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S-100B und NSE – Marker des initialen Schadens von Subarachnoidalblutungen und deren Beziehung zu Vasospasmus und Outcome

S-100B and NSE- markers of initial impact of subarachnoid hemorrhage and their relation to vasospasm and outcome

Schumacher, Ute


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-80790
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8079/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): S-100B , NSE , SAB , Outcome , Vasospasmus
Freie Schlagwörter (Englisch): S-100B , NSE , SAH , Outcome , Vasospasm
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie, Klinik für Neurochirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.02.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 07.04.2011
Kurzfassung auf Deutsch: ZIEL: S-100B und Neuronen-spezifische Enolase (NSE) sind bekannte Vorhersagefaktoren für das Outcome von Patienten mit Schädel-Hirn-Traumen und Schlaganfällen. Es gibt nur wenige Informationen über die Aussagekraft dieser Proteine nach Subarachnoidalblutungen (SAB). Diese Studie wurde durchgeführt, um die Hypothese zu prüfen, dass S-100B und NSE die Entwicklung von Vasospasmus, spätem Outcome und CT-Befunden innerhalb der ersten drei Tage nach einer SAB vorhersagen können.
METHODEN: Insgesamt 51 Patienten mit SAB (durchschnittliches Alter 51±11Jahre, männlich:weiblich 1:1,6) wurden in die Studie aufgenommen. S-100B und NSE wurden der Reihe nach registriert vom Tag der Aufnahme bis zum dritten Tag nach der SAB. Gemittelte Werte von beiden Proteinen wurden eingeteilt in normal, mittel und hoch. Für S-100 galten folgende Grenzwerte: <0.1myg/l; 0.12-0.99myg/l; >myg/l Für NSE wurden folgende Werte festgelegt: <12.5 ng/l; 12.5-30 ng/l; >30 ng/l. Vasospasmus wurde diagnostiziert, wenn VMCA über 120cm/s und das Lindegaard-Verhältnis über 3 lag. Für das Outcome wurde der Glasgow outcome scale (GOS) verwendet. Das letzte verfügbare Kopf-CT wurde evaluiert.
ERGEBNISSE: S-100B-Werte waren bei jeweils 24% der Patienten normal, bei 51% im mittleren Bereich und bei 25% erhöht. Bei Patienten mit einem S-100B-Wert über 1µg/l fand man in jeweils 77% der Fälle Fisher Grad 4 und WFNS- Grad 4-5. Vasospasmus wurde bei 51% der Patienten festgestellt. S-100B war signifikant höher bei Patienten, die später keinen Vasospasmus entwickelten(0.26±0.3 ug/l vs. 1.4±1.62mg/l; p= 0.0008). Insgesamt 25% der Patienten starben. Die S-100B-Werte waren bedeutend höher bei den Patienten, die starben als bei denen mit ungünstigem oder günstigem Heilungsergebnis.
NSE war normal, mittel oder hoch bei jeweils 82%, 8% und 10% der Patienten. Patienten mit einem WFNS- Grad 4-5 und/oder einem Fisher Grad 4 hatten erheblich höhere NSE-Werte als alle anderen Patienten. NSE war höher bei Patienten, die auf ihrer letzten CT-Aufnahme Infarkte zeigten. (14±18.1 vs. 8.8±7.1 ng/l; p= 0.1) Es fand sich keine Beziehung zwischen NSE und dem Outcome nach einer SAB.
SCHLUSSFOLGERUNG: Innerhalb der ersten drei Tage sind S-100B und NSE wertvolle Marker für die Hirnschädigung nach Subarachnoidalblutung. S-100B ist ein zuverlässiger Vorhersage-Parameter für Outcome und die Entwicklung eines Vasospasmus, während NSE mit der Entwicklung eines zerebralen Infarkts nach einer SAB in Verbindung steht. Patienten mit hohem S-100B entwickeln wahrscheinlich keinen Vasospasmus. Der Tod ist sehr wahrscheinlich bei Patienten, deren mittlerer S-100B-Wert höher als 1myg/l innerhalb der ersten drei Tage nach der SAB ist. Wir empfehlen ein Monitoring beider Proteine um die prognostische Sicherheit nach einer SAB zu erhöhen.

Kurzfassung auf Englisch: OBJECTIVE: S-100B and neuron specific enolase (NSE) are known predictors of outcome in head injured and stroke patients. There is only less information about the ability of these proteins to predict outcome after Subarachnoid Hemorrhage (SAH). This study was conducted to test the hypothesis that S-100B ans NSE can predict the development and outcome within the first three days after subarachnoid hemorrhage (SAH).
MATERIALS AND METHODS: Fifty one SAH patients (mean age 51± 11 years, male: female ratio 1.0 : 1.6, mean World Federation of Neurological Surgeons [WFNS] Grade 3± 1.5) were included in the study. S-100B and NSE were measured in mixed- venous blood drawn from a central line across the first three days post-SAH. S-100B- and NSE- concentrations were stratified into normal, intermediate and high (S-100B: <0.12, 0.12- 0.99, >0.1 myg/L; NSE: <12.5, 12.5-30, >30 ng/L). Vasospasm was diagnosed if mean blood flow velocity of the middle cerebral artery was greater than 120 cm/s and Lindegaard ratio was >3. Glasgow Outcome Score (GOS) and cranial CT scans were recorded at 6 months.
RESULTS: Normal, intermediate and high S-100B values were seen in 24%, 51% and 25% of patients, respectively. In patients with S-100B › 1myg/L, Fisher Grade 4 and WFNS 4-5 were both seen in 77% of cases. Vasospasm was found in 51% of patients. S-100B was significantly higher in those patients who did not develop vasospasm (0.26± 0.3 myg/l vs. 1.4± 1.62 myg/L; p= 0.0008). A total of 25% of patients died after SAH. S- 100B values were significantly higher in those patients who died than in those with unfavourable or favourable outcome. NSE was normal, intermediate and high in 82%, 8% and 10% of patients, respectively. Patients with WFNS 4-5 and/or Fisher Grade 4 had significantly higher NSE values than all others. NSE was higher in patients that showed cerebral infarcts on their last CT scan (14± 18.1 vs. 8.8± 7.1 ng/l; p= 0.1). There was no relation between NSE and outcome after SAH, however.
CONCLUSIONS: S-100B may be a reliable predictor of vasospasm and long-term outcome after SAH. Interestingly, patients with high S-100B- values are unlikely to develop vasospasm but an S-100B higher than 1 myg/L within the first three days after SAH is predictive of unfavourable outcome. NSE is related to the development of cerebral infarcts after SAH. Further study of the prognostic significance of these proteins in patients with aneurysma SAH is warranted.