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Anthropologische Untersuchung der Körper- und Brandbestattungen des römischen Gräberfeldes Mainz-Kurfürstenstraße : mit einem Beitrag zu den Bauchlagenbestattungen in der römischen Antike

Anthropological analysis of human skeletal remains from the roman cemetery Mainz-Kurfürstenstrasse with a special focus on prone burials in roman antiquity

Zipp, Katja


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (12.165 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-83384
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8338/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Anthropologie , Gräberfeld , Römisch , Leichenbrand , Sonderbestattung , Histologie
Freie Schlagwörter (Englisch): Anthropology , prone burials roman cemetery , deviant , cremations
CCS - Klassifikation: A.0 GENERA
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Prof. Dr. Manfred Kunter, ehemals Anthropologisches Institut
Fachgebiet: Biologie
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.01.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 07.09.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die 137 Skelett- und Leichenbrandfunde des römischen Gräberfeldes Mainz-Kurfürstenstraße stellen eine wichtige Informationsquelle über die Bewohner des antiken Mainz vor rund 2000 Jahren dar. Ihre Untersuchung mit morphologischen, metrischen und histologischen Methoden gibt Auskunft zu individuellen Charakteristika, aber auch allgemein zu den Umwelt- und Lebensbedingungen der städtischen Bevölkerung des 1. bis 4. Jahrhunderts nach Christus. Die Einordnung der bevölkerungsbiologischen Ergebnisse wie Kindersterblichkeit oder Lebenserwartung in den zeitlichen Kontext erfolgt über einen Vergleich mit ausgewählten Gräberfeldern und schriftlichen Quellen.
Für eine Optimierung der Sterbealterdiagnose an den unverbrannten Skelettfunden kamen neben makroskopischen Verfahren auch zwei histologische Methoden zum Einsatz: Die Zahnzementchronologie sowie die histomorphometrische Untersuchung von Dünnschliffen der Oberschenkelknochen wurden einander gegenübergestellt.
Eine Besonderheit des Mainzer Gräberfeldes bilden die sechs Bauchlagenbestattungen von Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 14 Jahren und Erwachsenen bis zu einem Alter von 50 Jahren. Diese Form der Sonderbehandlung der Toten stellt Archäologen noch immer vor ein Rätsel. Es gibt keine schriftlichen Überlieferungen darüber, welche Motive die Menschen in der Antike dazu veranlassten, einige Verstorbene auf dem Bauch liegend beizusetzen. Ob das Alter, eine bestimmte Geschlechtszugehörigkeit oder der Gesundheitszustand der Bestatteten einen Hinweis auf den abweichenden Bestattungsritus geben, wurde anhand einer länderübergreifenden Zusammenschau untersucht.
Kurzfassung auf Englisch: The 137 skeleton and cremation burials found in the cemetery Mainz-Kurfürstenstraße represent an important source of information about the inhabitants of the ancient city of Mainz, Germany approximately some two thousand years ago. The examination of the burials with morphological, metric and histological methods gives information not only about the characteristics of each individual, but also about the environmental and living conditions of a specific selection of the urban population from the 1st until the 4th Century after Christ. The classification of the obtained demographic data such as child mortality or life expectancy into the temporal context is made possible through a comparison with selected excavations and written sources.

For optimizing the age of death diagnosis for the inhumation burials, two histological methods besides the macroscopic process were used. Tooth cementum annulation (TCA) as well as a histomorphometric examination of thin slices of the femur were compared with each other.

A special feature of the Mainz cemetery are the graves of six prone burials, children and adolescents aged 11 to 14 years and adults up to the age of 50 years. This form of special treatment of the dead is still a mystery to archaeologists. Up to now there are no written records known about what motives the people in ancient times would have had to bury some of the deceased lying on their stomachs. Whether it be age, gender or a certain state of health that served as a reason for this special form of deviant burial, this concept was examined using a cross-country synopsis.
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