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Reevaluation Hepatitis B Core Antikörper negativer Serumproben von Patienten mit chronischer Hepatitis B

Re-evaluation of anti-HBc non-reactive serum samples from patients wirh persistent hepatitis B infection

Kantelhardt, Vera Christin


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Freie Schlagwörter (Deutsch): HBV , HBcAg , anti-HBc , MEIA
Freie Schlagwörter (Englisch): HBV , HBcAg , anti-HBc , MEIA
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Medizinische Virologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.12.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 31.01.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Unter den verschiedenen Antigenen des Hepatitis B Virus (HBV) führt das Hepatitis B Core Antigen (HBcAg) zur stärksten Immunreaktion. So kommt es im Rahmen einer Hepatitis B in den allermeisten Fällen zur Bildung von Antikörpern gegen HBcAg (anti-HBc).
Unter 3309 Hepatitis B Surface Antigen (HbsAg) positiven Seren wurden durch einen kommerziell erhältlichen (Mikropartikel)-Enzym-Immunoassy (M / EIA) 34 Proben von 22 Patienten anti-HBc negativ getestet. Bei der Suche nach möglichen Ursachen für das Fehlen von anti-HBc bei diesen Patienten zeigte sich, dass neun Patienten immunsuppremiert waren bzw. bei ihnen eine HIV-Koinfektion vorlag. Bei 13 Patienten, fünf davon wurden perinatal infiziert, war allerdings keine Immunsuppression bekannt. Das HBc-Gen konnte bei sieben Patienten sequenziert werden. Dabei fanden sich keine Mutationen, die das negative Ergebnis im anti-HBc-Test erklären könnten.
Zur Reevaluation der Seren wurde ein neuer anti-HBc-Test entwickelt: Die im Serum enthaltenen Antikörper wurden dabei an Protein G beschichtete magentische Kügelchen gebunden und anti-HBc über 32P-markiertes rekombinantes HBcAg nachgewiesen. Die radioaktive Markierung erfolgte durch carboxyterminale Phosphorylierung des HBcAg, wie sie auch Teil des natürlichen Replikationszyklus von HBV ist. Da rekombinant hergestellte Capside keine Proteinkinase enthalten wurde Proteinkinase C zu dissoziierten Capsiden zugefügt. So konnten die Core Proteine radioaktiv phosphoryliert werden. Anschließend wurden die Capside rekonstituiert. Die Spezifität der Immunpräzipitation (IP) konnte durch Kompetition mit unmarkiertem HBcAg kontrolliert werden. Um die Sensitivität zu überprüfen wurden Verdünnungsreihen parallel mittels IP und MEIA getestet. Dabei war die IP bei anti-HBe positiven Seren 1,8fach (1,3 - 2,9) sensitiver als der MEIA, während sie bei anti-HBe negativen Seren von chronisch Infizierten 6,5fach (5,8 - 7,4) sensitiver war.
Von den 34 HbsAg positiven, anti-HBc negativen Seren war von 27 ausreichend Volumen für die IP vorhanden. IP testete davon sieben Seren positiv, vier unspezifisch und 16 ebenfalls negativ. Auch mit der sensitiveren IP blieben Seren negativ. Ein negativer anti-HBc-Titer allein reicht damit nicht aus um eine Hepatitis B auszuschließen, weitere Tests (z.B. HBV-DNA) sind hierzu notwendig.
Kurzfassung auf Englisch: Core antigen (HBcAg) is the most immunogenic component of hepatitis B virus (HBV) and is believed to induce virtually always antibodies (anti-HBc) in infected individuals.
Among 3309 hepatitis B surface antigen (HBsAg) positive sera 34 samples from 22 patients were identified to be negative for anti-HBc in commercially available (microparticle) enzyme immune assays (M / EIA). As possible reasons for the lack of anti-HBc in these patients nine patients were identified suffering from immunosuppression or HIV coinfection. Thirteen patients were immunocompetent; five of them were perinatally infected. Sequence data of the HBc gene were available from seven patients. None of the obsessed mutations should have affected the major epitopes and should have led to formation of aberrant anti-HBc.
For re-evaluation of these sera a new assay for anti-HBc was developed: Protein G-coated magnetic beads separated the antibodies and 32P-labelled recombinant HBcAg marked the anti-HBc-antibodies. Labelling was achieved by carboxyterminal phosphorylation as it is part of the life cycle of HBV. Because recombinant capsids do not contain protein kinases, protein kinase C was added to dissociated capsids followed by radioactive phosphorylation of the core proteins and subsequent reconstitution of the capsids.
Specifity of the immune precipitation (IP) was controlled for by competition with unlabelled HBcAg. Sensitivity of the IP was controlled by testing dilutions of anti-HBc positive sera with and the MEIA in comparison. IP was found to be 1.8-fold (1.3 - 2.9) more sensitive than MEIA using anti-HBe positive sera, but 6.5-fold (5.8 - 7.4) more sensitive with anti-HBe negative sera of patients with chronic hepatitis B.
Out of the 34 HBsAg positive, anti-HBc negative serum samples 27 were available in sufficient volumes to perform IP. IP was positive in seven, unspecific in four and negative in 16 sera. Even with the more sensitive IP some serum samples remained negative. Therefore a negative titre of anti-HBc alone is not sufficient to rule out a hepatitis B, further testing (for example HBV-DNA) is necessary.