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Untersuchungen zur Art und Häufigkeit von Spontanveränderungen im Auge der ApoE-KO-Maus unter Berücksichtigung diätischer Einflüsse

Günther, Sabine


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DOG-Kongress „Perspektiven der Augenheilkunde - Innovationen für mehr Lebensqualität“, 2008; Abstractbd. 106, S. 400


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-84240
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8424/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Apolipoprotein E-Knockout-Maus (ApoE-KO-Maus) , Auge , Spontanveränderungen , Tiermodell
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie und -Embryologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.09.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 04.11.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Arbeit behandelt die Untersuchungsergebnisse von Augen männlicher ApoE-KO-Mäuse. In einer einjährigen Studie sind 960 dieser ApoE-KO-Mäuse in unterschiedlichen Gruppen mit verschieden fetthaltiger Fütterung gehalten worden. Vierteljährlich ist ausgewählten Tieren dieser Studie Blut entnommen worden, und sie sind anschließend getötet und seziert worden. Ein Ziel dieser Arbeit ist es gewesen, den C57Bl/6J- und ApoE-KO-Mausstamm als Tiermodell zu beschreiben. C57Bl/6J-Mäuse dienen in Studien und in der Forschung als Versuchs- und Vergleichstiere und zur Etablierung neuer Mausstämme. Sie neigen unter fetthaltigem Futter zu Adipositas und Atherosklerose. Mehrere Veröffentlichungen haben gezeigt, dass die C57Bl/6J-Mäuse zu Missbildungen am Auge und einer verzögerter Linsenentwicklung tendieren. Mit Hilfe der C57Bl/6J-Maus ist der C57Bl/6-apo Etm1Unc-Stamm etabliert worden. Dieser zeichnet sich durch erhöhte Plasma-Cholesterolwerte und eine schnelle Ausbildung atherosklerotischer Veränderungen aus.
Ein weiteres Ziel ist es gewesen, einen Überblick über diese Spontanveränderungen bei den Augen der ApoE-KO-Mäuse zu geben - mit einer ausführlichen Beschreibung ihres Aussehens, ihrer Ätiologie und ihrer Häufigkeit. 47 Augen sind spontan, nur durch die technische Kontrolle vor der Einbettung beeinflusst und ohne Untergruppe zu welchem Fütterungsschema oder welcher Luftzusammensetzung gehört hat, ausgewählt worden. Nach der Einbettung sind Serienschnitte erstellt, mit Hämalaun-Eosin angefärbt und nach einem Standardprotokoll mikroskopiert worden. Auffallend ist, dass bei jedem Auge an mindestens einem Bestandteil der drei Augenhäute Veränderungen vorliegen. Bei den Augen der nach drei und sechs Monaten getöteten Mäuse überwiegen Befunde an Hornhaut, Iris und Linse. Die Augen der 9-Monatstiere weisen die meisten Veränderungen an Iris und Linse auf, während die Augen der nach zwölf Monaten getöteten Mäuse vor allem Auffälligkeiten an Ziliarkörper, Iris, Retina und Linse zeigen. Am häufigsten sind Perforationsverletzungen, vordere Synechien, hintere Synechien, Iriszysten, Retinafalten und -disorganisation, epitheliale Hyperplasien der Linse, unregelmäßige Kernbögen der Linse, subkapsuläre Katarakte und Linsenkapselrupturen gefunden worden.
Vorrangig geschlechtsspezifisch auftretende Spontanveränderungen sind ohne weibliche Vergleichsgruppen nicht definierbar.
Das Futter und die Futtermenge haben das Verteilungsmuster der Spontanveränderungen innerhalb der Untergruppen nicht merklich beeinflusst. Vergleicht man die häufigsten Veränderungen nach Menge und Fettgehalt des Futters, sticht keine der drei Hauptgruppen (A, B und C) hervor.
Die histologische Untersuchung der Augen der ApoE-KO-Tiere hat eine große Menge an Veränderungen aufgezeigt. Einige sind ätiologisch erklärbar, aber weitere Studien werden belegen, ob die hier festgestellten Befunde ausnahmsweise, generell oder alters-, geschlechts-, futter-, und gruppengrößenabhängig entstanden sind. Damit wäre es von großer Bedeutung, Augen weiblicher Tiere als nächstes zu untersuchen und auf retrobulbäre Blutentnahmen zu verzichten.
Kurzfassung auf Englisch: The present doctoral thesis deals with the findings of an investigation of eyes of male ApoE-KO-mice. During one year´s study, 960 of these ApoE-KO-mice were kept in different groups with diverse aliphatic feeding. Quarterly, a blood sample of selected animals of this study was taken, and afterwards they got sacrificed and dissected. One aim of this work was to characterize the C57Bl/6J- and ApoE-KO-mouse line as an animal model. C57Bl/6J-mice serve as experimental and comparative animals in studies and research and are used to establish new mouse lines. Fed with a fat-enriched diet, these mice tend to obesity and atherosclerosis. Several publications revealed that C57Bl/6J-mice tend to malformations of the eye and a retarded lens-development. By means of the C57Bl/6J-strain the C57Bl/6-apo Etm1Unc-mouse line has been established. These animals show a high plasma cholesterol level and a rapid formation of atherosclerotic alterations. Another aim of the work was to provide a review of these spontaneous eye alterations of ApoE-KO-mice - with a detailed description of their appearance, etiology and their frequency. For this purpose, 47 eyes were chosen before embedding as a blank test, just influenced by the technical control. After embedding, serial slices were generated, stained with hemalaun-eosin and examined under microscope with the help of a normative protocol.
It is noteworthy that at least one of the three tunics of the eyeball is altered in every eye examined. In animals sacrificed after three and six months, alterations of the cornea, iris and lens prevail, whereas in nine months old animals structural changes can be observed only in iris and lens. In twelve months old mice, abnormalities can be found in ciliary body, iris, retina and lens. Most frequently, perforation wounds, anterior and posterior synechiae, iris cysts, retina folding and disorganisation, epithelial hyperplasia of the lens, irregular nuclear bow areas of the lens, subcapsular cataracts and ruptures of the lens capsule occur. Without a female control group, it is impossible to define spontaneously occurring effects of the eyes due to the sex of the mice. Feeding and amount of food did not markedly influence the distribution pattern of spontaneous alterations within the groups.
Comparing the most common alterations according to amount and fat content of food, none of the three groups (A, B and C) stands out.
Histological examination of the eyes of ApoE-KO-mice revealed a large number of alterations. Some are etiologically explainable, but further studies have to show, if the alterations occurred exceptionally, generally or are related to age, gender, feeding or the size of the groups. It is of outstanding importance to examine also female mice´s eyes and to relinquish retrobulbar blood withdrawal.


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