Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Vertikale Wurzelfrakturen als Komplikation nach lateraler Kondensation

Vertical root fractures as complication after lateral condensation

Stenner, Lars Christian


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.056 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82942
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8294/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Freie Schlagwörter (Deutsch): Wurzelfraktur , laterale Kondensation , Spreadermaterial , Spreadergröße , Kondensationsgewicht
Freie Schlagwörter (Englisch): root fracture , lateral condensation , spreadermaterial , spreadersize , condensation force
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde - Funktionsbereich Endodontie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.06.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 15.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: In der aktuellen Literatur existieren verschiedene Fallberichte über vertikale Wurzelfrakturen endodontisch behandelter Zähne, die als Komplikation nach lateraler Kondensation auftreten können. Diese führen in der überwiegenden Zahl der Fälle zur Extraktion des betroffenen Zahnes.
Als Material für endodontische Aufbereitungs-, aber auch Füllinstrumente stehen sowohl Edelstahl- als auch Nickel-Titan-Legierungen zur Verfügung. Letztere werden seit einigen Jahren vermehrt verwendet. Studien belegen, dass Nickel-Titan-Spreader (NiTi) die Zahnwurzel einem erheblich geringeren Stress beim Füllen der Wurzelkanäle aussetzen als Edelstahlspreader (STS). Der Frage, ob durch die Verwendung von NiTi-Spreadern als Ersatz für Edelstahlspreader das Risiko vertikaler Wurzelfrakturen als Komplikation nach der lateralen Kondensation bei der Verwendung verschiedener Kondensationskräfte und verschiedener Spreadergrößen gesenkt werden kann, sollte in dieser Studie nachgegangen werden.
Sechsundneunzig einwurzelige, kariesfreie Unterkieferfrontzähne mit geraden Kanälen wurden nach Ausschluss von Mikrorissen (Mikroskop, Transillumination) randomisiert auf zwölf Versuchsgruppen verteilt. Nach dem Abtrennen der klinischen Krone, dem Erschließen des Kanalsystems und dem Einbetten der Wurzeln in ein Modell zur Simulation des Zahnhalteapparats wurden die Kanäle standardisiert mit dem FlexMaster-System® (bis 02/60) und anschließend manuell mit K-Feilen (ISO-Größe 55 und 60) aufbereitet. Die laterale Kondensation erfolgte in jeweils drei Gruppen mit Kondensationskräften von 1, 3 oder 5 kg. Die Kondensation wurde entweder mit einem STS- oder einem NiTi-Spreader der ISO-Größen 25 oder 30 durchgeführt. Nach 72 h Lagerung erfolgte die Belastung der Wurzelfüllungen bis zur Fraktur der Proben durch einen Kegel in einer Zwick-Testmaschine. Die maximale Belastungskraft (N), die zur Fraktur führte, wurde gemessen. Anschließend wurden die Frakturlinien mit Methylenblau angefärbt und klassifiziert.
Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen festgestellt. Die gemessenen Frakturwerte (MW ± SD) ergaben für NiTi-Spreader 321,5 ± 92,3,0 N bei einem Maximum von 653,4 N und einem Minimum von 165,0 N. Für STS-Spreader wurden 348,6 ± 117,7 N, ein Maximum von 654,6 N und ein Minimum von 159,6 N gemessen.
Für Spreader der ISO-Größe 25 zeigten sich Werte von 327,0 ± 101,1 N, bei einem Maximum von 654,6 N und einem Minimum von 159,6 N. Für Spreader der ISO-Größe 30 wurden Werte von 343,1 ± 111,3 N mit einem Maximum von 653,4 N und einem Minimum von 183,1 N ermittelt.
Die Untersuchung der Kondensationskräfte lieferte für die 1 kg-Gruppe einen Mittelwert von 346,7 ± 113,0 N, bei einem Maximum von 651,4 N und einem Minimum von 165,0 N. Für die 3 kg-Gruppe ergaben sich 353,2 ± 111,0 N, ein Maximum von 654,6 N und ein Minimum von 212,0 N. In der 5 kg-Gruppe konnten 305,1 ± 89,4 N, ein Maximum von 492,6 N und ein Minimum von 159,6 N gemessen werden.
Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die Verwendung von NiTi-Spreader im Vergleich zu Edelstahlspreadern in geraden Kanälen von Unterkieferinzisivi bei Kondensationskräften von 1, 3 und 5 kg nicht zu einer Veränderung des Frakturrisikos bei der lateralen Kondensation führt.
Kurzfassung auf Englisch: In the current literature various case reports exist about vertical root fracture of endodontically treated teeth as complication of lateral condensation. Mostly, this complication leads to the extraction of the respective tooth. Two types of instruments for the preparation and filling of root canals are normally used during the endodontic treatment: stainless steel and nickel titanium alloys. The latter ones became more and more popular in the last years, since studies have shown that spreaders made by nickel-titanium-alloy produce much less stress during filling of root canals than spreaders made by stainless steel. Whether the risk of vertical root fractures as a complication of lateral condensation can be reduced by the use of various condensation forces and spreader sizes should be investigated in the present study.
Ninety-six single rooted, caries free lower incisors with straight root canals were divided randomly into twelve groups. Micro- fractures were excluded by thorough control under a microscope and by transillumination. The clinical crowns were separated, following, the root canal was instrumented and the teeth were embedded into a special model for simulation of the periodontal ligament. All teeth were treated in a standardised manner by using the FlexMaster-System® (up to 02/60) and K-files (size 55 and 60). Lateral condensation was performed in three groups with condensation forces of 1, 3 or 5 kg using a STS- and a NiTi-spreader, respectively, with a size of 25 or 30. After storage of all teeth for 72 h the root fillings were stressed with a cone until fracture in a material testing machine (Zwick®). The maximal load (N) at fracture was recorded. Afterwards, the fracture lines were stained with methylene blue and classified.
No significant differences between groups were found. The recorded fracture loads (mean ± SD) were 321.5 ± 92.3 N (maximum 653.4 N; minimum 164.9 N) for the NiTi-spreader and 348.6 ± 117.7 N (maximum 654.6 N; minimum 159.6 N) for the STS-spreader.
For spreader with a size of 25 loads of 327.0 ± 101.1 N (maximum 654.6 N; minimum 159.6 N) were detected. The spreader with a size of 30 showed 343.1 ± 111,3 N (maximum 653.4 N; minimum 183.1 N).
Considering the different condensation forces 346.7 ± 113,0 N (maximum 651.4 N; minimum 165.0 N) for 1 kg, 353.2 ± 111.0 N (maximum 654.6 N; minimum 212.0 N) for 3 kg and 305.1 ± 89.4 N (maximum 492.6 N; minimum 159.6 N) for 5 kg were detected.
In conclusion, there is no indication that the use of NiTi-spreader in comparison to stainless steel spreader decreases the risk of vertical root fractures in straight root canals of lower jaw’s incisors as a complication of lateral condensation regarding condensation forces of 1, 3 and 5 kg.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand