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Mathematische Vergleichsarbeiten in der Grundschule : Zum diagnostischen Potential von Aufgaben und deren Bearbeitungen einer landesweiten Vergleichsarbeit für dritte Klassen

Hoffart, Eva Susanne


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-85226
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8522/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Aufgabenanalyse , mathematische Vergleichsarbeit , diagnostisches Potential
MSC - Klassifikation: 97 Mathema
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Didaktik der Mathematik
Fachgebiet: Mathematik
DDC-Sachgruppe: Mathematik
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.10.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 22.12.2011
Kurzfassung auf Deutsch: In der Folge internationaler Vergleichsuntersuchungen wie PISA und TIMSS werden seit einigen Jahren die mathematischen Leistungen der deutschen Schüler diskutiert. Einige Bundesländer haben neben den internationalen Schulleistungsstudien in den letzten Jahren landesweite Vergleichsuntersuchungen im Fach Mathematik eingeführt, für die neben dem Ziel der Leistungsmessung auch diagnostische Anliegen formuliert werden. So sollen die vergleichenden Leistungserhebungen Zusatzinformationen liefern, um besondere Stärken und Schwächen einzelner Schüler zu identifizieren und die Kinder in der noch verbleibenden Schulzeit gezielter fördern zu können. Gerade in der Grundschule ist dieser entwicklungsdiagnostische Gedanke besonders bedeutsam, weil die Kinder in den ersten Schuljahren diverse physische und kognitive Entwicklungsprozesse durchlaufen. Das Wahrnehmen und Fördern der individuellen Lernprozesse gehört deshalb zu den grundlegenden Anforderungen der Primarstufe.

Inwiefern ist nun der formulierte diagnostische Anspruch mit den Anforderungen der Leistungsmessung vereinbar? Die vorliegende Forschungsarbeit nimmt sich dieser Fragestellung an und untersucht eine gezielte Auswahl von Aufgaben einer mathematischen Vergleichsuntersuchung in einem dritten Grundschuljahrgang. Neben den Aufgaben der Leistungserhebung liegen über 2000 Schülerbearbeitungen aus der offiziellen Durchführung als Indikatoren für die mathematische Leistung der Drittklässler vor. Diese schriftlichen Tätigkeitsprodukte in Form der Aufgabenbearbeitungen werden durch eine Interviewstudie zu denselben Aufgabenstellungen ergänzt. Dieses umfangreiche und authentische Datenmaterial bietet den Vorteil, die Untersuchung der Aufgaben mit der Untersuchung der Aufgabenbearbeitungen verknüpfen zu können. Auf diese Weise werden Rückschlüsse von den Bearbeitungen auf die Aufgaben und ihre Besonderheiten möglich. Ziel ist die Formulierung grundlegender Erkenntnisse zu der entwicklungsdiagnostischen Nutzung vergleichender Leistungserhebungen auf Mikroebene des Kindes.

Um diese Untersuchungsintention realisieren zu können wurde ein multiperspektivisches Analysemodell entwickelt, welches verschiedene Aspekte der Aufgabe berücksichtigt. Mit diesem Analysemodell werden ausgewählte Aufgaben der vergleichenden Leistungserhebung und die zugehörigen Aufgabenbearbeitungen ausgewertet. Die Datenfülle ermöglicht ein umfassendes Bild der Aufgabenbearbeitungen, sodass einerseits eine Strukturierung der Daten erfolgen kann und andererseits Rückschlüsse auf Aufgabenmerkmale gezogen werden können. Über die Einzelanalysen der Aufgaben hinaus werden die Bearbeitungswege der Drittklässler zu allen untersuchten Aufgaben mithilfe einer Clusteranalyse analysiert. Anhand dieser ergänzenden Untersuchungsphase werden weitere explorative Erkenntnisse zu den Aufgabenbearbeitungen gewonnen.
Die ausführlichen Analysen der Aufgaben und ihrer Bearbeitungen liefern erste Antworten auf die Frage nach den diagnostischen Möglichkeiten vergleichender Leistungserhebungen in der Grundschule. Konkret wird auf eine mögliche Multifunktionalität dieser Erhebungen sowie auf die Besonderheiten der gestellten Aufgaben eingegangen. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit bieten nicht nur weiterführende Impulse für die mathematikdidaktische Forschung, sondern können ebenso auf der Ebene einzelner Schulen und/ oder Klassen genutzt werden.
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