Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Vergleich einer simultanen GnRH Analogon/Prostaglandin F2alpha-Behandlung mit einer zeitlich versetzten Prostaglandin F2alpha/GnRH-Analogon-Gabe bei Milchkühen mit Azyklie und Ovarialzysten

Comparison of a simultaneous GnRH analogue/PGF2alpha treatment with a conventional GnRH analogue/PGF2alpha-application, where both drugs are given at intervals of seven days, in acyclic dairy cows and dairy cows with ovarian cysts

Thumann, Hauke


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (885 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82259
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8225/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Freie Schlagwörter (Deutsch): Azyklie , Ovarialzysten , Prostaglandin F2alpha , GnRH , Milchkuh
Freie Schlagwörter (Englisch): acyclic cows , ovarian cysts , Prostaglandin F2alpha , GnRH, dairy cows
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.06.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 04.07.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel bei Milchkühen mit Ovarialzysten oder Azyklie ohne zystische Funktionskörper auf den Eierstöcken, die gleichzeitige GnRH Analogon/Prostaglandin F2-Behandlung (Gruppe 1) mit der konventionellen GnRH-Analogon/Prostaglandin F2-Applikation (Gruppe 2) im Abstand von sieben Tagen hinsichtlich des Brunstinduktionserfolges, des Zeitpunktes der Brunst und der Trächtigkeitsrate zu vergleichen. Des Weiteren wurde geprüft, ob verschiedene Milchparameter, das Alter, der Abstand zur letzten Geburt, die Laktationszahl und der Body Condition Score einen Einfluss auf das Auftreten von Brunstsymptomen, den Zeitpunkt der Brunst und die Trächtigkeitsrate ausüben.
In die Studie wurden 180 Kühe der Rasse Holstein-Friesian und Holstein Friesian/Jersey-Kreuzung einbezogen, die bis zum 65. Tag post partum keine Anzeichen von Brunst zeigten, bei denen keine Besamung zwischen der Geburt und dem Tag der Erstvorstellung durchgeführt wurde und die am Tag der Erstvorstellung keine Erkrankungen des Uterus aufwiesen. Des Weiteren durften keine Störungen des Allgemeinbefindens und keine Erkrankungen von der Abkalbung bis zum Vorstellungszeitpunkt vorliegen.
Die Kühe wurden am Tag der Vorstellung nach klinischer Untersuchung und Feststellung, dass sie die Einschlusskriterien erfüllen, entsprechend der Gruppenzugehörigkeit behandelt.
Am Tag der Erstvorstellung und am 7. Tag nach der Behandlung wurde zur Progesteronbestimmung eine Milchprobe vor dem Melken gewonnen.

Folgende relevanten Ergebnisse wurden erzielt:
Die Anzahl brünstiger Tiere zwischen beiden Gruppen ist statistisch signifikant different (p = 0,001). So wurden von den Kühen aus Gruppe 2 64 %, von den Kühen aus Gruppe 1 nur 37,4 % brünstig. Der Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich des Zeitpunktes des Auftretens von Brunstsymptomen ist ebenfalls statistisch signifikant (p = 0,018). Bei den Kühen der Gruppe 2 trat die Brunst durchschnittlich 7,8 Tage nach der Erstbehandlung auf, während sie bei den Kühen der Gruppe 1 schon mit 6 Tagen auftrat.
Der Unterschied der Anzahl der trächtigen Tiere war mit 11 Tieren (Trächtigkeitsrate 32,4 %) in der Gruppe 1 und 13 Tieren (Trächtigkeitsrate 22,8 %) in der Gruppe 2 nicht signifikant (p = 0,451). Inklusive der nicht in die Brunst gekommenen Tiere sind in der Gruppe 1 12,1 % und in der Gruppe 2 14,6 % der Tiere trächtig geworden.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich mit dem Protokoll einer gleichzeitigen GnRH-Analogon/Prostaglandin F2-Behandlung zwar eine Brunst induzieren lässt, es jedoch dem Protokoll einer konventionellen GnRH-Analogon/Prostaglandin F2-Applikation im Abstand von sieben Tagen hinsichtlich der Anzahl der induzierten Brunsten unterlegen ist. Unterschiede in der Trächtigkeitsrate bestehen zwischen den Behandlungsprotokollen jedoch nicht.
Weiterhin konnte gezeigt werden, dass es einige tierindividuelle Faktoren gibt, die Einfluss auf den Behandlungserfolg ausüben können.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to compare a protocol of a simultaneous GnRH analogue/PGF2alpha treatment (group 1) with a conventional GnRH analogue/PGF2alpha-application (group 2), where both drugs are given at intervals of seven days, regarding the success rate of oestrus induction, the time of oestrus onset and the pregnancy rate in acyclic dairy cows and dairy cows with ovarian cysts. To this end, various milk parameters, animal age, number of days postpartum, lactation number and body condition score were evaluated.
The study comprised data on 180 Holstein-Friesian and Holstein Friesian/Jersey cross cows which had not shown any signs of oestrus until day 65 postpartum, had not been rebred since calving and had no uterine diseases upon examination.
Additionally, all cows had to be free from general health problems and peripartum diseases to be included in this study.
In compliance with these inclusion criteria, the study cows were randomly allocated to two treatment groups and treated according to the group protocol.
For the determination of the progesterone level, a milk sample was collected before milking on the day of treatment and on day 7 after treatment.

Following relevant results could be achieved:
There is a statistically significant difference (p = 0.001) regarding the number of cows in heat between treatment groups. While in group 2 64 % of the cows came in heat, it were only 37.4 % in group 1. The difference between both groups concerning the time of oestrus onset also is statistically significant (p = 0.018). Cows in group 2 came in heat 7.8 days after first day of treatment, while it took cows in group 1 only 6 days.
With 11 animals in group 1 (pregnancy rate 32.4 %) and 13 animals in group 2 (pregnancy rate 22.8 %), the difference in the number of pregnant animals between treatment groups was not significant (p = 0.451). Including those animals that did not get in heat after treatment, 12.1 % of the cows in group 1 and 14.1 % of the animals in group 2 got pregnant.

I conclude from the data presented herein that the protocol of a simultaneous GnRH analogue/PGF2alpha treatment can induce oestrus; but is inferior to the conventional GnRH-analogue/PGF2alpha-application method at intervals of seven days in regard to the number of oestrus inductions. Differences in the pregnancy rates between both treatment groups do not exist.
Furthermore, it could be shown that individual animal factors exist which can have an influence on the success of the treatment.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand