VVB Laufersweiler 2012
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.992 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-86415
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8641/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere (Innere Medizin und Chirurgie)
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5862-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.12.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 05.03.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Die interventionelle Therapie zum Verschluss des persistierenden Ductus arteriosus hat in der Veterinärmedizin einen gleichberechtigten Platz mit der chirurgischen Variante eingenommen. Wichtig ist dabei, ein sicheres und effektives Veschlusssystem zu verwenden. In der Humanmedizin haben sich dafür fasertragende Drahtspiralen (Coils) der Stärke 0,038 Inch etabliert. Obwohl ideal für ihren Einsatz beim kleinen PDA ist jedoch schon beim mittelgroßen PDA ein vollständiger Verschluss mit einem singulären Coil oftmals nicht zu erreichen. Hierfür wird häufig die Multiple-Coil- Technik benutzt, bei der nacheinander mehrere Coil implantiert werden. Damit wird versucht, den Restshunt zu reduzieren. Allerdings erhöhen sich die Eingriffsdauer, die Strahlenbelastung, das Risiko einer Coil-Dislokation und einer Hämolyse sowie die Kosten. Untersuchungsziel dieser Arbeit war es daher, mittelgroße PDA mit einem singulären und stufenförmigen Coil-System sicher und effektiv zu verschliessen. In der vorliegenden Studie wurden 40 Patienten mit einem mittelgroßen PDA (2,6 - 4,0 mm) in die Studie aufgenommen, weitere schwere angeborene kardiale Defekte galten als Ausschlusskriterium. In der Katheterintervention wurde der PDA zunächst angiographisch dargestellt, morphologisch klassifiziert und ausgemessen. Anschließend erfolgte die Coil-Implantation transvenös. Dabei wurde der Coil nach 2 Kriterien ausgewählt: Erstens musste der Coil-Durchmesser mindestens doppelt so groß wie die angiographisch gemessene Ductus-Engstelle sein, und zweitens wurde der größtmögliche Coil mit einem Durchmesser von maximal einem Millimeter größer als der angiographisch gemessene PDA-Ampullendurchmesser ausgewählt. Druckund Sauerstoffmessungen vor und nach der Implantation sowie eine Kontrollangiographie dienten der Überprüfung des unmittelbaren Therapieerfolges. Klinische und echokardiographische Kontrollen wurden 3 Monate nach der Implantation durchgeführt. Eine weitere Untersuchung ein Jahr nach dem Eingriff wurde angeraten. Das Alter der Hunde betrug zwischen 2,2 und 58,1 Monaten (Median: 6,1 Monate), das Körpergewicht lag zwischen 3,2 und 28,0 kg (Mittelwert ± SD: 11,99 ± 6,84 kg). Folgende PDA-Formen waren vertreten: 33 mal Typ E (lang und konisch) und 7 mal Typ A (konisch). Der Durchmesser des PDA an der pulmonalen Engstelle betrug 2,6 – 3,9 mm (3,13 ± 0,38 mm). Die Implantation gelang bei allen 40 Patienten. Lebensbedrohliche Komplikationen traten in Form von schweren Rhythmusstörungen traten bei 3 Hunden auf. Angiographisch konnte unmittelbar nach Platzierung des Coils bei 20/39 ein vollständiger Shuntverschluss dokumentiert werden. Bei einem Patienten konnte keine Angiographie nach Implantation des Coil durchgeführt werden, da der arterielle Zugang fehlte. Parallel dazu zeigte sich bei den Patienten eine signifikante Abnahme des Shuntquotienten und der linksventrikulären Volumenbelastung. Die Doppler-Echokardiographisch belegte Verschlussrate nach 24 Stunden, 3 und 12 Monaten lag bei 50%, 75% und 90%. Bei der 3-Monats-Untersuchung wurde untersucht, in wieweit die Restshunts noch eine Volumenbelastung verursachen. Hierbei zeigte sich bei keinem der untersuchten Parameter ein signifikanter Unterschied zwischen den Hunden mit Komplettverschluss gegenüber den Hunden mit Restshunt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zu prüfende transvenöse Embolisation des PDA (2,6 - 4,0 mm) mittels eines singulären konischen Coils einfach und sicher ist. Es bleiben nach 3 bzw. 12 Monaten noch bei ca. 25% bzw. 10% der Patienten kleine Restshunts, welche jedoch bereits bei der 3-Monats-Untersuchung keine hämodynamische Belastung mehr darstellen
Kurzfassung auf Englisch: In veterinary medicine the interventional closure of the patent ductus arteriosus has become equally accepted with the surgical ligation of the duct. However, an effective and save occlusion system is required. In human medicine 0.038-Inch coils are routinely used. Although this system is ideal for the closure of small PDA, in moderate sized PDA a complete closure with a single coil is more difficult to achieve. The application of the multiple-coil-technique, the consecutive implantation of several coils, is the therapy of choice in those cases. Although the residual shunt can be reduced with this technique, the time of intervention and fluoroscopy, the risk of coil-migration and haemolysis, and finally the costs increase. The aim of the study was to evaluate the efficiency and safety of the closure of the moderate sized PDA with a single conical coil. 40 dogs with a moderated sized PDA (2.6 – 4.0 mm) were included in the study. Dogs with additional severe congenital cardiac defects were excluded. Interventional closure was preceded by angiography of the PDA for morphologic classification and measurement. The coil was implanted transvenously. Coil selection was based on two criteria: the coil diameter was chosen minimally twice the minimal diameter of the PDA (as assessed by angiography), and maximally 1 mm larger than the angiograpically assessed diameter of the PDA ampulla. The largest coil fulfilling those criteria was used. Immediate success of the therapy was controlled angiographically and by measuring blood and oxygen partial pressure. 3 months after the intervention patients were controlled by clinical and echocardiographic examination. A one-year follow up was advised to the owners. Age of the patients ranged from 2.2 to 58.1 months (median: 6.1 months), body weight from 3.2 to 28.0 kg (mean ± SD: 11.99 ± 6.84 kg). Following PDA forms were represented: 33 types E (long and conical) and 7 types A (conical). Minimal diameter of the PDA was 2.6 – 3.9 mm (3.13 ± 0.38 mm). Implantation was successful in all 40 cases. Life-threatening complications occurred in 3 patients in form of severe arrhythmias. In 20/39 dogs a complete closure of the shunt could by demonstrated by angiography. In one dog a control angiography could not be performed due to the lack of an arterial access. Additionally, the patients showed a decreasing shunt quotient and left ventricular volume overload. Doppler echocardiography revealed a closure rate after 24 hours, 3 and 12 months of 50%, 75% and 90%, respectively. In the 3 months follow-up an influence of residual shunt on left ventricular volume overload was examined. No significant difference between dogs with residual shunts and dogs with complete closure in any assessed parameter could be demonstrated. In summary the transvenous embolization of the moderate sized PDA using a singular conical coil is secure and feasible. Slight residual shunts persisted in 25% and 10% of the patients after 3 and 12 months, respectively without any haemodynamic significance.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand