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Improvement of varietal aroma in grape and tropical fruit wines by optimal choice of yeasts and nutrient supplements

Verbesserung des Sortenaromas in Trauben- und tropischen Fruchtweinen durch optimale Wahl der Hefen und des Zusatzes von Nährstoffen

Srisamatthakarn, Pattharaporn


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82701
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8270/

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Freie Schlagwörter (Englisch): Passiflora edulis Sims f. flavicarpa Degner , yellow passion fruit , fruit wine , Saccharomyces yeast
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institute of Nutritional Sciences, Geisenheim Research Center
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.01.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 12.08.2011
Kurzfassung auf Englisch: The main objective of this study was to improve fermentation of yellow passion fruit (YPF) juice by an adequate choice of commercial Saccharomyces (S.) yeast strains and nutrient supplements. Comprehensive information has been gathered on the basis of the experimental results obtained from the research on grape wines of the varieties Scheurebe and Sauvignon blanc. The optimal choice of commercial Saccharomyces yeast strains and nutrient supplementations in YPF juice was studied in detail based on the results, which were obtained from grape wines.
YPF puree was used for fermentation trials. The puree has a high acidity (4.0-5.5 % citric acid). Therefore, it was diluted by the addition of water and then this prepared YPF juice showed a lower amino nitrogen level. Consequently, there is a need for nutrient supplementation, because nitrogen deficiencies are linked to slow and sluggish fermentations and the formation of SO2-binding compounds and reduced sulphur compounds.
The prepared YPF juices were fermented at 20 °C under controlled conditions and the fermentation characteristics, fermentation-derived and varietal aromas which impact YPF wine quality were investigated. In order to select adequate commercial yeast strains for the improvement of YPF wine, 14 Saccharomyces yeast strains were examined. The results revealed that when 0.5 g L-1 diammonium hydrogen phosphate (DAP) was added as sole source of nitrogen in the YPF juice, three S. cerevisiae (var. bayanus) strains, two S. cerevisiae strains and two Saccharomyces spp. strains seemed to be an optimal choice for the YPF wine production.
Two S. cerevisiae (var. bayanus) strains, three S. cerevisiae strains and one Saccharomyces spp. strain were then selected to study the yeast fermentation behaviour and the production of metabolic compounds as well as volatile thiols, which contribute to the varietal aroma of YPF wines. In addition, different nutrient supplements were tested to select an appropriate nitrogen source and concentration. The results clearly showed that nutrient supplements like the nutrient mixtures of DAP and thiamine (NM1) as well as DAP, thiamine and yeast cell walls (NM2) at the levels normally recommended for grape wine production (0.4-0.5 g L-1) were the best nutrient condition to improve the fermentation characteristics and the formation of desirable non-volatile and volatile compounds in the YPF wines for most yeast strains mentioned above.
The results also showed that one strain of S. cerevisiae (var. bayanus) with the addition of 0.25 g L-1 DAP and 0.5 g L-1 NM1 tended to a higher production of varietal volatile thiols, 3-sulphanylhexanol (3SH) and acetic acid 3-sulphanylhexyl ester (3SHA). Nevertheless, it has to be taken into account that DAP addition resulted in excessive formation of keto acids by one S. cerevisiae strain. The other strain of S. cerevisiae (var. bayanus) also formed the highest amounts of 3SHA in the variant with 0.5 g L-1 NM1 treatment. One S. cerevisiae strain with the addition of NM1 and NM2 at 0.4 g L-1 also produced the YPF wines having the greatest concentration of 3SH. Neither the yeast strains nor the nutrient sources influenced the amount of 3SHA in YPF wines. Concentrations of 3SH and 3SHA were quite beyond their aroma threshold value contributing to typical varietal aromas.
It can be concluded that certain yeast strains and optimal nutrient supplementations had a great impact on successful YPF wine fermentation, minimizing the formation of SO2-binding and undesirable volatile sulphur compounds and improving desirable aroma compounds in final YPF wine products. Nevertheless, the choice of nutrient supplements and their concentrations is yeast strain-dependent.
This study has an important implication for the YPF wine as well as for the tropical fruit winemaking industry, particularly in Thailand, where a better understanding of the nutritional requirements of Saccharomyces yeast is necessary to reduce fermentation problems and to improve the final product quality. It is worthwhile pointing out that this work is an interesting new observation for the YPF wine fermentation, although the fermentation trials were only done in the laboratory scale. Nevertheless, further studies for a better understanding of the effect of nutrient supplementation on yeast metabolic products as well as sensory properties is still required in both the laboratory and pilot scale.
Kurzfassung auf Deutsch: Hauptziel dieser Studie bestand darin, die Vergärung von gelbem Passionsfruchtsaft (GPF) durch eine geeignete Auswahl kommerzieller Hefestämme der Gattung Saccharomyces (S.) und Zugabe von Nährstoffpräparaten zu verbessern. Umfangreiche Informationen wurden basierend auf experimentellen Ergebnissen aus der Untersuchung von Weinen der Rebsorten Scheurebe und Sauvignon blanc erhalten. Die optimale Wahl kommerzieller Saccharomyces Hefestämme und die Zugabe von Nährstoffpräparaten wurden für GPF, basierend auf den Ergebnissen, die bei der Gärung von Wein aus Trauben gewonnen wurden, untersucht.
GPF-Püree wurde für die Gärversuche genutzt. Dieses Püree wies einen hohen Säureanteil auf (4,0 – 5,5 % Zitronensäure). Aus diesem Grund wurde es durch Zugabe von Wasser verdünnt, wodurch der hergestellte gelbe Passionsfruchtsaft einen geringeren Gehalt an Amin-Stickstoff erhielt. Folglich besteht die Notwendigkeit der Nährstoffzugabe, da Stickstoffdefizite mit langsamen und schleppenden Gärungen und der Bildung von SO2-bindenden Substanzen und unerwünschten flüchtigen schwefelhaltige Substanzen, die ‚reduktive Noten‘ in Weinen auslösen, in Verbindung gebracht werden.
Die vorbereiteten gelben Passionsfruchtsäfte wurden unter kontrollierten Bedingungen bei 20 °C vergoren und die Gäreigenschaften, sowie die gärungsabhängigen als auch die sortentypischen Aromastoffe, welche die GPF-Weinqualität beeinflussen, wurden analysiert. Um adäquate kommerzielle Hefestämme für die Verbesserung des gelben Passionsfruchtweins auszuwählen, wurden 14 Saccharomyces Stämme untersucht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass bei einer Zugabe von 0,5 g L-1 Diammoniumhydrogenphosphat (DAP) als einzige Stickstoffquelle im GPF, sich drei S. cerevisiae (var. bayanus), zwei S. cerevisiae und zwei Saccharomyces spp. Stämme als geeignet erwiesen.
Zwei S. cerevisiae (var. bayanus), drei S. cerevisiae Stämme und ein Saccharomyces spp. Stamm wurden daraufhin ausgewählt, um das Gärverhalten und die Produktion von Stoffwechselprodukten als auch die der sortentypischen Thiole im GPF-Wein zu untersuchen. Zusätzlich wurden verschiedene Nährstoffzugaben getestet, um eine angemessene Stickstoffquelle und -konzentration zu definieren. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Nährstoffzugaben wie die Nährstoffmischungen von DAP und Thiamin (NM1) als auch von DAP, Thiamin und Hefezellwänden (NM2) in den Konzentrationen, die normalerweise für die Herstellung von Wein aus Trauben empfohlen werden (0,4-0,5 g L-1), die besten Nährstoffbedingungen darstellten, um das Gärverhalten und die Bildung von erwünschten nicht flüchtigen und flüchtigen Komponenten für die meisten der oben genannten Hefestämme im GPF-Wein zu verbessern.
Die Ergebnisse zeigten auch, dass ein S. cerevisiae (var. bayanus) Stamm zu starker Bildung der sortentypischen Thiole, 3-Sulphanylhexanol (3SH) und Essigsäure-3-sulphanylhexylester (3SHA), nach Zugabe von 0,25 g L-1 und 0,5 g L-1 NM1, neigte. Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass bei einem der Stämme die Zugabe von DAP eine erhöhte Bildung an Ketosäuren hervorrief. Der andere S. cerevisiae (var. bayanus) Stamm bildete ebenfalls die höchsten Mengen an 3SHA in der Variante mit 0,5 g L-1 NM1. Einer der S. cerevisiae Stämme produzierte bei der Zugabe von 0,4 g L-1 NM1 und NM2 die GPF-Weine mit dem höchsten Gehalt an 3SH. Der 3SHA-Gehalt im GPF-Wein konnte weder durch die Hefestämme noch durch die Nährstoffquellen beeinflusst werden. Die Konzentrationen an 3SH und 3SHA befanden sich weit über dem Aromaschwellenwert und trugen zum typischen Sortenaroma bei.
Fazit ist, dass gewisse Hefestämme und optimale Nährstoffzugaben einen großen Einfluss auf eine erfolgreiche GPF-Weinherstellung haben, indem die Bildung von SO2-bindenden Substanzen und unerwünschter schwefelhaltiger Komponenten minimiert und die Produktion erwünschter Aromastoffe im GPF-Wein verstärkt wird. Dennoch ist die Wahl von Nährstoffzusätzen und deren Konzentration hefestammabhängig.
Die Forschungsarbeit hat weitreichende Auswirkungen auf die GPF-Weinindustrie sowie die tropische Fruchtweinindustrie, besonders in Thailand, wo ein besseres Verständnis der Nährstoffbedürfnisse von Saccharomyces Hefen notwendig ist, um Gärprobleme zu vermindern und die Qualität des Endproduktes zu verbessern. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Studie neue Erkenntnisse in Bezug auf die GPF-Vergärung zulässt, auch wenn die Versuche nur im Labormaßstab durchgeführt wurden. Nichtsdestotrotz sind weitere Untersuchungen im Labor- als auch im Pilotmaßstab erforderlich, um ein besseres Verständnis des Einflusses von Nährstoffzugaben auf die Bildung von Hefestoffwechselprodukten sowie auf die sensorischen Eigenschaften zu erhalten.

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