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Überlebenszeitanalysen von Extensions- und überspannten Brücken : Eine retrospektive Longitudinalstudie

Schaaf, Dominique


Originalveröffentlichung: (2011) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.776 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82834
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8283/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinischen Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5805-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.06.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 12.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser retrospektiven Longitudinalstudie wurden an einem Patientenkollektiv über einen Zeitraum von 1997 bis Anfang 2008 die Überlebensrate so genannten festsitzenden „Risikokonstruktionen“ in Form von 41 überspannten Brücken und 71 Extensionsbrücken untersucht und mögliche Einflussfaktoren, die das Verlustrisiko erhöhen, identifiziert.
Diese Untersuchung stützte sich ausschließlich auf Daten von Patienten der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Im Patientenkontingent der überspannten Brücken (36 Patienten) machten die Männer in der Geschlechterverteilung den größeren Anteil aus. Der Altersdurchschnitt lag bei 55,05 Jahren. Die Mehrzahl der Brückenkonstruktionen war im Unterkiefer lokalisiert. Im Gegenkiefer war überwiegend festsitzender Zahnersatz vorhanden. In 53,7% der Fälle lag eine durch Schaltlücken unterbrochene Zahnreihe und in 46,3% eine einseitige oder doppelseitige Freiendsituation vor. Im Mittel wurden bei der Brückenkonstruktion 2 Zähne zur Verankerung verwendet.
Die durchschnittliche Verweildauer der überspannten Brücken wurde mit der Überlebenszeitanalyse nach Kaplan-Meier ermittelt. Bei der Bestimmung der Verlustrisiken fand die Hazard-Analyse ihre Anwendung. Die Signifikanzanalyse wurde mit dem Log-Rank-Test durchgeführt, wobei einheitlich ein Signifikanzniveau von 5% vorgegeben wurde.
Die durchschnittliche Überlebenszeit betrug 7,19 Jahre. Dabei fiel diese bei den Männern am höchsten aus. Die Unterkieferbrücken hielten länger als die im Oberkiefer lokalisierten Brücken. Bei einer Pfeileranzahl von „zwei“ pro Brückenkonstruktion lag die Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant höher als bei einer Verankerung von „drei und mehr“ Pfeilern. Die durchschnittliche Verweildauer fiel bei der Situation der Kennedy-Klasse III am höchsten aus, gefolgt von den Befunden der Klassen II und I. Im Falle einer festsitzenden Versorgung des Gegenkiefers ergab sich eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit der überspannten Brücken, als in Fällen mit herausnehmbarem oder keinem Zahnersatz (natürliche Bezahnung). Diese Ergebnisse erwiesen sich jedoch, bis auf die Anzahl der Pfeilerzähne, als nicht signifikant. Rezementierung sowie Defekte der Brückenverblendung machten Reparaturen notwen-dig. Bei 5,5% der Pfeilerzähne wurde eine Extraktion vorgenommen. Am Ende des Beobachtungszeitraumes war die Neuversorgung von 22% der beobachteten Fälle notwendig geworden. Gründe waren Gerüstbruch, Extraktion der Pfeilerzähne, technische Mängel der Konstruktion und Kronenrandkaries.

Die Untersuchungen im Rahmen der Extensionsbrücken führten zu ähnlichen Ergebnissen. Im Patientenkontingent (57 Patienten) überwogen jedoch die Frauen eindeutig mit 70,2% gegenüber den Männern. Der Altersdurchschnitt betrug dabei 52,04 Jahre. Die Lokalisation der Brücken war in ihrer Verteilung annähernd gleich. Die Gegenkieferbezahnung wurde überwiegend durch festsitzenden Zahnersatz dargestellt, gefolgt von herausnehmbarem und kein Zahnersatz. In 83,1% der Fälle lag eine einseitige und doppelseitige Freiendsituation vor, der Rest wurde durch die Kennedy-Klasse III dargestellt. Auch bei den Extensionsbrücken wur-den meist zwei Pfeilerzähne in die Konstruktion eingebunden.
Die mittlere Haltbarkeitsdauer der im Untersuchungskontingent vorhandenen Extensionsbrücken belief sich auf 9,39 Jahre. Es wurde in der Geschlechterverteilung eine mit 9,52 Jahren nicht signifikant höhere Überlebenswahrscheinlichkeit der Extensionsbrücken in der Gruppe der Männer, im Gegensatz zu den Frauen mit 9,33 Jahren festgestellt. In Abhängigkeit der Lokalisation zeigte sich im Unterkiefer eine signifikant höhere Verweildauer. Im Zusammenhang mit der Pfeileranzahl zeigte sich ebenfalls eine signifikant höhere mittlere Haltbarkeitsdauer zu Gunsten der Gruppe mit „zwei“ Pfeilerzähnen gegenüber den Konstruktionen mit „drei und mehr“ Pfeilern. Die Kennedy-Klasse III fiel auch bei den Extensionsbrücken am höchsten aus. Bei der Untersuchung der Überlebenszeit in Abhängigkeit der Gegenkieferbezahnung ergab sich die längste Verweildauer bei herausnehmbarem Zahnersatz, gefolgt von keinem und schließlich festsitzendem Zahnersatz. In der mittleren Haltbarkeitsdauer zeigte sich eine höhere Überlebensdauer der distalen Extensionsbrücken. Diese Ergebnisse erwiesen sich jedoch, bis auf die Lokalisation und die Anzahl der Pfeilerzähne, als nicht signifikant. Im Kontingent der Extensionsbrücken mussten im Laufe der Untersuchung ebenfalls Pfeilerzähne extrahiert (3,4%) werden. Reparaturen wurden aufgrund von Rezementierungen, Verblendschäden und Löchern im Gerüst vorgenommen. In 22,5% wurden letzten Endes Neuanfertigungen nötig. Ursache waren Extraktionen der Pfeilerzähne, Bruch des Brückengerüstes, mangelnde technische Ausführungen der Konstruktion, parodontale und endodontale Komplikationen sowie Kronenrandkaries.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this clinical study was to evaluate the long-term survival of 41 extended bridges who don´t meet Ante´s law and 71 cantilever fixed partial dentures, the number of abutment teeth, the influencing factors on survival as well as the type of number and necessary treat-ments during the observation period.
The study is based on the data of 36 (extended bridges) and 57 patients (cantilever fixed partial dentures) who had received 41 extended bridges and 71 cantilever fixed partial dentures from 1997-2007 in the Justus-Liebig University of Giessen. The mean age of the patients was 55.05 years (extended bridges) and 52.04 years (cantilever fixed partial dentures). The mean observation period was 3.19 ± 0.08 years (maximum 10.62) for the extended bridges and 3.09 ± 0.31 (maximum 10 years) for the cantilever fixed partial dentures. Only patients with complete data sets were included in the study. The influence of patient´s gender, location of denture (upper/lower jaw), number of abutment teeth, their distribution (Kennedy-class) the dentition in the opposing jaw (removable dentures, fixed partial dentures or natural dentition), position of the cantilever pontic (mesial/distal) were analysed. Statistical Analysis was performed using a Kaplan-Meier-method (p<0.05) in combination with a Cox regression.
The mean survival time of the extended bridges was 7.19 years and 9.39 years of the cantilever fixed partial dentures. During the observation period 22.0% of the extended bridges and 22.5% of the cantilever fixed partial dentures ceased functioning. Reasons for failure were material fractures, extraction or caries of the abutment teeth as well as periodontal and endodontic diseases. 5.5% of the abutment teeth of the extended bridges and 3.4% of the cantilever fixed partial dentures were extracted. Significant differences in the survival rates were found for “2” abutment teeth for all of the analysed bridges (p<0.05) and for the restaurations in the lower jaw in the extended bridges group (p<0.05).
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