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Heparin in der Schwangerschaft bei Frauen mit und ohne Abort-Anamnese

Flögel, Friederike Dorothea


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
pdf-Format: Dokument 1.pdf (945 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Interdisziplinärer Schwerpunkt für Hämostaseologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-562-2
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.09.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 29.11.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Das Risiko für thromboembolische Ereignisse ist in der Schwangerschaft sowie
im Wochenbett hoch und stellt eine besondere Gefährdung für Mutter und Kind
dar. Thrombophile Diathesen erhöhen das Risiko für Thrombosen noch weiter
und führen zudem vermehrt zu Spontanaborten. Der Goldstandard zur Prophylaxe
und Therapie von Thromboembolien in der Schwangerschaft und im Wochenbett
ist niedermolekulares Heparin.
In unserer Studie wurden 138 Patientinnen untersucht, die wegen thrombophilen
Diathesen oder thromboembolischen Ereignissen während Schwangerschaft
mit niedermolekularem Heparin behandelt wurden. Drei Frauen bekamen
unfraktioniertes Heparin. Abhängig von ihrer Abort-Anamnese wurden die Frauen
in zwei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 bestand aus 65 Frauen, die mindestens
einen Abort in der Vorgeschichte hatten. Die Gruppe 2 umfasste 73 Frauen
ohne Abort-Anamnese.
Es wurde untersucht, ob es unter der Behandlung mit Heparin Unterschiede
bezüglich Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zwischen Frauen gibt, die
sich in der Abort-Anamnese unterscheiden.
Obwohl alle Frauen Heparin bekamen, hatten Patientinnen mit Aborten in der
Anamnese ein höheres Risiko für einen weiteren Abort in der aktuellen
Schwangerschaft als Frauen ohne Abort in der Vorgeschichte.
Allerdings stieg die Zahl der lebendgeborenen Kinder bei Frauen mit Abort-
Anamnese (Gruppe 1) im Vergleich zu vorausgegangenen Schwangerschaften
deutlich an. Während alle Frauen dieser Gruppe ohne Heparin Aborte in der
Vorgeschichte hatten, erlitten nur 21,5% dieser Frauen in der aktuellen
Schwangerschaft unter Heparin wieder einen Abort.
Bezüglich Komplikationen und Nebenwirkungen wie Blutungen, thromboembolischen
Ereignissen, HIT und Osteopenie bestanden keine Unterschiede, bis auf
die Tatsache, dass Frauen mit vorausgegangenen Aborten früher entbunden
haben als Frauen ohne Abort in der Vorgeschichte.
Unsere Daten unterstreichen, dass Heparin sicher und effektiv thromboembolische
Ereignisse in der Schwangerschaft und im Wochenbett verhindert. Außerdem
weisen unsere Daten daraufhin, dass Heparin die Abortrate senkt und einen
positiven Einfluss auf das Schwangerschaftsoutcome hat.
Nebenwirkungen des Heparins in der Schwangerschaft und im Wochenbett sind
im Vergleich zum Behandlungserfolg gut vertretbar.
Es ergaben sich keine Unterschiede bei der Behandlung mit Heparin bezüglich
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in Hinblick auf die Abort-Anamnese.
Frauen mit Aborten in der Vorgeschichte profitierten deutlich von der Behandlung
mit Heparin in Bezug auf die Lebendgeburtenrate.
Kurzfassung auf Englisch: There is a high risk for thromboembolic events in pregnancy and the postpartal
period. Thrombophilia also raises the risk of thrombosis and miscarriages.
Low-molecular-weight heparin is actually the ‘gold standard’ in prophylaxis and
therapy of thromboembolic events in pregnany and puerperal.
For our study 138 women were examined in total (aged 22-48). All women were
under heparin prophylaxis during pregnancy due to previous thromboembolic
events or severe thrombophilia. The majority (135/138) were treated with lowmolecular-
weight heparin, 3/138 women was medicated with unfractionated
heparin.
Patients were devided into two groups, based on their previous history of abortion.
65/138 women (group I) had one or more previous miscarriages while
73/138 women (group II) had no previous miscarriages. The aim of our study
was to investigate the differences in pregnancy and puerperal amongst women
with different histories of abortion.
The results of our analysis can be summarised as follows: Under heparin treatment,
women with a previous history of abortion had a higher rate of miscarriages
than women who had never suffered previous miscarriages.
However the number of miscarriages of group I patients was relatively low under
heparin prophylaxis during pregnancy (21,5%) in comparison to previous
pregnancies without heparin.
No differences between the groups in complications and side effects such as
bleeding, thromboembolic events, HIT and osteopenia in pregnancy or puerperal
could be found. Women with previous miscarriages had more premature
births than women without previous miscarriages.
Hence, our study and other studies demonstrate that heparin is safe and effective
in preventing thromboembolic events in pregnancy and the postpartal period.
The data suggest, that heparin treatment during pregnancy seems to be
helpful for women with previous miscarriages. Side effects of heparin are lower
and insignificant when compared with the benefits of the treatment.
In summary, the study demontrates that there are no differences in heparin
treatment in pregnancy and puerperal concerning the history of abortion.
Women who had suffered previous miscarriages had a high rate of live birth
under heparin treatment.