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Untersuchung von Präferenzen für Obst und Gemüse von Grundschulkindern : Befragungen in fünf Schulklassen im Landkreis Rastatt

Bjarnason, Barbara


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-83396
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8339/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Ernährung , Ökotrophologie , Lebensmittelpräferenzen , Obst und Gemüse , Grundschulkinder
Freie Schlagwörter (Englisch): nutrition , nutrition science , food preferences , fruit and vegetables , primary school children
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Ernährungswissenschaft
Fachgebiet: Haushalts- und Ernährungswissenschaften - Ökotrophologie
DDC-Sachgruppe: Haushaltswissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.07.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 19.09.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Studien belegen, dass Kinder in Deutschland zu wenig Gemüse und Obst essen, so dass die ernährungsphysiologische und präventive Wertigkeit dieser Lebensmittelgruppe entsprechend der Verzehrsempfehlungen nicht erreicht werden. Diese Arbeit befasst sich mit der subjektiven Sichtweise von Grundschulkindern in Bezug auf Obst und Gemüse. Durch welche Eigenschaften und Einflüsse werden Vorlieben und Abneigungen bei der Obst- und Gemüseauswahl geprägt.
Die Studie basiert auf einer Befragung über Obst und Gemüse von fünf Schulklassen (2. und 3. Schuljahr) im Zeitraum von knapp zwei Jahren. Die Schulkinder (n=100) beantworten schriftlich, ihrer Altersgruppe entsprechend, Fragen zu Obst- und Gemüse. Nach der Ermittlung der Eigenschaften des Lieblingsobsts bzw. –gemüses der Kinder, werden gezielt weitere Fragen zu Beerenobst und Äpfel, Tomaten und Obstsäfte gestellt, wobei die physiologischen und präventiven Aspekte den Hintergrund dafür bilden. In einem Ernährungstagebuch wird der tägliche Obst und Gemüseverzehr erfasst. Zusätzlich werden die Kinder nach ihren Vorstellungen zu einem Zukunftsgemüse bzw. -obst befragt. Die Befragung der Mütter der Kinder aus einer Schulklasse umfasst weitere Informationen zum Stellenwert von Obst und Gemüse in den Familien.
Auch diese Erhebung bestätigt, dass Obst von Kindern allgemein besser angenommen wird als Gemüse, wobei der tägliche Verzehr auch hier unter den Verzehrsempfehlungen liegt. Die Auswahl treffen die Kinder durch die sortenspezifischen Eigenschaften der Früchte, welche individuell und sinnesphysiologisch beurteilt werden. Äpfel werden gern gegessen, weil sie saftig sind und als gut schmeckend und gesund beurteilt werden. Bei der Banane schätzen die Kinder die gelbe Farbe, bei der Erdbeere sind es der typische Erdbeergeschmack und die vielfältigen Zubereitungsarten.
Als beliebte Gemüsesorten wählen den Kindern die „knackige“ Karotte vor der „roten“ Tomate und den Blattsalaten mit dem „guten Dressing“. Der bittere Geschmack ist ein häufig genannter Grund für die Ablehnung von Gemüse. Der Bekanntheitsgrad von traditionellen Gemüsesorten ist niedrig, nur wenige Kinder können 14 verschiedene Sorten richtig benennen. Obst ist besser bekannt, ein Viertel der Kinder kann 15 Obstsorten richtig benennen. Ein einfaches Ernährungsprofil, über vier Tage geführt, liefert einen zusätzlichen Einblick über den täglichen Obst- und Gemüseverzehr der Kinder. Laut der Kampagne „5 am Tag“ kann ein Glas Fruchtsaft eine Portion Obst ersetzen. Dieses Kriterium stellt die Grundlage zu einer Befragung zum täglichen Getränkeverzehr der Kinder. Das Ergebnis zeigt, dass Wasser pur und Saft in gleichen Anteilen über den Tag verteilt getrunken werden. Die Kinder erweisen sich als sehr kreativ bei der Aufgabe ein Zukunftsgemüse zu beschreiben, welches alle wichtigen Eigenschaften vereint, damit es Kindern gut schmeckt.
Die Aussagen der Mütter belegen, dass die täglichen Obst- und Gemüseportionen nicht den ernährungswissenschaftlichen Empfehlungen entsprechen, obwohl die Wertigkeit eines höheren Verzehrs von Obst und Gemüse bekannt ist. Der überwiegende Teil der Mütter kennt das Lieblingsobst ihres Kindes, beim Gemüse kann die Hälfte der Mütter die Vorliebe für bestimmte Gemüsesorten nicht richtig einschätzen.
Die Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs zählt zu den wichtigen ernährungspolitischen Zielen. Die Obst und Gemüsesorten, welche von der Mehrheit der Kinder akzeptiert werden, sollen in zukünftige Konzepte der Ernährungsbildung berücksichtigt werden. Der wichtigen Zielgruppe „Mütter“ soll durch gezielte, praktische Schulungen das Thema „Obst und Gemüse“ vermittelt werden. Im Kindergarten und in der Schule soll gemeinsam mit den Kindern ein besseres Image für Gemüse erarbeitet werden.
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