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Interaktionen zwischen Serotonin und Noradrenalin bei der Steuerung der Growth-Hormone-Ausschüttung

Knechtel, Axel Bernhard


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-84875
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8487/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Abteilung für Psychologie und Persönlichkeitsforschung
Fachgebiet: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.09.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 19.12.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die pulsative Sekretion des GH (growth hormone) ist von verschiedenen Einflussparametern
mit dem entsprechenden feedback-Mechanismus abhängig. An der Ausschüttung ist nicht nur
das hypothalamisch synthetisierte GHRH involviert, sondern auch Somatostatin,
Glucocortikoide, GH-Sekretagoga und verschiedene Neurotransmitter.
Diese Dissertation widmet sich den neuronalen Interaktionen der Neurotransmittersysteme
Noradrenalin und Serotonin bei der Steuerung der GH-Ausschüttung.
Unsere Studie inkludierte nach entsprechenden Auswahlkriterien 48 gesunde männliche Probanden,
die durch einen Aushang am „schwarzen Brett“ und durch ein Zeitungsinserat rekrutiert
werden konnten. Wir setzten im Rahmen eines Challenge Tests neben einem Placebo die
selektiven Substanzen Reboxetin und Citalopram in einem randomisierten cross-over design
ein. Daraus ergaben sich drei verschiedene Medikamentenbedingungen: eine noradrenerge
Stimulation mittels Reboxetin, eine serotonerge Stimulation mittels Citalopram und eine
Placebobedingung.
Die beiden ersten Hypothesen dieser Arbeit beschäftigten sich mit dem Aspekt, ob eine
serotonerge bzw. noradrenerge Stimulation mittels Citalopram bzw. Reboxetin zu einer erhöhten
GH-Ausschüttung führt. Die dritte Hypothese setzt sich mit der Frage auseinander, ob
die Aktivierung des serotonergen Systems (mittels Citalopram) eine Cortisolantwort auslöst.
Ferner wurde angenommen, dass das Ausmaß einer durch Reboxetin induzierten GH-Antwort
von der der serotonergen Ansprechbarkeit abhängt und somit die Rolle des Serotoninsystems
als Modulator anderer Neurotransmittersysteme bestätigt werden kann.
Die Ergebnisse unserer Studie zeigten zum einen, dass die noradrenerge Stimulation mit
Reboxetin zu einer signifikanten GH-Antwort führte, während eine solche nach Gabe des
SSRI Citalopram ausblieb. Auch bestätigten unsere Ergebnisse die Hypothese drei, indem
sich eine Cortisolresponse nach Gabe des serotonin reuptake inhibitors Citalopram zeigte.
Letztlich gelang der Nachweis, dass Personen mit hoher serotonerger Aktivität (geringer
Ansprechbarkeit auf Citalopram) nach Reboxetin-Stimulation eine signifikant höhere ghresponse
aufwiesen, als diejenigen, die stark auf Citalopram reagierten (high-response als
Indikator einer habituell geringen serotonergen Aktivierung).
In Kenntnis der in dieser Arbeit erzielten Ergebnisse imponiert Serotonin als Modulator des
noradrenergen Neurotransmittersystems, was ggf. die gute Wirksamkeit von antidepressiven
Kombinationstherapien nicht nur erklären, sondern auch vor dem Hintergrund zugrundeliegender
Mechanismen verständlicher werden lassen könnte. Inwieweit Serotonin generell als
Neuromodulator wirkt, sollten künftige Studien auch im Kontext dopaminerger
Ansprechbarkeit aufzeigen.
Kurzfassung auf Englisch: The secretion pattern of GH (growth hormone) depends on several influences and feedback
mechanisms. The secretion does not only depend on GHRH synthesized and secreted from
the hypothalamus but somatostatin, glucocorticoids and several neurotransmitters are involved
as well.
This thesis aimed at investigating the interaction between the neurotransmitter systems serotonin
(5-HT) and noradrenalin (NA) in the regulation of GH release.
Depending on several inclusion criteria, forty-eight healthy volunteers participated in the
present study. Neurotransmitter systems were stimulated by use of the so called “neuroendocrine
challenge test” in a placebo controlled double blind cross over study with a single dose
of 10 mg Citalopram and 2 mg Reboxetin to stimulate the 5-HT and NA-system, respectively.
The first two hypotheses of this study expected GH responses after Reboxetin but not after
Citalopram based on the current literature. Moreover, cortisol responses were expected after
treatment with Citalopram compared to placebo (hypothesis 3). The most important hypotheses
expected that GH-responses after Reboxetin are mediated by the activity of the 5-HT system,
indicated by cortisol responses after the treatment with the drug.
The results of this study confirmed hypotheses 1-3. More interestingly, subjects with low
cortisol responses after treatment with Citalopram were characterized by high GH responses
after treatment with Reboxetin. The results are discussed with respect to the therapeutic efficiency
of combined pharmacological treatment of depression (5-HT and NA) and furthermore
support the idea that 5-HT mainly acts as an unspecific neuromodulator for other neurotransmitter
systems. Further studies should confirm this by investigating other neurotransmitter
systems (e.g. dopamine) in this respect.
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