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Frühes mikrozirkulatorisches Versagen im Gehirn der Ratte im Verlauf der Sepsis : Untersuchungen der cerebralen Autoregulation und neurovaskulären Kopplung

Klatt, Sabine


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler 2010
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.510 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär - Physiologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5700-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.01.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 01.02.2011
Kurzfassung auf Deutsch: In der humanmedizinischen, aber auch in der tiermedizinischen
Intensivmedizin stellt die Sepsis einen lebensbedrohlichen Zustand dar, der bei
kritisch kranken Patienten tödlich enden kann. Hierbei entwickelt sich eine
Störung der Makro - , aber auch der Mikrozirkulation mit damit verbundenen
Perfusionsstörungen, die in einer klinisch relevanten Organdysfunktion mündet.
In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss einer endotoxinvermittelten
Sepsis auf die Mikrozirkulation des Gehirnes untersucht. Es konnte gezeigt
werden, dass es schon sehr früh zu einer gestörten bedarfsadaptierten
Blutflussregulation (neurovasuläre Kopplung) kommt, gefolgt von einer
verzögerten substratmangel - bedingten Neuronendysfunktion. Demgegenüber
zeigte sich die cerebrale Autoregulation als wesentlich stabiler, so dass die
Testung der Autoregulation in klinischen Situationen falsch negative Befunde
liefert.
Die therapeutischen Effekte des Katecholamins Noradrenalin und des
spezifischen iNOS - Inhibitors 1400 W zeigten, dass Norepinephrin wie auch
1400 W in der Lage sind den systemischen Kreislauf zu stabilisieren.
Demgegenüber konnte Norepinephrin aber das Auftreten einer cerebralen
Hyperämie nicht verhindern, während 1400 W hier eine Stabilisierung
erbrachte. Die Mikrozirkulationsstörung konnte ebenfalls von Norepinephrin
nicht verhindert werden, wobei 1400W eine relative Stabilisierung bei jedoch
negativen Auswirkungen auf die somatosensorisch evozierten Potentiale
(SEP´s) hatte, sodass die Therapie mit iNOS Inhibitoren bzgl. eines klinischen
Einsatzes zur Zeit als problematisch gewertet werden muss.
Für die Praxis ergeben sich als Schlussfolgerungen, dass vor allem die
Mikrozirkulation im Verlauf einer Sepsis stabilisiert und verbessert werden
sollte.
Während Norepinephrin oder 1400 W auf Teilbereiche einen positiven
Einfluss haben, zeigen sie auch nachteilige Wirkungen, so dass nach weiteren
Therapieregimes geforscht werden muss, die gegebenenfalls das
Mikrozirkulationsversagen verbessern können. Bevor dies endgültig erforscht
ist, scheinen Kombinationstherapien erfolgversprechend zu sein, um
verschiedene Aspekte der sepsisbedingten Organschädigung therapieren zu
können.
Kurzfassung auf Englisch: In the human and veterinary intensive care unit sepsis represents a lifethreatening
condition, which can be deadly to critically ill patients.
Here, a dysfunction of the macro - and also micro - circulation with
combined perfusion disorders is developed, which ends in a relevant clinical
organ dysfunction.
The present work examines the influence of an endotoxin mediated sepsis
syndrome on the microcirculation of the brain. It showed an early disturbance of
the demand adapted blood flow regulation (neurovascular coupling), followed
by a delayed neuronal dysfunction that is based on a limited substrate absence.
On the other hand the cerebral autoregulation is considerably stable, so
that clinical tests focussing on the autoregulation might lead to false negative
results in clinical situations.
The therapeutical effects of the catecholamine norepinephrine or the
specific iNOS - inhibitor 1400 W indicated that norepinephrin and 1400 W can
stabilise the macro - circulation. However, norepinephrine cannot prevent the
occurrence of cerebral hyperemia, whereas 1400 W showed a stabilisation.
However, the breakdown of the microcirculation cannot be prevented by
norepinehrine. 1400W showed a relative stabilisation in parallel direct negative
effects on the somatosensory evoked potentials (SEP´s), so that the therapy
with iNOS inhibitors cannot be recommanded in clinical practice unequivocally.
From the study it can be concluded for the praxis that the microcirculation
during the course of sepsis syndrome should be stabilised and improved.
While norepinephrin or 1400 W have several positive effects on
subdomains, they also have negative effects, so that further therapy regimes
are needed, which can improve the microcirculation.
Until final research, combination therapies seems to be successful, to
therapy diverse aspects of organic damages induced by a sepsis.