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Kurz- und Langzeitergebnisse der chirurgischen Myokardrevaskularisation bei Patienten im Alter über 80 Jahren

Short and long-term outcomes in octogenarians after coronary artery bypass surgery

Sen, Bedriye


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82873
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8287/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Oktogenarien , Lebensqualität
Freie Schlagwörter (Englisch): octogenarian , quality of life
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Herz- Kinderherz-und Gefäßchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.07.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 12.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die durchgeführte Zweicenter-Studie basiert auf einer klinisch retrospektiven Datenanalyse. Wir evaluierten die Daten von insgesamt 3312 Patienten, die zwischen Januar/2004 und Dezember/2006 bei koronarer Gefäßerkrankung eine isolierte operative Myokardrevaskularisation erhielten. Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Risikofaktoren sich in der Patienten-Altersgruppe der Oktogenarien (7,2%, n=240) prägnant bei der chirurgischen Therapie von Herzerkrankungen herausstellen und den früh-postoperativen Verlauf (MACCE = 30 Tage-Letalität, Myokardinfarkt, Dialysepflichtigkeit, Schlaganfall) beeinflussen.
Zunächst wurden die präoperativen Risikofaktoren, die in die Berechnung des Euro-Score einfließen von 3072 Patienten unter 80 Jahre und 240 Patienten über 80 Jahre miteinander verglichen. Das Patientenalter (p=0,001), das Geschlecht (p<0,001), die Zeitspanne des präoperativ erlittenen Myokardinfarktes bis zur Operation (p=0,006), die präoperative, linksventrikuläre Pumpfunktion (p=0,04) und die Operationsdringlichkeit (p=0,001) waren signifikant unterschiedlich.
In einem weiteren Schritt wurde zum Vergleich der perioperativen Letalität zwischen Patienten unter 80 und über 80 Jahren mittels propensity score ein bezüglich der Begleiterkrankungen (bis auf Alter, Größe und Gewicht) ein weitgehend strukturgleiches Kollektiv mit 220 Patienten (mittleres Alter 82,34 ± 2,13) aus der Oktogenariengruppe und 376 Patienten (mittleres Alter 66 ,± 8,31) aus der jüngeren Patientengruppe erzeugt. Die prä-, peri- und postoperativen Daten wurden verglichen und analysiert.
Die 30 Tage-Letalität betrug für Oktogenarien 6,8 %, für die Kontrollgruppe 1,6 %. Mit Hilfe multivariater Analyseverfahren konnten das Patientenalter (Odds Ratio 2.78,95%CI:1.44-5.37,p=0,002) sowie die präoperativ eingeschränkte Nierenfunktion (Odds Ratio 2.44, 95% CI:1.29-4.63, p=0,006) als Risikofaktoren für MACCE identifiziert werden. Die postoperative Komplikationsrate war in der Patientengruppe der Oktogenarien höher; Die Beatmungsdauer (p<0,003), die Reintubationrate (p=0,004), Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation (p=0,005), sowie das Auftreten zerebrovaskuläre Ereignisse (p=0,008) zeigten im Vergleich mit der jüngeren Kontrollgruppe eine Signifikanz.
Mittels SF-12 Fragebogen wurden in einem mittleren Untersuchungszeitraum von 53 Monaten (min. 44 Monate - max.79 Monate) die Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität erhoben und ausgewertet. Patienten in der Oktogenariengruppe zeigten ein psychisches Summenskala von 48,44 ± 10,03 im Vergleich zur 50,42 ± 9,63 in der Kontrollgruppe. Die körperliche Summenskala betrug für Patienten in der Gruppe der Oktogenarien 37,62 ± 10,58 und in der Kontrollgruppe 42,37 ± 10,89.
Im Follow-up Zeitraum sind 24,9 % (n=51) der Oktogenarien vs. 11,4 % (n=42) der Patienten aus der Kontrollgruppe gestorben. Die Überlebensrate beträgt für Oktogenarien nach einem Jahr 94,47 % , nach drei Jahren 80,4 %.
87,9 % der befragten Oktogenarien berichteten von einer Verbesserung des klinischen Status im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Operation. 83,9 % gaben eine Behandlungszufriedenheit an und würden sich der Operation erneut unterziehen.
Sowohl die Früh- als auch die Spätletalität ist bei Patienten größer/gleich 80 Jahre in der Herzchirurgie im Gegensatz zu jüngeren Patienten erhöht. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität ist jedoch bei operierten betagten Patienten gut und mit der jüngeren Kontrollgruppe vergleichbar.
Kurzfassung auf Englisch: Objective: Coronary artery surgery in octogenarians is carried out in an increasing frequency. We tried to determine short and long-term outcome and quality of life after coronary artery surgery in this patient group.
Patients and methods: From 3312 patients undergoing an isolated CABG surgery in two centers in the years 2004 and 2006, 240 (7.2%) were older than 80 years (mean age 82.3 years, 57.1% male). The octogenarians were analyzed regarding perioperative major adverse cardiac and cerebrovascular events (MACCE), late mortality and health related quality of life (SF-12 questionnaire) and compared to younger patients (mean age 66.8 years, 61.4% male) using propensity-score matching. The mean follow-up time of 30-day survivors was 53 months, follow-up completeness 97.1%.
Results: The 30-day mortality rate was 6,8% (versus 1,6%). In the multivariate analysis, age was a risk factor for early death (OR 4.28, 95% CI: 1.59-11.53) and perioperative MACCE (OR 2.78, 95% CI:1.44-5.37). 1-year and 3-year survival was 94,5%, 81,4% in the octogenarians and 98%, 91,3% in the young group. 95.2% of the octogenarians lived alone, with a partner or with relatives, only 4.8% required permanent nursing care. 83.9% of the octogenarians would recommend surgery to their friends and relatives for relief of symptoms.
Conclusion: Octogenarians can undergo CABG surgery with an acceptable risk of early death. Though late mortality is high, late quality of life is comparable to that of younger patients.
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