Giessener Elektronische Bibliothek

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Medizinische Behandlungsqualität und Kostensituation von Patienten mit Multipler Sklerose in verschiedenen Versorgungssystemen in Deutschland

Hirsch, Martin


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-81680
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8168/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie, Klinik für Neurologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.05.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 20.06.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Es wurden 3 verschiedene Kollektive an MS erkrankter Patienten verglichen. Nur im Kollektiv der Integrierten Versorgung MS in Hessen (n=185) kamen Managed Care-Instrumente zum Einsatz. Das 197 Patienten umfassende Kollektiv aus der Regelversorgung Hessen hatte mit dem Kollektiv der IV-MS das MS-Zentrum der Uni Giessen als gemeinsame Schnittstelle. Das Oberfränkische Kollektiv von 185 MS-Patienten aus der Regelversorgung wurde überwiegend ambulant neurologisch und hausärztlich versorgt.
Die drei Kollektive zeigten sich hinreichend homogen für eine vergleichende Analyse. Bezüglich des Einsatzes von Immuntherapeutika der MS wies das Kollektiv in der IV-MS die am stärksten optimierte Immuntherapie auf mit der stärksten therapeutischen Aktivität in der Vergangenheit, wohingegen das Oberfränkische Kollektiv ein hohes nicht ausgeschöpftes therapeutisches Potential aufwies. Die RV-Hessen wies die höchste aktuelle Basistherapiequote unter den drei Kollektiven auf, zeigte jedoch weniger therapeutische Aktivität in der Vergangenheit auf als die IV-MS. Der im Trend höhere Behinderungsgrad des Oberfränkischen Kollektivs, die dort höchste Krankheitsaktivität und die häufigste Nennung von MS-assoziierten Symptomen können als ein Ergebnis der schlechteren immuntherapeutischen Versorgung verstanden werden. Das Kollektiv der RV-Hessen zeigte eine höhere Krankheitsaktivität als das Kollektiv der IV-MS. MS-assoziierte Symptome wurden in der RV-Hessen etwas häufiger beklagt als in der IV-MS. Es bestanden Hinweise für eine bessere Versorgung mit symptomatischen Therapien in den strukturierten Versorgungsformen der IV-MS und der RV-Hessen gegenüber dem Oberfränkischen Kollektiv. Die Patientenzufriedenheit war in der IV-MS am höchsten, in Oberfranken am geringsten. Es bestanden keine messbaren Effekte der Versorgungsformen auf die Lebensqualität. Die Kostenanalyse konnte aufzeigen, dass die Mehrfinanzierung des ambulanten Sektors inklusive der ambulant-ärztlichen Leistungen und der Heilmittelversorgung in der IV-MS zu erheblichen Einsparungen im stationären Bereich führte. In unserer gesundheitsökonomischen Evaluation konnten wir den Nachweis führen, dass sich die medizinische Behandlungsqualität und die Patientenzufriedenheit durch Managed-Care-Instrumente steigern lassen, ohne dabei relevante Mehrkosten zu verursachen.
Kurzfassung auf Englisch: The purpose of this work is a health-economic evaluation of a Multiple Sclerosis-Managed-Care-Project. The sample of 185 patients insured at the health insurance company BARMER and taking part in the Manged-Care-pilot project in Hesse was compared with two samples of Patients in the standard care system. The sample of 197 patients in the standard care system in Hesse had the MS-center of the University hospital Giessen as a common interface with the MS-Managed-Care-sample, however Managed-Care-instruments were applied only in the sample of the BARMER-insured patients participating in the Managed-Care-project. The sample of 185 Patients in the standard care system from the district of Upper Franconia was predominantly seen by resident neurologists or general practitioners. The samples showed a sufficient homogeneity for a comparative analysis. Concerning the usage of immunotherapeutic drugs for MS treatment the Managed-Care sample showed the most highly optimized immunotherapy with the highest therapeutic activity in the past, whereas the sample in Upper Franconia showed a high not utilized therapeutic potential. The sample from the standard care in Hesse showed the highest current quota of the immunotherapy out of the three samples, however it showed less therapeutic activity in the past then the Mananged-Care sample. The higher level of disability (by trend), the highest disease-activity and the most frequent indication of MS-associated symptoms by the patients in the sample in Upper Franconia can be understood as a result of a worse immunotherapeutic coverage. The sample of the standard care in Hesse showed a higher disease activity then the Managed-Care sample. In the sample of the standard care in Hesse MS-associated symptoms were indicated slightly more frequently than in the Managed-Care sample. There were indications for a better coverage with symptomatic therapies in the systems with a higher level of organisation like the Managed Care and standard care in Hesse compared with the standard care in Upper Franconia. The level of patient satisfaction was highest among the patients in the Managed-Care, the lowest in Upper Franconia. There were no measurable effects of the care system on quality of life. The comparative cost analysis of the care systems showed that the increased funding of the ambulatory care including the physician consultations and the modalities (physical-, ergo-, speech- and psychotherapy) led to extensive savings in the spending for hospital stays. Our health economic evaluation showed that the quality of medical treatment and patient satisfaction was increased through Managed-Care instruments, without raising the costs.