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Land claim settlements and their impacts : regional dynamics and bottom-up economic development in Nunavik and Nunatsiavut (Canada)

Landrechtsverträge und Ihre Auswirkungen : regionale Dynamik und Wirtschaftliche Bottom-Up Entwicklung in Nunavik und Nunatsiavut (Kanada)

Fugmann, Gerlis


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-81822
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8182/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Landrechte , Inuit , Wirtschaft , Kanada
Freie Schlagwörter (Englisch): Land Claim Agreements , Inuit , Economy , Canada
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geographie
Fachgebiet: Geographie
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.05.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 14.06.2011
Kurzfassung auf Englisch: Since the 1970s, land claim and self-government agreements have provided the Inuit in the Arctic with a variety of tools, granting them considerable rights and benefits within their traditional settlement areas. One of the central purposes of these regional agreements was to create an economic base in order to enhance development from within the various regions and thus promote economic self-reliance for the Inuit beneficiaries. This bottom-up approach is a clear shift from the top-down development approach used until the 1960s, encouraging residents and businesses in the regions to partially direct and control their future development, improve their living conditions and strengthen their traditional culture, language, and activities. For the Inuit, this means a constant adaptation to a changing region, both on the political and on the economic level. Moving from living their traditional lifestyle based on hunting, fishing and gathering activities to running multimillion-dollar business operations in only a few decades, is a great achievement for the Inuit in such a short period of time.
This project aims at evaluating the bottom-up economic development in two Canadian Inuit regions - Nunavik (Northern Québec) and Nunatsiavut (Northern Labrador). The settling of three land claim agreements - James Bay and Northern Québec Agreement (1975), Nunavik Inuit Land Claim Agreement (2007) and Labrador Inuit Land Claim Agreement (2005) - impacted and changed Nunavik and Nunatsiavut, their residents and communities. Despite being neighbours, the development in both regions was quite different, since the Inuit in Labrador were able to sign their land claim agreement only 30 years after the Inuit in Nunavik.
The land claim agreements contained economic benefits that enhanced existing and created new bottom-up initiatives in the private and public sector. The new regional administrations provided for increased opportunities to not only influence regional political and administrative development, but also created employment and income for the residents. Small regional businesses owned by the Inuit in Nunavik and Nunatsiavut increased possibilities to participate in the major economic sectors of the region, like the service industries, mining sector and tourism. As traditional culture, values and languages still have a strong impact on the daily lives of Inuit, a collective approach to development, focusing on benefitting the entire community, instead of an individual has been guiding the majority of initiatives in recent decades. Apart from the small-scale business initiatives of individual entrepreneurs in the regional communities, a variety of larger-scale collective enterprises, like the co-operatives, development corporations and landholding corporations have been created in the private sector. These established their own small subsidiary companies or invested in joint ventures and alliances with other Inuit groups or non-Inuit business partners, and through that developed into major forces in the private sector of Nunavik and Nunatsiavut.
The last part of the study analyzes the impacts of these bottom-up initiatives on the community-level. The two regional centres Kuujjuaq (Nunavik) and Nain (Nunatsiavut) have been selected as case studies for this project.
Kurzfassung auf Deutsch: Seit den 1970er Jahren, haben Landrechts- und Selbstverwaltungsverträge die Inuit im arktischen Raum mit einer Vielzahl von Werkzeugen ausgestattet, die ihnen beträchtliche Rechte und Leistungen innerhalb ihrer traditionellen Siedlungsgebiete zugesprochen haben. Eines der zentralen Ziele dieser regionalen Verträge war es, eine wirtschaftliche Basis zu schaffen zur Förderung von Entwicklung aus der Region heraus und folglich wirtschaftliche Selbstständigkeit. Dier bottom-up Ansatz ist eine klare Abkehr von den top-down Entwicklungsansätzen, die bis in die 1960er Jahre vorherrschten. Er unterstützt die Einwohner und Unternehmen der Region dabei, ihre zukünftige Entwicklung teilweise selbst zu lenken und zu kontrollieren, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern, sowie traditionelle Kultur, Sprache und Aktivitäten zu stärken. Für die Inuit bedeutet dies eine konstante Anpassung an eine sich verändernde Region - sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene. Der Schritt von einem traditionellen Lebensstil basierend auf Jagd, Fischfang und Sammeln hin zur Leitung von großen Unternehmen innerhalb von ein paar Jahrzehnten ist, in der Kürze der Zeit, ein großer Erfolg für die Inuit.
Diese Projekt hat zum Ziel, die wirtschafliche bottom-up Entwicklung in zwei kanadischen Inuit Regionen - Nunavik (Nord-Québec) und Nunatsiavut (Nord-Labrador) zu evaluieren. Der Abschluss von drei Landrechtsverträgen - James Bay and Northern Québec Agreement (1975), Nunavik Inuit Land Claim Agreement (2007) und Labrador Inuit Land Claim Agreement (2005) - hat Nunavik und Nunatsiavut, aber vor allem ihre Bewohner und Siedlungen beeinflusst und verändert. Trotz der räumlichen Nähe, verlief die Entwicklung in beiden Regionen unterschiedlich, da die Inuit in Labrador ihren Landrechtsvertrag erst 30 Jahre nach den Inuit in Nunavik abschließen konnten.
Die Landrechtsverträge enthielten wirtschaftliche Leistungen die bereits vorhandene bottom-up Initiativen im privaten und öffentlichen Sektor förderten, und darüber hinaus neue auslösten. Die neuen Regionalverwaltungen verstärken nicht nur die Möglichkeit, die regionale politischen und administrative Entwicklung zu beeinflussen, sondern, sie schafften v.a. auch zusätzliche Arbeitsplätze und Einkommen für die Einwohner. Kleine regionale Unternehmen von Inuit in Nunavik und Nunatsiavut erhöhten zudem die Mögichkeit an den wichtigsten regionalen Wirtschaftssektoren, wie der Serviceindustrie, dem Bergbau und dem Tourismus, teilzunehmen. Aufgrund des noch immer starkten Einflusses von traditioneller Kultur, Werte und Sprache auf das tägliche Leben der Inuit, dominierte der Leitgedanke eines kollektiven Entwicklungsansatzs die Mehrheit der Initiativen in den letzten Jahrzehnten. Neben kleinen Wirtschaftsinitiativen von individuellen lokalen Unternehmen, entstanden im privaten Sektor eine Vielzahl von größeren, kollektiven Unternehmen, wie Kooperativen, Development Corporations und Landholding Corporations. Diese gründeten eigene kleine Subunternehmen oder investierten in Joint Ventures mit anderen Inuitgruppen oder nicht-indigenen Unternehmenspartnern aus dem Süden Kanadas, und entwickelten sich dadurch zu einer starken Kraft im privaten Sektor von Nunavik und Nunatsiavut.
Der letzte Teil der Dissertation analysiert die Auswirklungen der bottom-up Initiativen auf Siedlungsebene. Die zwei regionalen Zentren Kuujjuaq ( Nunavik) und Nain (Nunatsiavut) dienen dabei als Fallstudien für das Projekt.
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