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Die Bedeutung des Transporters SOAT (SLC10A6) für die Entwicklung von Estrogen-abhängigen Mammakarzinomen

Karakus, Emre


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : VVB Laufersweiler 2009
pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.522 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5429-6
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.07.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 01.02.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Im Jahre 2004 wurde am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Justus-Liebig-
Universität in Giessen ein neues Transportprotein kloniert, das aufgrund seiner Substrate als
Sodium-dependent Organic Anion Transporter, (SOAT) bezeichnet wurde. Wegen seiner
Sequenzhomologie wurde der SOAT als SLC10A6 der SLC10-Familie zugeordnet, die bis
dahin als Natrium/Gallensäuretransporter-Familie bezeichnet wurde. Im Gegensatz zu den bis
dahin bekannten Mitgliedern der SLC10 -Familie NTCP und ASBT transportiert SOAT keine
Gallensäuren. Zu seinen Substraten zählen die sulfatierten Steroide Estron-3-sulfat (E1S),
Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) und Pregnenolonsulfat. Sulfatierte Steroide spielen
eine herausragende Bedeutung im Zusammenhang mit Estrogen-abhängigen
Mammatumoren beim Menschen. Zwei Drittel des Brustkrebses treten in der
postmenopausalen Phase auf. Der wesentliche Teil dieser Tumore ist Estrogen-abhängig,
obwohl in dieser Lebensphase die Plasmaspiegel aktiver Estrogene unter dem biologisch
wirksamen Niveau liegen. Es finden sich aber auch in der Postmenopause micromolare
Konzentrationen der sulfatierten Steroide E1S und DHEAS im Plasma. Diese können im
Mammatumorgewebe nach Aufnahme in die Zellen in einer intrakrinen Synthese in die aktiven
Estrogene Estron (E1) und Estradiol (E2) umgewandelt werden.
Aufgrund seines Substratspektrums und seiner nachgewiesenen Expression in
Mammatumorgewebe ist SOAT möglicherweise an der intrakrinen Synthese von Estrogenen
in Brustkrebsgewebe beteiligt. Um die Bedeutung des SOAT für die Steroidsulfat-abhängige
Proliferation von Mammatumoren zu untersuchen, wurde die Estrogen-abhängige
Mammatumor-Zelllinie T47D mit einem Expressionsvektor des SOAT transfiziert. Funktionelle
Expression des Proteins wurde überprüft durch RT-PCR und Aufnahmemessungen mit
[3H]E1S. Die Sensitivität der Zellen für E1S wurde in einem Proliferationsassay in Form des
EC50 der E1S-Konzentration im Medium bestimmt.
Es zeigte sich, dass SOAT-transfizierte T47D-Zellen mit einem EC50 von 2,2 ± 0,3 nM eine
10fach höhere Sensitivität für E1S aufweisen als die Kontrollen mit 21,7 ± 2,1 nM. Dieser
Effekt war durch den Estrogenrezeptor-Antagonisten Tamoxifen und den Steroidsulfatase-
Inhibitor STX64 hemmbar, wodurch gezeigt werden konnte, dass der SOAT-Effekt
Estrogenrezeptor-abhängig und an die intrakrine Synthese von Estrogenen aus E1S gekoppelt
ist. Darüber hinaus war die SOAT-vermittelte Proliferation hemmbar durch die SOATInhibitoren
2-und 4-Sulfooxymethylpyren.
Es konnte somit gezeigt werden, dass SOAT an der E1S-vermittelten Proliferation von
Mammatumoren beteiligt sein kann und dass der Einfluss des SOAT durch spezifische
Hemmstoffe aufgehoben werden kann. SOAT ist demnach als Target für die antiendokrine
Therapie von Estrogen-abhängigen Mammatumoren vorstellbar.
Kurzfassung auf Englisch: At the Institute of Pharmacology and Toxicology of the Justus-Liebig-University in Giessen in
2004 a new Transporter was cloned, that because of its substrates was called Sodium
dependent Organic Anion Transporter (SOAT). Due to its sequence homology it was classified
as SLC10A6 in the SLC10-family, hitherto called sodium bile salt cotransport family.In contrast
to the other members of the SLC10-family, NTCP and ASBT, SOAT does not transport bile
acids. To its substrates belong the sulfated steroids estrone-3-sulfate (E1S),
dehydroepiandrosterone sulfate and pregnenolone sulfate.
Sulfated steroids play an importante role in the context of estrogen dependent breast cancer
in women. Two third of the mamma tumors occur in the postmenopausal period of life, despite
the fact, that the plasma levels of active estrogens in this period is below biological effective
concentrations. In contrast sulfated steroids are still present in the plasma in micro molar
concentrations. These are precursors for the intrakrine synthesis of the active estrogens
estrone (E1) and estradiol (E2) in breast cancer tissue after uptake in the cells.
Because of its substrate spectrum and proved expression in mamma tumor tissue SOAT may
be involved in intrakrine estrogen synthesis in breast cancer. To clear the significance of
SOAT in this context, the estrogen dependent breast cancer cell line T47D was transfected
with an expression vector for SOAT. Functional expression of SOAT in the transfected cell line
was proved by RT-PCR and uptake measurements with [3H]E1S.
E1S sensivity was determined as EC50 of E1S concentration in a proliferation assay. In this
assay SOAT transfected T47D cells showed with an EC50 of 2,2 ± 0,3 nM a 10fold enhanced
sensitivity to E1S compared to control (EC50 21,7 ± 2,1 nM). This effect was reversible by the
estrogen receptor antagonist tamoxifen and the steroid sulfatase inhibitor STX64. Thereby the
estrogen receptor dependence of the SOAT effect could be shown as well as the coupling to
the intrakrine synthesis of free estrogens. Furthermore the SOAT mediated proliferation was
inhibited by the SOAT inhibitors 2- and 4-sulfooxymethylpyrene.
In summary the study shows, that SOAT may be involved in E1S mediated proliferation of
breast cancer and that its impact can be inhibited by specific inhibitors. Thereby SOAT is
conceivable as target in the pharmacological therapy of breast cancer.