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Gesundheits- und Konzentrationsfähigkeitsuntersuchungen bei Büroangestellten im Rahmen einer Pilotstudie zu Exposition gegenüber tonerbasierten Bürogeräten

Studies to the health and concentration status of office workers in a pilot study to exposure to toner-based office equipment.

Schumann, Henrik


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-85132
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8513/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Toner , Tonerstaub , Tonergeräte , Konzentrationstest , Lungenfunktion , Stickoxid im Exhalat
Freie Schlagwörter (Englisch): toner , toner devices , concentration , lung function , exhaled nitric oxide
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.12.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 21.12.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu untersuchen, ob und gegebenenfalls in welchem Maße der Betrieb von Laserdruckern und Fotokopiergeräten in Büro-räumen Einfluss auf die von Büroangestellten geäußerten Konzentrations- und Gesundheitsbeschwerden hat. Die Studie wurde dabei als eine Pilotstudie an-gelegt, die primär zur Aufgabe hatte, Erhebungsinstrumente auszuwählen, wei-terzuempfehlen und auf ihre Einsetzbarkeit zu überprüfen. Zu diesem Zwecke wurden zwischen Januar und Oktober 2006 in Kooperation mit der Interessens-gemeinschaft der Tonergeschädigten (ITG e.V.) 63 Büroräume in 9 Bürogebäu-den an 4 Standorten (A-D) in Deutschland ausgewählt und 69 freiwillige Pro-banden (Mitarbeiter in den ausgewählten Büros) rekrutiert und im Verlauf dreier, den Arbeitstag begleitender Untersuchungen betreut und untersucht. Es wurde neben einer Beantwortung von Fragebögen, die zur Einteilung der Teilnehmer in Subkollektive führte, ein Konzentrationstest (d2) gemacht und eine ausführli-che Anamnese der Probanden erhoben. Zur Labordiagnostik wurden Blutent-nahmen zur Bestimmung von Blutbild (BB), C-reaktivem Protein (CrP), Im-munglobulin E (IgE) und Allergie (RAST) durchgeführt. Vor, während und am Ende der Arbeitszeit fand eine orientierende Lungenfunktionsanalyse (FEV1, VK) und eine Analyse des NO im Exhalat statt. Deskriptive Auswertungen fan-den für die Soziodemographie und die gesundheitlichen Parameter für das Ge-samtkollektiv und die Unterkollektive statt, welche sich aus Stratifizierungen basierend auf der Selbstangabe der Probanden zum Vorliegen von tonerbezo-genen Beschwerden ergaben: keine Tonerbeschwerden (kTB), selbstberichtete Tonerbeschwerden (sTB) und selbstberichtete Tonerschädigung (sTS).
Der epidemiologische Untersuchungsplan, das Design und die benutzten In-strumente wurden weitgehend bestätigt. Aufgrund des Pilotcharakters der Stu-die mit der limitierten Probandenzahl und selektiven Probandenauswahl sind bewertenden Interpretationen jedoch enge Grenzen gesetzt. Strukturell wurde erwartungsgemäß der Charakter eines Berufstätigenkollektivs deutlich. Toner-bezogene Beschwerden (sTB) gaben 36 Probanden an, eine tonerbezogene Schädigung (sTS) insgesamt 7 Probanden. Im Vergleich zum Bundesgesund-heitssurvey 1998 fanden sich im Gesamtkollektiv keine hohen Raten an Vorer-krankungen. Im sTB-Kollektiv lagen die Häufigkeiten von Vorerkrankungen niedriger als in bisherigen Studien an umweltmedizinischen Patienten. Die kli-nisch-chemischen (CrP) und hämatologischen Untersuchungen (Diff.-Blutbild) gaben keine Hinweise auf Entzündungsprozesse z.B. der Atemwege. Die un-tersuchten Parameter zur Allergie (IgE, RAST) wiesen in ihren Häufigkeiten ein erwartetes Ranking der Sensibilität gegenüber den Allergengruppen auf: Inhala-tion (37%) > Nahrungsmittel (7%) > Schimmelpilz (2%). sTS-Probanden zeigten die geringsten Raten an Sensibilisierungen. Die Durchführung der Lungenfunk-tion war sehr zeitaufwändig (min. 3 Messungen pro Untersuchung zur Erfüllung der ATS Bestimmungen) und lieferte durch mangelnde Schulung der Proban-den im Vorfeld der Studie ungenaue Daten (Trainingseffekt, im Tagesverlauf einsetzender abteilungsinterner Wettkampf um die besten Werte). Hier sollte für eine Folgestudie abgewogen werden, ob sich ein zusätzlicher Aufwand, durch vorherige Schulung der Teilnehmer exakte Daten zu erlangen, in Bezug auf die Aussagekraft der Lungenfunktionsprüfung für die hier interessierenden Frage-stellungen rechtfertigt. Die NO-Konzentrationen im Exhalat zeigten tendenziell weder Unterschiede zwischen den Kollektiven sTB und kTB noch zwischen den morgendlichen Leerwerten und Konzentrationen nach Arbeitsplatzexposition am Mittag. Ohne dabei die Normalwerte zu überschreiten lag bei Personen mit Allergie, Asthma oder Infekt die NO-Konzentration erwartungsgemäß im Mittel höher als bei Personen ohne eine solche Erkrankung.
Inferenzstatistisch konnten in der apparativen Diagnostik (Lufu und NO) wie auch im Konzentrationsleistungstest keine signifikanten Unterschiede im Ge-samtkollektiv (Friedman-Test) als auch in den Subkollektiven (Mann-Whitney-U-Test) gezeigt werden.
Bei der vorliegenden Studie handelte es sich um eine Pilotstudie mit geringer Teilnehmerzahl (N=69). Verallgemeinernde oder statistisch belastbare Aussa-gen im Hinblick auf Expositionshöhen und gesundheitliche Effekte sind daher nicht möglich, sondern allenfalls in ihrer Tendenz abschätzbar.
Mittelungen von Messergebnissen – wie auch in der vorliegenden Arbeit durchgeführt - können bei der geringen Anzahl der untersuchten Büroangestellten nicht zur Bewertung verwendet werden. Dennoch lassen sich aus den durchgeführten Analysen schlussfolgernd einige Tendenzen erkennen. So kann aus den Ergebnissen der Pilotstudie abgeleitet werden, dass sich die eingesetzten Instrumente sowie das Studiendesign als geeignet erwiesen haben und somit - zum Teil nach Modifikation – auch in einer Hauptstudie eingesetzt werden können.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to examine whether and to what extent laser printers and photocopiers in office areas might influence health conditions of employees who report health problems and concentration problems. The study was created as a pilot study which had primarily the tasks to select instruments for data col-lection and to review their suitability before making a recommendation. From January to October 2006, we selected 63 offices in 9 buildings in 4 different German cities (A-D) and recruited 69 voluntary participants (employees at se-lected agencies) for this purpose in cooperation with the Interessensgemein-schaft der Tonergeschädigten (ITG e.V.) in order to examine their working hab-its. In addition to answering questionnaires, by the results of which the partici-pants were divided into subgroups, the test persons did a concentration test (d2), and we collected the detailed medical history of each of them. For labora-tory diagnostics blood samples were taken to examine the blood (BB), C-reactive protein (CRP), immunoglobulin E (IgE) and allergies (RAST). Before, during and at the end of a day’s working hours there was an exploratory analy-sis of lung function (FEV1, UK) and an analysis of NO in the breath exhaled. The socio-demographic and health parameters for all the participants and the sub-collectives were analysed, which resulted from the self-assessment of the participants to the existence of toner-related problems: no toner complaints (kTB), self-reported Toner complaints (sTB) and self-reported Toner injuries (sTS).
The epidemiological study design and the instruments used were confirmed to a great extent. Because of the nature as pilot study with the limited number of participants and the non-random selection of test persons there are strict limits for interpretations. As expected, the study had the character of a working group survey. 36 test persons reported toner-related complaints (sTB), a total of 7 persons reported toner-related injuries (sTS). Compared to the Federal Health Survey in1998 we found no higher rates of pre-existing health problems among the total group of participants. In the sTB-group the frequency of pre-existing health problems was smaller in numbers than in previous studies with environ-mentally affected medical patients. The clinical-chemical tests (CRP) and hema-tological tests (blood count diff) showed no evidence of inflammation of respira-tory infections, for example. The parameters examined for allergy (IgE, RAST) showed an expected ranking of the sensitivity to the allergen groups: Inhalation (37%) > Food (7%) > Mould (2%). sTS-test persons had the lowest rates of sensitization. The implementation of the lung function was very time consuming (at least 3 measurements per study to meet the ATS Rules) and did not always deliver accurate data by lack of training the participants before the study. This should be considered for a follow-up study, whether an additional effort to ob-tain accurate data, by prior training of participants, is justified regarding the in-sufficient accuracy of the lung function test for the questions of interest in this study. The NO concentrations in exhaled breath neither showed any trend dif-ferences between the sTB- and kTB-collectives nor between the results in the morning (before work) and those after exposure to the working place concentra-tions at noon. On an average, the NO concentration was higher for those par-ticipants with allergies, asthma or infection than in individuals without such dis-eases, as we had expected before, but did not exceed the normal counts.
Concerning the statistical analysis of the instrumental diagnostics (lung function and exhaled NO concentrations) as well as the concentration-performance test there could not be shown any significant differences in the overall population (Friedman-Test) and in the subgroups (Mann-Whitney-U-Test).
The present study was a pilot study with only few participants (N = 69). General-ized or statistically robust conclusions with regard to exposure levels and health effects are therefore not possible, but should be estimated at best in their ten-dency, probably as a basis for generating hypotheses for further relationship or causalities.
Averages of measurements - as done in the present study - cannot be used for a general rating because of the small number of the office workers examined. Nevertheless, the performed analysis shows some trends. Using the results of the pilot study it could be shown that the instruments and the study design have proved to be suitable and might be used in a main study according to some modification.
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