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Frauen mit und ohne Heparin während der Schwangerschaft : Vergleich von Geburt und Wochenbett

Knospe, Anja


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
pdf-Format: Dokument 1.pdf (953 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Interdisziplinäres Schwerpunkt für Hämostaseologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5685-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.11.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 15.12.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Schwangerschaft per se führt zu erheblich erhöhtem Thromboserisiko. Bei
Frauen mit thrombophilen Diathesen ist das Risiko, während Schwangerschaft
und / oder Wochenbett thromboembolische Ereignisse zu erleiden, nochmals
höher. Darüber hinaus sind bei Frauen mit thrombophilen Diathesen vermehrt
Spontanaborte zu verzeichnen. Aktuell stellt niedermolekulares Heparin den
„Goldstandard“ zur Prophylaxe und Therapie von Thrombosen in Schwangerschaft
und Wochenbett dar.
In der vorliegenden Studie wurden insgesamt 138 Patientinnen mit thrombophilen
Diathesen und/oder thromboembolischen Ereignissen in der Anamnese untersucht,
die während der Schwangerschaft und bis zu 6 Wochen postpartal mit
niedermolekularem Heparin, bzw. in 3 Fällen mit unfraktioniertem Heparin, behandelt
wurden. Als Vergleichsgruppe dienten 99 Frauen mit normal verlaufender
Schwangerschaft ohne Heparinbehandlung. Wir wollten herausfinden, ob
und welche Unterschiede es insbesondere bezüglich Geburt und Wochenbett
zwischen diesen beiden Gruppen gibt.
Unsere Ergebnisse zeigten eine hohe Sicherheit und Effektivität von niedermolekularem
Heparin während Schwangerschaft und Wochenbett. Es wurden jedoch
Unterschiede zwischen Frauen mit und ohne Heparin in der Schwangerschaft
bezüglich Geburtsmodus und Wochenbett-Komplikationen beobachtet.
So haben in der Patientinnengruppe fast doppelt so viele Frauen per Sectio
entbunden als in der Vergleichsgruppe. Im Wochenbett gab es nur in der Patientinnengruppe
Komplikationen wie Blutungen oder Thromboembolien. Diese
Unterschiede sind unserer Meinung nach allerdings nicht auf die Heparinbehandlung
zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Tatsache, dass Heparinbehandelte
Patientinnen meist Risiko-Schwangere sind.
Eindrucksvoll war der Unterschied zwischen Aborthäufigkeit in Vorschwangerschaften
und aktuell untersuchter Schwangerschaft unter Heparinbehandlung
(63,1% vs. 10,9%). Diese Unterschiede sprechen für einen erheblichen Benefit
von Heparin bei Abortproblematik.
Kurzfassung auf Englisch: Pregnancy is a risk factor for thrombosis. Women with thrombophilic disorders
are at a higher risk of developing a thromboembolic event in pregnancy or
puerperal. Furthermore women with thrombophilic disorders have an increased
risk of miscarriage. Low-molecular-weight-heparin is the ‘gold standard’ for
prophylaxis and therapy of thrombosis in pregnancy and puerperal.
In total, 237 women were examined. 138 women (patient group) with
thrombophilia or history of thromboembolic events were treated with lowmolecular-
weight heparin (135/138) and unfractionated heparin (3/138) during
pregnancy and up to 6 weeks post partum. Some 99/237 women (control group)
who experienced normal pregnancies were not under heparin treatment. We
tried to find out whether differences exist concerning delivery and puerperium in
heparin treated women in comparison with normal pregnancies.
During delivery and puerperium, differences between women under heparin
treatment in comparison to women who had experienced normal pregnancies
were observed. More women of the patient group had a cesarean section than
women of the control group. Puerperal complications such as bleeding and
thromboembolic events were only seen in the patient group. However, these
differences clearly were a result of the higher risk category of the treated group
and not related to the heparin treatment.
For the patient group there was a significant difference in the percentage of
miscarriages in previous pregnancies (63.1 per cent) compared with
miscarriages in pregnancies where heparin was administered (10.9 per cent).
This demonstrates that heparin provides a benefit for women who have a high
risk of miscarriage.
The study demonstrates that low-molecular-weight heparin is safe and effective
in pregnancy and puerperal.