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Evaluation der sonographischen Appendizitis-Diagnostik bei Kindern : Eine Qualitätsmanagement-orientierte Studie

Hartmann-Armbruster, Jutta


Originalveröffentlichung: (2011) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.939 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82072
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8207/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5767-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.04.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 04.07.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Studie analysiert den Stellenwert der sonographischen Diagnostik bei Kindern, die sich im Zeitraum von zwei Jahren mit Verdacht auf Appendizitis in der Kinderklinik Gießen befanden und dort sonographisch untersucht wurden.
Dazu wurden 1791 Patientenakten retrospektiv ausgewertet, wobei eine besondere Gewichtung der Auswertung auf Aspekten des Qualitätsmanagements lag.
Von den 1791 Patienten konnten 769 Patienten lückenlos und detailliert ausgewertet werden, die zum Teil unzureichende Dokumentation der anderen Patienten erlaubte eine Auswertung von Teilaspekten.
Die Ultraschalluntersuchungen wurden mit Hilfe der „graded compression Technik“ und „Tissue Harmonic Imaging“ durchgeführt.
Von diesem Patientenkollektiv bedurften 666 (86,6%) nur einer sonographischen Untersuchung, bis eine Diagnose durch radiologische oder klinische Untersuchung erfolgte.
Die Ultraschalluntersuchung lieferte in dieser Arbeit ein falsch negatives Ergebnis bezüglich der Diagnostik bei Verdacht auf Appendizitis, jedoch konnte bei 329 (42,8%) der Untersuchungen keine eindeutige Aussage getroffen werden, ob eine Appendizitis vorlag oder nicht.
Die Sensitivität der Untersuchung betrug 85,5%.
Als Fehlerquellen der Methode fanden sich Meteorismus, Obstipation und eine vollständig entleerte Harnblase als die häufigsten Ursachen.
Eine Mehrzahl der Patienten von 731 (95,1%) wurde bereits am Tag der Aufnahme sonographisch untersucht.
Die Dauer des stationären Aufenthaltes verlängerte sich nicht durch wiederholte sonographische Untersuchungen.
Nur bei 24 Patienten wurde eine weitere Bildgebende Diagnostik veranlasst, lediglich in einem Fall konnte diese zur ursächlichen Abklärung der abdominellen Symptomatik beitragen.


Mit Hilfe dieser Studie konnte gezeigt werden, dass die Sonographie ergänzend zur Klinik eine nützliche und kosteneffektive Methode darstellt und eine weiterführende radiologische Diagnostik wie Magnetresonanztomographie oder Computertomographie keinen bedeutsamen Informationszugewinn erbringt und damit besonderen Fragestellungen vorbehalten bleiben wird.
Darüber hinaus ließ sich darstellen, dass Ultraschalluntersuchungen bei Verdacht auf Appendizitis nicht zu einer verzögerten Diagnostik und damit auch nicht zu einer verzögerten Therapieentscheidung führen.
Kurzfassung auf Englisch: This study analyzes the impact of sonographic diagnosis in children who were observed over the period of two years with suspected appendicitis at the children´s hospital in Gießen and have been examined by ultrasound.
These 1791 patient records were analyzed retrospectively with special emphasis on the evaluation aspects of quality management.
Among the 1791 patients 769 patients could be evaluated fully and in detail, the insufficient documentation of the other patients allowed an analysis of specific aspects.
The ultrasound examinations were performed using the "graded compression technique” and “Tissue Harmonic Imaging”.
From this group of patients 666 (86,6%) required only one ultrasound examination until a diagnosis by radiological or clinical examination was found.
In this study the ultrasound examination provided one false negative result regarding the diagnosis of appendicitis, but in 329 (42,8%) of the examinations no definitive conclusions could be made whether appendicitis was present or not.
The sensitivity of the examination was 85,5%.
As errors of the method flatulence, constipation and a completely empty bladder were found as the most common causes.
A majority of patients of 731 (95,1%) has already been examined the first day of admission with ultrasound.
The duration of hospital stay was not prolonged by repeated ultrasound examinations.
Only in 24 patients further diagnostic imaging has been done, in only one case this could contribute to the clarification of the cause of abdominal symptoms.
With this study it could be shown that sonography in addition to the clinical examination is a cost effective method and further radiological diagnostics such as computed tomography or magnetic resonance imaging does not provide any significant information benefit and because of that will be reserved for special issues.
In addition, it could be presented that ultrasound examinations in suspected appendicitis do not lead to a delayed diagnosis and thereby do not result in a delayed treatment decision.
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