Giessener Elektronische Bibliothek

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Lasergestützte Erythrozytenanalyse (ADVIA® 120 und LaserCyte®) bei Hund und Katze mit Auswertung der Erythrozytenmorphologie

Weissert, Deborah


Originalveröffentlichung: (2011) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.903 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-82062
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8206/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Klinische Pathophysiologie und klinische Laboratoriumsdiagnostik
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5779-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.06.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 04.07.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Studie
Ziel der vorliegenden Studie ist die durchflusszytometrische Untersuchung (ADVIA® 120 und LaserCyte®) von anämischen Hunden und Katzen und von Tieren mit morphologischen Veränderungen sowie die Auswertung der morphologischen Erythrozytenveränderungen anhand von Geräteparametern und grafischen Darstellungen.

Material und Methoden
In die Studie eingeschlossen werden Blutproben von 329 Hunden und 77 Katzen mit Anämie oder morphologischen Erythrozytenveränderungen. Diese werden am ADVIA® 120 und an zwei LaserCyte®-Geräten analysiert. Als Vergleich des Hämatokrits dient der Zentrifugenhämatokrit und die gemessene Retikulozytenzahl wird anhand von manuell ausgezählten Retikulozyten auf supravitalgefärbten Blutausstrichen überprüft.
Für alle drei Geräte erfolgt für den Hund eine Präzisionsmessung innerhalb einer Serie. Im Methodenvergleich werden die Korrelation, die Passing&Bablok-Regression sowie die Bland-Altman Analyse zur statistischen Auswertung herangezogen. Dazu wird das Programm „Analyse it“ für Microsoft Excel (2003) verwendet.
Anhand von 60 gesunden Hunden und 44 gesunden Katzen werden eigene Referenzwerte bestimmt.
Die Beurteilung der morphologischen Erythrozytenveränderungen erfolgt durch die Parameter MCV, MCHC und RDW im Vergleich zu den grafischen Darstellungen beider Geräte. Außerdem wird die Krankheitsursache in die Auswertung mit einbezogen.

Ergebnisse
Der ADVIA® 120 weist für die Präzision innerhalb der Serie beim Hund für die Parameter RBC, HGB, HKT, MCV, MCH, MCHC und RDW mit Variationskoeffienten von 0,33-1,92% sehr gute Ergebnisse auf. Für die Retikulozytenzählung ergeben sich in Übereinstimmung mit der Literatur gute Präzisionen (CV 4,78-10,31%). Beim LaserCyte® ist für den MCV und den RDW mit CV-Werten zwischen 0,38 und 2,49% ebenfalls eine exzellente Präzision nachzuweisen. Die anderen Parameter der roten Zellreihe liefern für den LaserCyte® mit guten bis mäßigen Präzisionen schlechtere Ergebnisse als der ADVIA® 120. Mit Variationskoeffizienten von bis zu 28,75% weist die Retikulozytenmessung am LaserCyte® eine starke Impräzision auf.
Im Methodenvergleich werden Spearman-Korrelationskoeffizienten rs zwischen 0,99 und 0,09 erreicht. Für die Parameter RBC, HGB und HKT sind sehr gute Korrelationen (rs 0,92-0,99) zwischen den Geräten nachzuweisen, während die Werte für den MCV, den RDW und die Retikulozyten als mäßig bis gut zu bezeichnen sind. Die Korrelationen für MCH und MCHC sind als unzureichend anzusehen. Bei der Beurteilung der Steigungswerte fallen unterschiedlich starke proportionale Fehler im Vergleich von allen Parametern auf: Beim RBC beim Vergleich mit dem LCblau, beim HGB, beim HKT für den Hund beim Vergleich mit dem LCblau, für die Katze beim Vergleich mit dem LCrot. Ausgeprägte proportionale Fehler zwischen dem ADVIA® 120 und dem LaserCyte® werden für die Parameter MCV, RDW, MCH und MCHC nachgewiesen. Die Retikulozytenzahlen bei Hund und Katze fallen beim LaserCyte® niedriger aus als beim ADVIA® 120 und der manuellen Methode, sodass die Retikulozyten v.a. bei hohen Werten am LaserCyte® unterschätzt werden.
Die mittels verschiedener Methoden erstellten Referenzwerte für Hund und Katze passen gut zu den in der Literatur veröffentlichten Daten.
Beim Hund wird eine Anämie am häufigsten durch Immunhämolysen, Hepatopathien, Blutungsanämien und Infektionen ausgelöst. Bei anämischen Katzen sind lymphoretikuläre Erkrankungen am häufigsten vertreten.
Die Auswertung der Erythrozytenmorphologie anhand der Parameter MCV, MCHC und RDW sowie durch die grafischen Darstellungen lässt den Schluss zu, dass die DotPlots bei der Entdeckung morphologischer Erythrozytenveränderungen der Beurteilung von RDW, MCV und MCHC überlegen sind. Die Erkennung von Zellen mit abweichender Morphologie ist auf den DotPlots beider Geräte möglich, wobei erste Veränderungen auf dem TIC TAC TOE des ADVIA® 120 einfacher zu detektieren sind.
Die Retikulozytenanalyse durch den ADVIA® 120 ist für Hund und Katze gut zur Anämieklassifikation geeignet. Durch die Anhebung des Cut-off-Wertes auf 80 x 109/l Retikulozyten beim Hund können gute Sensitivitäten von 92% (Hund) und 100% (Katze) und Spezifitäten von 90% (Hund und Katze) zur Anämieklassifikation erreicht werden. Beim LaserCyte® ist durch ein Herabsetzen des Cut-off-Wertes auf 35 x 109/l zwar eine Verbesserung von Sensitivität und Spezifität möglich, aber erst durch das Festsetzen eines Graubereiches, in dem keine Anämieklassifikation durchgeführt wird, können zufriedenstellende Sensitivitäten und Spezifitäten von über 90% erreicht werden.
Kurzfassung auf Englisch: Aim of the study
The aim of the current investigation is the flow cytometrical examination (ADVIA® 120 and LaserCyte®) of blood specimens obtained from anaemic dogs and cats and from animals with morphological changes of erythrocytes as well as the assessment of variables and graphical reports of the analyzers reflecting erythrocyte abnormalities.

Material and methods
Blood specimens of 329 dogs and 77 cats with anemia or morphological changes of erythrocytes are included in the study and assayed with the ADVIA 120® and 2 LaserCyte® analyzers. The spun packed cellular volume and the manual reticulocyte count on blood smears stained with a supravital stain serve as reference method for the hematocrit value and the automatic reticulocyte count.
Intra-assay repeatability is evaluated for all three analyzers. Accuracy is assessed with the coefficient of correlation, a Passing&Bablock regression analysis and a Bland-Altman diagram using commercially available software (“Analyse it“ for Microsoft Excel, 2003).
Reference intervals are established with 60 healthy dogs and 44 healthy cats.
Morphological changes of erythrocytes are evaluated based on MCV, MCHC, and RDW in comparison to the graphical reports of both analyzers. Moreover, the etology of disease is included in the evaluation.

Results
Regarding intra-assay precision in dogs, excellent results are obtained for the ADVIA® 120 for the variables RBC, HGB, HCT, MCV, MCH, and RDW with coefficients of variation (CV) ranging between 0.33%-1.92%. In accordance with the literature, good precision can be achieved for reticulocyte counts (CV 4.78%-10.31%).
For the LaserCyte® excellent precision is also present for the MCV and RDW with CVs ranging between 0.38 and 2.49.
Precision of the LaserCyte® is good to moderate for the other red blood cell parameters and thus not as good as for the ADVIA® 120. With a CV of 28.75% a high imprecision is evident for the reticulocyte count of the LaserCyte®.
Assessment of accuracy reveals Spearman´s coefficients of correlation (rs) between 0.99 and 0.09. An excellent correlation between the analyzers is seen for the RBC, HGB and HCT (rs=0.92-0.99) whereas rs-values for MCV, RDW and reticulocytes can be classified as good to fair. The agreement between MCH and MCHC can be regarded as inadequate. The evaluation of the slopes of the regression curves reveals proportional errors of varying severity for all variables: for the RBCs in comparison with LCblau, for the HGB, the HCT in comparison with the LCblau in dogs, and for the cat in comparison with the LCrot.
A marked proportional error between results obtained with the ADVIA® 120 and LaserCyte® is evident for the MCV, RDV, MCH, and MCHC.
Canine and feline reticulocytes are lower with the LaserCyte® than with the ADVIA® 120 and the manual method, so that especially high reticulocyte numbers are undererstimated.
Reference intervals for dogs and cats established with several methods are in accordance with results published previously.
Most common etology for anemia in dogs includes immune mediated hemolysis, hepatopathies, blood loss and infections, whereas in anemic cats lymphoreticular diseases are dominating.
Based on the evaluation of the erythrocyte morphology using the variables MCV, MCHC and RDW as well as the graphical reports, it can be concluded that the DotPlots are a better diagnostic tool for the recognition of morphological erythrocyte abnormalities than the RDW, MCV and MCHC.
The detection of cells with abnormal morphology is possible with DotPlots of both hematology analyzers, however, the earliest changes are easier to recognize in the TIC TAC TOE scattergram of the ADVIA® 120.

Using the reticulocyte analysis of the ADVIA® 120, a good classification of anemias is possible in dogs and cats. By increasing the cut-off value to 80x109/l reticulocytes, a good sensitivity of 92% (dog) and 100% (cat) respectively as well as a specificity of 90% (dog and cats) for correctly classifying the anaemia can be achieved. A decrease in the cut-off value to 35 x 109/l reticulocytes improves the sensitivity and specificity of the LaserCyte®, however, satisfying sensitivies and specificies of more than 90% can be only achieved after definition of a grey zone in which no classification of anemia is possible.
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