Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Diagnostische Wertigkeit der Niederfeld-Magnetresonanztomographie und der Gelenksonographie in der Frühdiagnose einer Arthritis

Broll, Matthias Günter


Originalveröffentlichung: (2011) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (6.375 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-83230
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8323/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim, Lehrstuhl für Innrer Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5811-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.08.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 29.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es die diagnostische Wertigkeit des Niederfeld-MRT (NF-MRT) und
der Gelenksonographie in der Frühdiagnose einer Arthritis mit Hilfe eines prospektiven
Studiendesigns zu evaluieren. In die Untersuchung wurden dabei 50 konsekutive Patienten
mit dem Verdacht auf eine Arthritis und Beschwerden in den Hand- / Fingergelenken
eingeschlossen. Über die systematische Untersuchung im Rahmen einer diagnostischen Phase
III Studienfragestellung nach SACKETT et al. (5) wurde daraufhin die Validität durch
Berechnung von Sensitivität und Spezifität anhand der klinischen Diagnose überprüft. Dazu
führten zwei Untersucher ihre jeweilige sonographische oder kernspintomographische
Untersuchung unabhängig voneinander und in Unkenntnis der klinischen Diagnose durch. In
der Arthrosonographie wurde der Carpus und die MCP-Gelenke 2-5 der klinisch führenden
Hand ausgehend von Standardebenen untersucht. Beim NF-MRT an gleicher Lateralität der
Hand kam eine Sequenzauswahl koronarer und transversaler Schichtorientierungen vor und
nach Applikation eines Gadolinium-haltigen Kontrastmittels zum Einsatz. Für die Auswertung
wurden typische, definierte Zeichen einer entzündlichen Gelenkbeteiligung erfasst. Dazu gehörte
der Nachweis von ergussbedingten Kapselabhebungen, synovialer Hypervaskularisation
(Power-Doppler-Aktivität), synovialer Kontrastmittelaufnahme, knöchernen Erosionen und
eines sogenannten Knochenmarködems. Die in der Bildgebung erhobenen Indikatoren und die
klinische Diagnose wurden daraufhin in Kontingenztafeln auf ihre absoluten und relativen
Häufigkeiten von Merkmalskombinationen hin untersucht und dienten damit der Überprüfung
hinsichtlich der Aussagekraft eines jeden Indikators als für sich diagnostischen Test.
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass die NF-MRT als auch die Arthrosonographie
einen sensitiven Nachweis durch Abbildung des entzündlichen Prozesses und einen
frühzeitigen Nachweis struktureller Folgen einer Arthritis erlauben. Durch das bildgebende
Verfahren der NF-MRT ist es nicht nur möglich, mit hoher örtlicher Auflösung und
gleichzeitig bestehender sehr guter Gewebedifferenzierung Aussagen über Knochen- und
Weichteilgewebe zu treffen, sondern auch durch die vielfältige Sequenzauswahl Kontraste
gezielt für die muskuloskelettale Diagnostik einzusetzen. Die Arthrosonographie zeigte bei
der Beurteilung artikulärer und periartikulärer Strukturen einen besonderen Wert, weil sie
neben rein statischen auch dynamische Schnittbilder lieferte. Durch den Fortschritt bei
Gerätetechnologie und Ultraschallsonden, haben sich in den vergangenen Jahren der
Einsatzbereich und das diagnostische Spektrum deutlich erweitert und sich damit ein
deutlicher diagnostischer Zugewinn ergeben. Beides stellen wertvolle diagnostische Verfahren
dar, die je nach Klinik und klinisch erhobenen Befunden eine Verdachtsdiagnose untermauern,
differenzieren oder widerlegen können, und damit das weitere diagnostische und
therapeutische Vorgehen entscheidend beeinflussen können. Sowohl Niederfeld-MRT als auch
Arthrosonographie können als bildgebende Methoden für die Frühdiagnose einer Arthritis
genutzt werden, wobei die Dopplersonographie im Vergleich zur Kontrast-Niederfeld-MRT
bei annähernd gleicher Sensitivität eine höhere Spezifität aufweist und sich mit wesentlich
geringerem Aufwand durchführen lässt. Damit zeigen sich beide Methoden in der Lage
zwischen Patienten mit einer Arthritis und denen mit dem klinischen Verdacht auf das
Vorliegen einer solchen zu unterscheiden. Als diagnostische Testverfahren besitzen frühe
Ultraschall- und MRT-Befunde prädiktiven Wert. Der frühzeitige Nachweis stellt sich als
ausschlaggebend für den möglichst frühen Therapiebeginn und damit der positiven
Beeinflussung des weiteren Krankheitsverlaufs dar. Die möglichst frühe Diagnosestellung ist
dabei unerlässlich um Gelenkstrukturen durch geeignete Therapien wirksam zu erhalten,
sowie durch zuverlässige Indikatoren den Therapieerfolg / -misserfolg im Sinne einer
Aktivitätsbeurteilung zu kontrollieren.
Kurzfassung auf Englisch: Sensitivity and Specificity of Sonography and Low-Field MRI for Diagnosing Arthritis
Background:
At present, the diagnosis of arthritis is largely based on clinical and laboratory criteria,
especially when using the updated ACR Clinical Classification Criteria for Rheumatoid
Arthritis. Although ultrasonography and low-field MRI are already in use for imaging
inflammatory joint diseases, there are only few studies available that provide an evaluation of
the validity of these imaging methods on the basis of clinical diagnosis.
Therefore, the aim of this study is to determine the sensitivity and specificity of sonography
and low-field MRI in the diagnosis of arthritis.
Methods:
50 consecutive patients with suspected arthritis and symptoms in the hand / finger joints were
included in the study. Following to a standardized protocol, a sonography of the carpus and
MCP joints of the dominant hand was performed (MyLab 70 Esaote Biomedica, linear
transducer 6-18MHz). Subsequently, low-field MRI was acquired using standard sequences
(Esaote C-scan), with contrast agent (Gadolinium DTPA) administered to 29 patients. Using
both methods, the presence of synovitis, erosion, and Doppler signals and/or bone marrow
edema was established by two independent examiners who where blinded towards the
diagnosis. The clinical diagnosis was established by the attending rheumatologist.
Results:
32 of 50 patients presented the clinical diagnosis of arthritis. In sonography, the sensitivity
and specificity for effusion / hypertrophy were shown to be 0.94 (0.5), for Doppler signals
0.72 (0.94), and for bone erosion 0.38 (1.0). In low-field MRI, sensitivity and specificity for
synovitis were 0.77 (0.75) (contrast agent group), for bone marrow edema 0.48 (0.78), and for
bone erosion 0.58 (0.83).
Conclusions:
While both, ultrasonography and low-field MRI, are suitable imaging methods for diagnosing
arthritis at an early stage, Doppler sonography displays a higher specificity as compared to
contrast agent enhanced MRI with almost the same sensitivity, while being a much simpler
and less costly procedure.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand