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Psychologische Faktoren bei der Beurteilung der Juckreizschwelle und Juckreizintensität

Psychological factors for the assessment of itch-threshold and itch-intensity

Lemal, Denise


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (749 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-84284
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8428/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Juckreiz , Pruritus , Schmerz , Psyche
Freie Schlagwörter (Englisch): itch , pruritus , pain , psych
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Medizinische Psychologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.08.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 11.11.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Basierend auf der bisherigen Schmerzforschung überprüft die Studie einerseits den Einfluss der psychologischen Variablen Angst, Depression, Neurotizismus und Extraversion auf die Schmerzschwelle, - intensität und -toleranz. Nur wenige und sich teilweise widersprechende Angaben können bisher zum Einfluss von „Psyche“ auf Pruritus gefunden werden. Somit soll in dieser Arbeit, in Anlehnung an die Schmerzforschung, der Einfluss o.g. Persönlichkeitsvariablen auf die Juckreizschwelle, -intensität und -toleranz untersucht werden.
Hierzu wurden 60 gesunde Probanden im Alter zwischen 19 und 30 Jahre rekrutiert. Mit ihnen wurde zunächst ein Cold-Pressor-Test durchgeführt, der die Bestimmung von Schmerzschwelle, -intensität und -toleranz sowie die affektiven und sensorischen Komponenten dieses Schmerzereignisses erlaubt. Desweiteren diente ein Histamin-Prick-Test der Erfassung von Juckreizschwelle, -intensität und -toleranz sowie der Ermittlung sensorischer und affektiver Komponenten bei Juckreiz. Weiterhin wurde mittels HADS-D, TAS-26 und NEO-FFI die verschiedenen psychologischen Variablen der Probanden gemessen.
Nur wenige der in der Schmerzforschung beschriebenen Ergebnisse konnten repliziert werden. Männer wiesen eine signifikant höhere Schmerztoleranz auf als Frauen. Ein erhöhter Ausprägungsgrad von Angst resultierte in einer erhöhten Schmerzintensität. Außerdem bestätigte sich ein negative Zusammenhang zwischen Neurotizismus und Schmerztoleranz. Keine der aus der Schmerzforschung abgeleiteten und auf den Juckreiz übertragenen Hypothesen konnte bestätigt werden. So hatte der Ausprägungsgrad von Angst keinen Einfluss auf die Juckreizparameter gesunder Probanden und die Variable Extraversion ging, entgegen der Erwartungen, mit einer signifikant höheren Juckreizintensität sowie einem längerem Andauern von Pruritus einher. Es zeigte sich somit, dass es bei einer gesunden Probandengruppe nicht funktioniert, Hypothesen aus der Schmerzforschung zu übernehmen und der Pruritusforschung anzupassen.
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