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Das Akute Abdomen beim Kleintier aus chirurgischer Sicht : Eine retrospektive Studie von 2000- 2005

Günther, Charlotte Stefanie


Originalveröffentlichung: (2011) Giessen : VVB Laufersweiler
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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82226
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8222/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Chirurgie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5776-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.06.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 01.07.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Das Akute Abdomen bezeichnet einen akut bedrohlichen Zustand mit starken (progredienten) Bauchschmerzen, der wegen der Tendenz zur raschen Verschlimmerung der unverzüglichen Abklärung bedarf. Bei der Diagnosestellung ist neben dem klinischen Bild die Bildgebung von größter Bedeutung. Das Röntgen und der Ultraschall zählen hier zu den wichtigsten Verfahren.
Nach Kenntnis der Autorin ist diese Studie die erste in der veterinärmedizinischen Literatur, die die Gesamtheit aller akuten Abdomen (n=1251) bei Hund und Katze in einer chirurgischen Klinik über einen Zeitraum von sechs Jahren untersucht.
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Ätiologie der chirurgisch versorgten akuten Abdomen bei Hund und Katze in dem Zeitraum von 2000 bis 2005 im Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere (Chirurgie) der Justus Liebig Universität Gießen, zu geben.
Im Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere (Chirurgie) der Justus Liebig Universität Gießen werden jährlich ca. 5900 ambulante und ca. 1300 stationäre Patienten behandelt. Es werden jährlich durchschnittlich 208 Patienten mit einem akuten Abdomen vorgestellt und therapiert. Dies bedeutet, dass mit 13% bis 17% Tiere mit einem akuten Abdomen einen nicht unerheblichen Anteil der stationären Patienten in der Chirurgie am Gesamtaufkommen ausmachen. In dem genannten Zeitraum werden 942 Hunde und 309 Katzen mit einem akuten Abdomen vorgestellt.
Mit 63,1% (n=790) ist das männliche Geschlecht bei beiden Tierarten häufiger betroffen. Die Altersverteilung der Patienten reicht vom Welpenalter (2,4 Monate) bis zum geriatrischen Patienten (19 Jahre). Bei Hund und Katze werden vor allem Tiere unter 3 Jahren vorgestellt.
Bei der Katze nimmt die Patientenzahl in den folgenden Alterskategorien stetig ab, wohingegen beim Hund auch nicht selten Tiere in einem höheren Alter (7-9 Jahre) betroffen sind. In der vorliegenden Arbeit haben die Katzen ein Durchschnittsgewicht von 4,7 ± 1,6 Kilogramm Körpermasse, die Hunde ein Durchschnittsgewicht von 29,9 ± 13,9 Kilogramm Körpermasse. Bei der Gewichtsklassenverteilung der Hunde zeigt sich, dass die mittelgroßen bis großen Individuen vorrangig betroffen sind. Die mehrfaktorielle Varianzanalyse zeigt, dass das Gewicht beim Hund in den Organkomplexgruppen des Gastrointestinaltraktes, der Milzerkrankungen und bei Pankreaserkrankungen eine mit p≤ 0,05 statistisch signifikant große Rolle spielt. Bei der Katze liegt lediglich im Urogenitaltrakt eine Signifikanz vor. Die Signifikanzen bei den Hunden lassen sich damit erklären, dass vor allem große Rassen einen sehr hohen Anteil an Gastrointestinaltrakterkrankungen (z.B. Torsio ventriculi) haben und auch die Milzerkrankungen vorrangig bei den mittelgroßen bis großen Rassen vorkommen. Bei den Katzen zeigt sich, dass v.a. übergewichtige Tiere an FLUTD erkranken.
Bei der Rasseverteilung sind beim Hund in 15,4% (n=145) Deutsche Schäferhunde, der Labrador Retriever (6,2%) und der Berner Sennenhund (4,8%) betroffen. In 74,1% (n=229) der Fälle ist die Rasse Europäisch Kurzhaar bei den Katzen von einem akuten Abdomen betroffen. Alle anderen Rassekatzen liegen in ihrer Häufigkeit unter 4%.
In dem untersuchten Zeitraum von sechs Jahren wird bei 74,1% (n=927) der Patienten zumindest eine Laparotomie durchgeführt. Während 78% (n=738) der Hunde einen operativen Eingriff in der Bauchhöhle erhalten, ist dies bei der Katze in 61,8% (n=189) der Fall. Die Aufsplittung der speziellen operativen Maßnahmen zeigt, dass die Eingriffe am Gastrointestinaltrakt (Gastrotomie, Enterotomie, mehrfach Enterotomie und Enterektomie) mit 178 Fällen (19,2%) die größte Gruppe darstellen. An zweiter Stelle rangiert mit 134 (14,4%) die Laparozystotomie und an dritter Stelle die Milzexstirpation (121 Tiere [13%]).
Die Anamnesezeit der Patienten zeigt, dass Hunde im Median mit einem Tag eine kürzere Anamnesedauer haben als Katzen mit zwei Tagen. Dies lässt sich auf die Gesamtheit der Erkrankungen dadurch erklären, dass bei den Hunden die größte Untergruppe – Patienten mit einer Torsio ventriculi (n=257) - eine sehr kurze Anamnesedauer von ø 6 Stunden hat. Eine ebenfalls kurze Dauer der klinischen Symptome von mehreren Stunden zeigen sonst nur Hunde mit einer Dilatatio ventriculi (ø 11 Stunden) und einem Volvulus nodosus (ø 16 Stunden). Alle anderen gastrointestinalen Erkrankungen (Ileus, Invagination, Neoplasie) zeigen im Durchschnitt bei Hund und Katze Anamnesedauern von mehreren Tagen (4-6 Tage). Auch in den anderen Organkomplexen (Urogenitaltrakt, Milz, hepatobiliäres System, sonstige Erkrankungen) werden Anamnesedauern von durchschnittlich 1-3 Tagen dokumentiert. Bei der Evaluierung der Aufenthaltsdauer der Patienten in der Klinik zeigt sich, dass ein Unterschied zwischen den Tierarten vorliegt. Nach Ausschluss der verstorbenen bzw. euthanasierten Tiere weisen die Hunde im Median mit fünf Tagen eine kürzere Aufenthaltsdauer als die Katzen mit sieben Tagen auf.
Das Allgemeinbefinden der Patienten bei Vorstellung ist ein entscheidender Faktor für die Prognose und die Überlebensrate der Patienten. Die Auswertung zeigt, dass die mittelgradig (38,6% [n=462]) und hochgradig (22,2% [n=266]) gestörten Tiere zusammengefasst 60,9% der Patienten (n=728) ausmachen. Damit hat ein Großteil der vorgestellten Tiere eine kritische Herz- Kreislaufsituation. Die Differenzierung zwischen Hund und Katze zeigt, dass Katzen insgesamt mit einem stabileren Allgemeinbefinden vorgestellt werden. Die Kategorie der mittel- und hochgradig gestörten Tiere liegt bei den Katzen mit 44,1% (n=131) niedriger als bei den Hunden mit 66,5% (n=597). Es kann in der statistischen Auswertung der vorliegenden Arbeit gezeigt werden, dass bei beiden Tierarten der Grad des Allgemeinbefindens hochsignifikant mit der Mortalitätsrate dahingehend korreliert, dass je schlechter das Allgemeinbefinden des Tieres, desto größer ist die Mortalitätsrate.
Die Gesamtmortalitätsrate der untersuchten Patienten liegt bei 33,7%.
Hunde haben mit 37,5% (n=336) eine wesentlich höhere Mortalitätsrate als die Katze mit 22,1% (n=66). Eine wichtige Rolle spielen die onkologischen Erkrankungen, die mit 26,4% (n=331) ¼ des Patientengutes ausmachen. Bei den nicht tumorassoziierten Erkrankungen liegt die Überlebensrate mit 74% (n=685) deutlich höher als in der Gruppe der onkologischen Patienten mit 32 % (n=107).

Die vorliegenden Daten zeigen, dass bei der Verteilung der Organkomplexhäufigkeit zwischen Hund und Katze Unterschiede bestehen. Während beim Hund der Gastrointestinaltrakt (49,3%; [n=465]) den ersten Rang einnimmt, liegt bei der Katze der Harntrakt (50,8%, [n=157]) an erster Stelle als auslösende Erkrankung für ein akutes Abdomen. Auf dem zweiten Rang befindet sich beim Hund der Erkrankungskomplex der Milz (18,8%; [n=177]) und bei der Katze der Gastrointestinaltrakt (23,6%; [n=73]).
Von allen Erkrankungen ist die Torsio ventriculi des Hundes mit 20,5% (n=257) die häufigste Erkrankung, die zu einem akuten Abdomen geführt hat. Es kann ein signifikanter Einfluss der Dauer der Erkrankung und dem daraus resultierenden Allgemeinbefinden auf die Mortalitätsrate gesehen werden. Eine überraschend hohe Mortalitätsrate von 25% (n=4) kann bei der Dilatatio ventriculi gesehen werden. Weitere Auffälligkeiten im Gastrointestinaltrakt sind bei der Darminvagination vorhanden. Bei den Katzen ist die Maine Coon Katze mit 66,6% (n=6) deutlich prädisponiert und im Tierartenvergleich weist der Hund mit einer Mortalitätsrate von 25% (n=6) eine deutlich schlechtere Prognose als die Katze mit 12,5% (n=1) auf. Bei den Fremdkörper induzierten Ileuserkrankungen bei Hund und Katze ist das Durchschnittsalter der Katzen (3,5 Jahre) deutlich jünger als bei den Hunden (5,1 Jahre). Als Ursache wird bei den Katzen in 30,5% (n=11) ein fadenförmiger Fremdkörper dokumentiert, wohingegen bei den Hunden fast ausschließlich solitäre Fremdkörper gefunden werden. Die Mortalitätsrate ist bei beiden Tierarten ähnlich (Hund [13,8%] und Katze [11,1%]). Den progressivsten Krankheitsverlauf und die höchste Mortalitätsrate aller gastrointestinalen Erkrankungen weist der Volvulus nodosus des Hundes auf. Mit 50% (n=8) wird eine Prädisposition für den meist männlichen Deutschen Schäferhund gesehen. Die Mortalitätsrate liegt bei 81,2% (n=13).
Pankreasabszesse bzw. Pankreastumoren, die zu akuten Abdomen geführt haben, werden nur beim Hund (n=18) gesehen. Der Pudel (n=4) ist überdurchschnittlich häufig betroffen. Die Mortalitätsrate des Erkrankungskomplexes liegt bei mindestens 50% (n=9).
Der Urogenitaltrakt stellt hinter dem Gastrointestinaltrakt den zweitwichtigsten Erkrankungskomplex dar und weist mit > 80% eine Prädisposition für männliche Tiere auf.
Die Urolithiasis macht 7% (n=88) aller akuten Abdomen bei Hund und Katze aus und zeigt eine Prädisposition für kleine und mittelgroße Rassen (Dackel, Mops, Yorkshire Terrier, Mittelschnauzer). Bezüglich der Mortalitätsrate fällt auf, dass die Katze (9,5%) eine höhere Mortalitätsrate als der Hund (5,9%) hat. Der Feline Lower Urinary Tract Disease (FLUTD) Komplex ist mit 46,3% (n=143) die häufigste Erkrankung bei der Katze mit akutem Abdomen. Mit 97,9% (n=140) sind vorrangig männliche Individuen betroffen. Aus der gesamten Gruppe sind 10,5% (n=15) der Patienten verstorben bzw. euthanasiert. Die Gruppe mit alleiniger Urohydropropulsion und Kathetermanagement weist die höchste Mortalitätsrate (16,6%) auf, gefolgt von den Patienten mit zusätzlicher Laparozystotomie (3,5%). In der Patientengruppe mit perinealer Urethrostomie ist kein Todesfall dokumentiert. Traumatische Läsionen (n=17) mit Leckagen des Harntraktes haben bei der Mehrzahl der Hunde einen iatrogenen Grund (n=6) und bei der Katze vorrangig Unfälle (n=4) als Ursache. Bei beiden Tierarten liegt die Mortalitätsrate zwischen 42%-45%. Bei den Erkrankungen des männlichen Geschlechtsapparates (n=28) werden nur Hunde aufgeführt, die Mehrzahl der Patienten hat mit 57,1% (n=16) einen Prostatatumor, gefolgt vom Prostataabszess (28,5%; [n=8]) und Prostatazysten (14,2%; [n=4]). Es fällt auf, dass die Mehrzahl der Rüden in dieser Studi,e sowohl bei den Prostataabszessen/-zysten als auch bei den Prostatatumoren mit 58,3% (n=7) bzw. 56,2% (n=9) kastriert ist. Die Mortalitätsrate der Patienten mit Prostataabszessen/-zysten liegt bei 25% (n=3).
Im Komplex der Milzerkrankungen können vor allem Neoplasien, Torsionen oder traumatische Rupturen als Ursache gesehen werden. Von den 178 Fällen, in denen die Milz am akuten Abdomen beteiligt ist, sind in 177 Fällen Hunde betroffen. Lediglich in einem Fall liegt ein akutes Abdomen bei der Katze aufgrund einer traumatischen Milzruptur vor.
Die größte Gruppe machen die Milzneoplasien (72,8%; [n=129]) aus. Hier wird ein deutlicher Anstieg der Mortalitätsrate von 6,6% auf 24,3% bei einem zusätzlichen Hämaskos gesehen. Maligne Tumoren liegen bei 69% (n=37) vor, wobei das maligne Hämangiosarkom mit 89,2% (n=33) am häufigsten vorkommt. Mit 69% (n=23) ist der Deutsche Schäferhund für das maligne Hämangiosarkom prädisponiert. Allerdings werden in der vorliegenden Studie auch ⅓ benigne Milzveränderungen (30,1%, [n=16]) diagnostiziert. Bei der isolierten Milztorsion (n=15) werden in der Arbeit vorrangig männliche (n=10) Individuen großer Rassen dokumentiert. Mit 26,6% (n=4) kommt der DSH gehäuft vor. Bei keinem der Patienten wird eine neoplastische Entartung der Milz diagnostiziert und die Überlebensrate liegt bei 86,6%.
Bei den Erkrankungen der Leber (Lebertumoren (n=45), Leberabszessen (n=5) und Leberlappentorsionen (n=3)) beim Hund wird in der vorliegenden Studie im Vergleich zur Literatur bei den Tumoren ein gehäuftes Vorkommen bei Retrieverhunden (n=6) gesehen. Auch in diesem Organkomplex weist das Vorhandensein eines Hämaskos mit 12,5% Überlebensrate ein schlechteres Ergebnis als die Vergleichsgruppe ohne Begleithämaskos mit einer Überlebensrate von 30,7% auf. Mit 62,5% (n=10) kommt das hepatozelluläre Karzinom am häufigsten vor. Bei den Katzen sind sechs Patienten von Lebertumoren betroffen. In vier Fällen zeigen diese bereits eine Metastasierung in andere Organe. Drei Patienten werden bereits in der Klinik euthanasiert, die restlichen Tiere werden zur Euthanasie beim Haustierarzt entlassen. Die Gruppe der Leberlappentorsionen bzw. Leberlappenabszesse kommt nur beim Hund vor und zeigt, dass bei sechs Patienten bereits entweder eine generalisierte Hepatitis bzw. Peritonitis vorliegt und deshalb auf Wunsch der Besitzer euthanasiert werden. Bei den Leberabszessen überlebt ein Hund, aus der Gruppe der Leberlappentorsionen kein Patient.
Bei den perforierenden (n=17; [Hd=11, Ktz=6]) und nicht-perforierenden Bauchwandverletzungen bzw. die Peritonealhöhle begrenzenden Strukturen (n=62; [Hd=15, Ktz=47]) zeigen sich vor allem junge Tiere (ø 2 Jahre) bei Hund und Katze betroffen. Während beim Hund ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen beiden Gruppen vorliegt, sind bei der Katze traumatisch bedingte, nicht-perforierende Läsionen mit 89% (n=47) am häufigsten. Während die Mortalitätsrate bei den perforierenden Bauchwandverletzungen bei der Katze mit 33,3% (n=2) knapp über der des Hundes mit 27,3% (n=3) liegt, ist die Differenz in der anderen Gruppe größer. Hier liegt der Hund bei den nicht-perforierenden bzw. die Peritonealhöhle begrenzenden Strukturen mit einer Mortalitätsrate von 26,6% (n=4) deutlich über der Katze mit 14,9% (n=7).
Unter dem Begriff „sonstige Erkrankungen“ ist eine heterogene Gruppe an Erkrankungen unterschiedlicher Ätiologie, die zu einem akuten Abdomen geführt haben, zusammengefasst. Neben intraabdominalen Tumoren, bei denen keine genaue Organzuordnung möglich ist (n=33; [Hd=31, Ktz=2]), abszedierten intraabdominalen Lymphknoten (n=5 [Hd]), rupturierten Nebennierentumoren (n=3 [Hd]) liegt zusätzlich bei 50 Patienten (Hd=42; Ktz=8) eine generalisierte Peritonitis unterschiedlicher Ursache vor. Bei den Tumoren unbekannter Ätiologie erhalten 45,5% (n=15) einen operativen Eingriff. Die Mortalitätsrate liegt bei 78,8%. Bei den Patienten mit generalisierter Peritonitis ist in beiden Tierarten (Hd=24; Ktz=4) der Gastrointestinaltrakt die häufigste Ursache. Die Mortalitätsrate liegt beim Hund bei 69% und bei der Katze bei 75%. Die restlichen zwei Gruppen zeigen aufgrund der zum Teil geringen Fallzahlen keine speziellen Prädispositionen. Insgesamt weisen sie hohe Mortalitätsraten auf.

Unter dem Begriff „akutes Abdomen“ bei Hund Katze werden eine Vielzahl an Erkrankungen unterschiedlicher Ätiologien zusammengefasst. Es können neben einigen Prädispositionen auch Risikogruppen für bestimmte Erkrankungen definiert werden. Weitere retrospektive Studien bzw. prospektive Arbeiten müssen diese Ergebnisse spezifizieren und untermauern.
Kurzfassung auf Englisch: The acute abdomen refers to an acute threatening condition with strong (progredient) abdominal pain, which needs an immediate clarification, because of its tendency to a quick exacerbation. For the medical diagnosis the clinical presentation is together with the imaging of highest importance. The x-ray and ultrasound belong to the most important methods.
To the author’s knowledge, this study is the first in the literature of veterinary science, which examines the entirety of all acute abdomen (n=1251) in dogs and cats in a surgical hospital over a period of six years.
The primary objective of this study is to provide an overview on the etiology of the surgically treated acute abdomen in dogs and cats from 2000 until 2005 in Klinikum Veterinärmedizin, Clinics for small animal surgery, JLU Gießen.
The Klinikum Veterinärmedizin, Clinics for small animal surgery, JLU Gießen treats ca. 5900 outpatients and ca. 1300 inpatients a year. Annual, about 208 animals with acute abdomen are presented and treated. This means, that the animals with an acute abdomen make in total 13% to 17% of all animals, which is a considerable proportion of the inpatients in the surgery. In the above-mentioned period 942 dogs and 309 cats with acute abdomen are presented.
With 63,1% (n=790) the male sex is in both animal species more frequently affected. The age distribution of the patients reaches from whelps (2,4 months) to geriatric patients (19 years). Among the cats and dogs, especially animals under 3 years are presented. The number of feline patients declines steadily in the following age categories, whereas it is not unusual that dogs in older age (7-9 years) are affected. In the present work the cats have an average weight of 4,7 ± 1,6 kilogram body mass, dogs have an average weight of 29,9 ± 13,9 kilogram body mass. The distribution of weight classes among dogs indicates that especially medium-sized and large dogs are affected. The multi-factorial analyses of variance marks, that the weight of the dog plays with p ≤ 0,05 a statistically significant important role in the organ complex groups of the gastrointestinal tract, in the splenic diseases and in the pancreas diseases. The weight of the cat plays only in the genito-urinary tract a significant role. This is explained by the fact that especially large-sized breeds have a very high proportion in diseases of the gastrointestinal tract (i.e. torsio ventriculi). Also splenic diseases occur in particular in medium-sized and large-sized breeds. Especially overweight cats fall ill with FLUTD.
Following dog breeds are especially affected: German Sheperd Dog with 15,4% (n=145) of all dogs with acute abdomen, the Labrador Retrievers with 6,2% and the Bernese Cattle Dog with 4,8%. In 74,1% (n=229) of the cases domestic shorthair cats are suffering from an acute abdomen. All other pedigree cats are in their frequency under 4%.
During the evaluation period of six years 74,1% (n=927) of the patients have been treated with a laparotomy. While 78% (n=738) of the dogs get a surgical operation in the abdominal cavity, is this in 61,8% (n=189) of the cats the case. The splitting into special surgical interventions points out, that the interventions in the gastrointestinal tract (gastrotomy, enterotomy, multiple enterotomy and enterectomy) are the biggest group with 178 cases (19,2%). In second place is with 134 (14,4%) laparocystotomy and at third place ranks spleen exstirpation with 121 cases (13%).
The anamnesis time of the patients shows that dogs with a median of one day have a shorter anamnesis time than cats have with two days. This can be explained with a view to the entirety of the diseases, the largest subgroup of the dogs - patients suffering of a torsio ventriculi (n=257) - have a very short anamnesis time of ø six hours. Apart from that, only dogs with dilatatio ventriculi (ø 11 hours) and volvulus nodosus (ø 16 hours) show a similar short period of clinical symptoms of several hours. All other gastrointestinal diseases (ileus, invagination, neoplasia) show an average anamnesis time in dogs and cats of several days (4-6 days). Also in other organ complexes (genito-urinary tract, spleen, hepatobiliary system, miscellaneous diseases) is an average anamnesis time noted of 1 to 3 days. Evaluating the patient’s duration of stay in the clinic the difference between the two animal species becomes explicit. After excluding the deceased respectively the euthanized animals dogs show with 5 days in median a shorter duration of stay than cats with 7 days.
The general condition of the patients at the time of their presentation is a deciding factor for the prognosis and the survival rate of the patients. The analysis points out that moderate (38,6% n=462) and intense (22,2% n=266) disturbed animals taken together depict 60,9% of all patients (n=728). So a majority of the animals is presented in a critical cardiovascular situation. The differentiation between dog and cat shows that cats are presented in general in a more stable general condition. The number of moderate and intense disturbed animals is in cats with 44,1% (n=131) lower than in dogs with 66,5% (n=597). The statistical analysis of this study points out that in both animal species the grade of the general condition significantly correlates with the mortality rate. The worse the general condition the higher the mortality rate.
The all-cause mortality rate of the patients is 33,7% in the period investigated. In this study dogs show with 37,5% (n=336) a substantially higher mortality rate than cats with 22,1% (n=66). A significant role play oncological diseases, which make up with 26,4% (n=331) a quarter of all patients. In the group of the non-tumour-associated diseases the survival rate is with 74% (n=685) distinctly higher than in the group of oncological patients with 32% (n=107).
The gathered data show, that there are differences in the distribution of the organ complex frequency between dogs and cats. While the gastrointestinal tract (49,3% n=465) is in first place in dogs, the urinary system (50,8% n=157) is in first place in cats. Concerning dogs the complex of splenic diseases (18,8% n=177) is in second place and concerning cats it is the gastrointestinal tract (23,6% n=73).
Of all diseases the torsio ventriculi in dogs is with 20,5% (n=257) the most common disease that can lead to an acute abdomen. A crucial impact can be seen of the disease duration and the resultant general condition on the mortality rate. In the present study a surprisingly high mortality rate of 25% (n=4) can be seen for the dilatatio ventriculi. Further abnormalities of the gastrointestinal tract can be seen in the small bowel intussusception. In cats the Maine Coon Cat is with 66,6% (n=6) significantly predisposed. Comparing the two animal species dogs, with a higher mortality rate of 25% (n=6), have a considerably poorer prognosis than cats with 12,5% (n=1).
An evaluation of foreign bodies induced ileus diseases in dogs and cats points out, that the average age of cats (3,5 years) is clearly younger than that of dogs (5,1 years). In cats in 30,5% (n=11) of the cases a filiform foreign body is reported as a cause for it, whereas in dogs almost only solitaire foreign bodies have been found. The mortality rate is in both animal species quite similar (dog 13,8% and cat 11,1%). The most progressive course of disease and the highest mortality rate of all gastrointestinal diseases has the volvulus nodosus in dogs. With 50% (n=8) there is a predisposition for the mostly male German Shepard Dog. The mortality rate is 81,2% (n=13).
Pancreas-abscesses respectively pancreas-tumours, which led to an acute abdomen, can only be seen in dogs (n=18). The poodle (n=4) is above average often affected. The mortality rate of this disease complex is at least 50% (n=9).
The genitourinary tract is behind the gastrointestinal tract the second most important disease complex and shows with  80% a predisposition for male animals.
Urolithiasis makes up 7% (n=88) of all acute abdomen in dogs and cats. It shows a predisposition for small- and medium-sized breeds (dachshund, pug, Yorkshire terrier, schnauzer). As to the mortality rate it is apparent that cats have a higher mortality rate (9,5%) than dogs (5,9%). The Feline Lower Urinary Tract Disease (FLUTD) complex is with 46,3% (n=143) the most frequent disease in cats with acute abdomen. With 97,9% (n=140) mainly male individuals are affected. 10,5% (n=15) of the patients of the entire group died or was euthanized. The group with solely urohydropropulsion and catheter management presents the highest mortality rate (16,6%), followed by patients with additional laparocystotomy (3,5%). In the patients group with perineal urethrostomy no event of death is reported. Traumatic lesions (n=17) with leakages of the urinary tract have in the majority of dogs, iatrogenic causes (n=6) and in cats mainly accidents (n=4) as a reason. Both animal species have a mortality rate between 42% and 45%. Only dogs are reported to have diseases of the genital apparatus (n=28). The majority of these patients (57,1% n=16) have a prostate tumour, followed by the prostate abscess (28,5% n=8) and prostate cysts (14,2% n=4). It is striking that the majority of the male dogs in this study - concerning those with prostate abscess/prostate cysts as well as with prostate tumours - is with 58,3% (n=7) respectively with 56,2% (n=9) castrated. Prostate abscess/cysts patients have a mortality rate of 25% (n=3).
In the complex of splenic diseases mainly neoplasias, torsions or traumatic rupture are a reason for the acute abdomen. Of the 178 cases in which the spleen is involved in an acute abdomen, 177 cases are dogs. Only in one case there is an acute abdomen in a cat because of a traumatic splenic rupture.
Splenic neoplasias make up the biggest group (72,8% n=129). Strikingly, there is a significant increase of the mortality rate from 6,6% to 24,3%, when there is a hemoperitoneum in addition. Malignant tumours are present in 69% (n=37), whereas the malignant hemangiosarcoma is the commonest with 89,2% (n=33). The German Shepard Dog is with 69% (n=23) predisposed for the malignant hemangiosarcoma. This study diagnoses however also a third benign splenic mutations (30,1% n=16). This work documents the isolated splenic torsion (n=15) mainly in male (n=10) individuals of large breeds. The German Shepard Dog is with 26,6% quite often affected. Neoplastic degeneration of the spleen has been diagnosed in none of the patients. The survival rate is 86,6%.
Concerning hepatic diseases (hepatic-tumours n=45, hepatic abscess n=5 and isolated hepatic torsion n=3) in dogs the present study points out in comparison to the literature that there is a frequent occurrence of tumours in retrievers (n=6). In this organ complex the existence of a hemoperitoneum means, like in the complex before, with 12,5% a worse survival rate than in the control group without an additional hemoperitoneum, which has a survival rate of 30,7%. With 62,5% (n=10) the hepatocellular carcinoma is the most frequent. Six feline patients suffer from hepatic tumours. In four cases there are already metastases in other organs. Three patients were already euthanized in the clinic. The remaining animals were released to be euthanized by the local veterinary. The disease group of isolated hepatic torsions respectively hepatic abscess occur only in dogs. Six patients have either already a generalized hepatitis respectively peritonitis with a high mortality rate as a result. From the group with hepatic abscesses one dog survives, from the group with isolated hepatic torsions none survives.
Especially young animals (ø 2 years) of both species are affected when perforating (n=17 dog=11, cat=6) and non-perforating injuries of the abdominal wall respectively of the boundaries of the peritoneal cavity (n=62 dog=15, cat=47) are concerned. While there is a balanced result between both disease groups in dogs, in cats the traumatic, non-perforating lesions are with 89% (n=47) most frequent. The mortality rate of perforating injuries of the abdominal wall in cats is with 33,3% (n=2) just over the one in dogs with 27,3% (n=3), whereas the difference in the other group is bigger. Here the mortality rate of the dog concerning the non-perforating respectively the boundaries of the peritoneal cavity, is with 26,6% (n=4) well above the mortality rate of the cat with 14,9% (n=7).
The term “other diseases” summarizes a heterogeneous group of diseases of different etiologies, which led to an acute abdomen. Beside intraabdominal tumours, which cannot be allocated to a certain organ (n=33 dog=31, cat=2), intraabdominal lymph nodes with abscesses (n=5 dog) and ruptured adrenal tumours (n=3 dog), there are 50 patients with an additional generalized peritonitis of different origin. 45% (n=15) of tumours with unknown etiology receive a surgical intervention. The mortality rate is 78,8%. The gastrointestinal tract is the most frequent cause of a generalized peritonitis in both animal species (dog=24, cat=4). The mortality rate is in dogs 69% and in cats 75%. The remaining two groups do not show a special predisposition, because of the partly small number of cases. Altogether they have a high mortality rate.
This work points out, that the term “acute abdomen” in small animals summarizes numerous diseases of different etiologies. Beside of some predispositions, some conspicuous risk groups can be filtered out. Further retrospective studies respectively prospective works have to control and further specify these results.

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