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Wertigkeit von TSH und Schilddrüsenszintigraphie in der Diagnostik der felinen Hyperthyreose

Mathes, Andrea Monika


Originalveröffentlichung: (2011) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.259 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-85206
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8520/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere (Innere Medizin und Chirurgie)
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5852-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.11.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 05.01.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Um die Wertigkeit von TSH und Schilddrüsenszintigraphie in der Diagnostik der felinen Hyperthyreose zu untersuchen, wurde bei 422 Katzen, die verdächtig für das Vorliegen einer Hyperthyreose waren, TSH-Bestimmungen mit einem humanen TSH-Assay durchgeführt und diese Ergebnisse retrospektiv ausgewertet. Bei 141 Katzen wurden zudem die Ergebnisse der Schilddrüsenszintigraphie beurteilt und bei 105 Katzen die Hormonveränderungen nach Radiojodtherapie untersucht. Des Weiteren wurden Signalement, anamnestische und klinische Befunde sowie Laborveränderungen retrospektiv im Vergleich zur aktuellen, vor allem aus dem amerikanischen Raum stammenden, Literatur ausgewertet.
Es konnte hinsichtlich der Rasseverteilung, der Alters- und Geschlechtsstruktur, der Symptome sowie der Laborveränderungen und Blutdruckmessungen eine Übereinstimmung mit den in der aktuellen Literatur veröffentlichten Daten gefunden werden.
Da drei labordiagnostisch als hyperthyreot geltende Katzen szintigraphisch als gesund klassifiziert werden konnten und bei drei weiteren Katzen Schilddrüsengewebe szintigraphisch nur caudal der Thoraxappertur und nicht in normaler Lokalisation nachgewiesen werden konnte, wurde der diagnostische Nutzen der Schilddrüsenszintigraphie zur Diagnose der felinen Hyperthyreose bewiesen. Es konnten auch hier Übereinstimmungen der ermittelten Daten mit denen der Literatur gefunden werden.
Anhand einer großen, der Hyperthyreose verdächtigen, Patientenpopulation, die ohne Kenntnis über den TSH-Wert nach Symptomen und fT4-Konzentrationsbestimmung in eine hyperthyreote und eine euthyreote Gruppe eingeteilt wurde, konnte gezeigt werden, dass die TSH-Bestimmung bei der Katze mittels des humanen CLA zuverlässig möglich ist.

Die funktionelle Sensitivität dieses Testes liegt für TSH im Serum von Katzen bei 0,024 mU/l und wir konnten für einen Bereich von TSH < 0,02 mU/l und TSH >0,04 mU/l eine Sensitivität von 95,4% mit einer Spezifität von 92,5% für die Diagnose der felinen Hyperthyreose finden. Den Bereich für TSH zwischen 0,02 mU/l und 0,04 mU/l sehen wir als Grauzone an.
Bei Untersuchung des Verlaufs der fT4- und TSH-Konzentration bei 105 Katzen nach Radiojodtherapie konnte eine signifikante Veränderung der fT4- und der TSH-Konzentration bei allen therapierten Katzen gefunden werden. Der Abfall der fT4-Konzentration erfolgt hierbei bereits innerhalb der ersten Woche nach Therapie, der Anstieg des supprimierten TSH-Levels in den Normbereich zeigt sich erst nach einem Zeitraum von Wochen bis Monaten nach Therapie. Es konnten, wie bei einigen Menschen nach Radiojodtherapie auch, bei 15 Katzen einige Wochen nach Therapie abnorm hohe TSH-Level bei normalen fT4-Werten gefunden werden. Keine der als euthyreot klassifizierten Katzen zeigte ein TSH-Level von über 0,75 mU/l, der höchste gemessene Wert einer Katze nach Radiojodtherapie lag bei 6,61 mU/l.
Kurzfassung auf Englisch: To analyze the usefulness of TSH and thyroid scintigraphy in the diagnosis of hyperthyroidism, serum activity of TSH was determined in 422 cats suspicious for hyperthyroidism using chemoluminescent technology (CLA) desingned for human sera. The results were evaluated retrospectively. In 141 cats the scintigraphic findings and in 105 cats the hormone levels after therapy with radioiodine were also analyzed. Furthermore signalement, clinical signs and laboratory findings were retrospectively compared to current literature.
There was good agreement with the literature relative to breed, age, gender, clinical signs, laboratory findings, blood pressure and scinitgraphic findings.
The usefulness of thyroid scintigraphy was demonstrated in three cats that were diagnosed with hyperthyroidism by elevated thyroxin levels but proofed healthy by scintigraphy. Three other cats showed thyroid nodules only caudal to the thoracal inlet.
Furthermore the usefulness of TSH-measurement with CLA for diagnosing hyperthyroidism was established. The cats of this study were grouped in hyperthyroid and euthyroid cats according to clinical signs and fT4-measurement without knowledge of TSH-levels. Functional sensitivity of this test for TSH in feline serum is 0,024 mU/l. We identified for a TSH < 0,02 mU/l and TSH > 0,04 mU/l a sensitivity of 95,4% and a specifity of 92,5%, respectively, for diagnosing feline hyperthyroidism. A TSH-level between 0,02 mU/l and 0,04 mU/l must be considered equivocal.
Development of fT4- and TSH-Levels after therapy with radioiodine showed significant differences in all cats. Decline of fT4-Levels happened mostly within one week after radioiodine therapy. Increase of suppressed TSH-levels needed weeks up to months. As described in human medicine, 15 cats showed some weeks after therapy abnormally high TSH-Levels despite normal fT4-concentrations. All euthyroid cats showed TSH-Levels < 0,75 mU/l, the highest TSH-concentration of cats after radioiodine therapy was 6,61 mU/l.
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