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Wirkeffekte einer additiven seriellen manuellen Therapie der thorakalen Wirbelsäule zur Standardphysiotherapie auf Parameter der funktionalen und funktionellen Gesundheit bei ankylosierender Spondylitis

The effects of an additive serial manual mobilisation of the thoracic spine to conventional physiotherapy on parameters of functional health in patients with ankylosing spondylitis

Sperling, Christof Martin


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-86004
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8600/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum Innere Medizin, Professur für Internistische Rheumatologie, Osteologie, Physikalische Medizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.12.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 02.02.2012
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Prospektivstudie über drei Monate wurde die Wirkung einer zusätzlichen Behandlung mit Manueller Therapie (MT) der Brustwirbelsäule (n=12) gegenüber der ausschließlichen Behandlung mit allgemeiner Physio- und Physikalischer Therapie, ohne Anwendung einer Manuellen Therapie (n=12), bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis beobachtet. Die beiden Patientenkollektive wurden während ihres stationären Aufenthaltes behandelt, wobei sich die durchschnittliche Anzahl der Behandlungen bei 6,42 Anwendungen mit Manueller Therapie befand. Die Messungen erfolgten bei Aufnahme und Entlassung sowie einem und drei Monaten nach stationärer Aufnahme.

Von besonderem Interesse waren neben einer möglichen Verbesserung der Beweglichkeit der Brustwirbelsäule (Ott-Maß) die Auswirkungen auf die Reduzierung des Schmerzzustandes (Visuelle Analogskala), Verbesserung der Lungenfunktion (Atemumfangsdifferenz und inspiratorische Vitalkapazität) sowie eine mögliche Verbesserung des Allgemeinbefindens und der Krankheitsaktivität (BASDAI, BASFI, BAS-G).

Signifikante Unterschiede konnten für die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule, im Sinne des Ott-Maß, innerhalb der Gruppe der mit Manueller Therapie behandelten Patienten gegenüber dem Zeitpunkt der Aufnahme zu allen Kontrollzeitpunkten objektiviert werden (p_Entlassung=0,002, p_1Monat=0,002, p_3Monate=0,004), während es in der Kontrollgruppe zu keiner signifikanten Verbesserung kam.
Im Vergleich zwischen beiden Gruppen war eine deutliche Verbesserung der Brustwirbelsäulenbeweglichkeit zu Gunsten der MT-Gruppe bei Entlassung (p=0,002) und nach einem Monat (p=0,009) zu verzeichnen wo hingegen nach drei Monaten kein signifikanter Unterschied mehr festzustellen war.

Eine Auswirkung der Manuellen Therapie auf eine mögliche Reduzierung des Schmerzgeschehens (VAS) konnte nicht eindeutig bestätigt werden. Es konnte lediglich eine Tendenz zur Reduzierung der Schmerzen innerhalb der MT-Gruppe im Vergleich zum Aufnahmezeitpunkt beobachtet werden (p_Entlassung=0,006, p_1Monat=0,005, p_3Monate=0,013) jedoch kein Unterschied zwischen beiden Gruppen.

Ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen lag für den Parameter der Atemumfangsdifferenz sowohl bei Entlassung (p<0,001), nach einem Monat (p=0,026) und nach drei Monaten (p=0,005) vor.
Für die inspiratorische Vitalkapazität (IVC) als weiteren Parameter für die Lungenfunktion ergaben sich innerhalb der MT-Gruppe (p_Entlassung=0,003, p_3Monate=0,008) sowie bei Gruppenunterschieden zwischen den Zeitpunkten Aufnahme und Entlassung (p=0,008) sowie Aufnahme und nach drei Monaten (p=0,003), signifikante Unterschied im Sinne einer Zunahme der IVC auf Seiten der manuell mobilisierten Patienten.

Auch bei Beobachtung der Aktivitätsparameter (BASDAI, BASFI und BAS-G) konnte eine deutliche Abnahme der Scores in der MT-Gruppe, zu sämtlichen Kontrollzeitpunkten in Bezug zur Aufnahme beobachtet werden.

Die Verbesserung der meisten Parameter, und somit die Wirkung der Behandlung mit Manueller Therapie, hielt bis zu einem Monat nach Behandlung an, nahm jedoch in Hinsicht auf den Kontrollzeitpunkt nach drei Monaten wieder ab.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Manuelle Therapie auf die Einschränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit, Lungenfunktion und auf die Krankheitsaktivität als positiv wirksam darstellt und somit bei einer effektiven Behandlung der ankylosierenden Spondylitis im Therapiekonzept stets enthalten sein sollte, sofern keine Kontraindikationen vorliegen.
Kurzfassung auf Englisch: Objectives
To explore the effects of manual mobilisation on the thoracic spine mobility, respiratory function and disease activity in patients with ankylosing spondylitis (AS).
Methods
Two groups, each consisting of 12 patients, were treated with physiotherapy during inpatient therapy. One group was also treated with manual mobilisation of the thoracic spine for an average of 6.42 sessions, whereas the other group only received conventional physiotherapy. The primary outcome parameter was the mobility of the thoracic spine represented by the Ott’s sign. The secondary outcome parameters were pain (VAS), respiratory function (differences of chest expansion and inspiratory vital capacity (IVC), disease activity (BASDAI), function index (BASFI), and patients global score (BAS-G).
Results
Mobility of the thoracic spine (Ott’s sign) increased significantly within the group of manually mobilized patients compared to baseline (hospital admission) at each of the follow-up visits (p_discharge = 0.002, p_1month = 0.002, p _3months= 0.004). No significant impact on thoracic spine mobility could be noted in the control group. Comparing both groups, manually mobilised patients had significantly improved mobility at the time of discharge from the hospital (p = 0.002) as well as 1 month later (p = 0.009). No difference could be shown after 3 months. An impact on reducing pain (VAS) was not achieved. Merely the group treated with manual mobilisation showed a tendency to pain reduction compared to baseline (p_discharge = 0.006, p_1month = 0.005, p _3months= 0.013). Parameters of the respiratory function test increased during therapy with manual mobilisation. Compared to baseline chest expansion improved at all follow-up visits (p_discharge = 0.001, p_1month = 0.026,
p _3months= 0.005). The therapy also had a positive impact on the IVC at the time of discharge (p = 0.003) and after 3 months (p = 0.008). Regarding the scores (BASDAI, BASFI, BAS-G), a significant decrease was detected, thus reflecting a general improvement of the manually treated patients in terms of disease activity and function. Overall, the observed effects on most outcome parameters lasted until the follow-up visit at 1 month after discharge but were observed to 3 months later.
Conclusion
The results show that physiotherapy including manual mobilisation of the thoracic spine promotes mobility, improves respiratory function and has a positive influence on disease activity and physical function. Therefore, manual mobilisation of the spine should be included in the physical therapy concept of patients with AS. Since the effects appear to last for approximately 3 months, manual mobilisation should be repeated on a regular basis for optimal long-term outcome.
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