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Häufigkeit und Schweregrad von Zahnerosionen bei Rekruten

The prevalence and severity of dental erosion in recruits

Aßmann, Tobias


pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.693 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.10.2010
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 24.11.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz der Erosionen und die beeinflussenden
ätiologischen Faktoren bei jungen Männern zu bestimmen.
Zur Auswertung kamen die Daten von 362 Rekruten der deutschen
Bundeswehr im Alter von 17 bis 28 Jahren (Mittelwert 20,8 +/-1,6 Jahre,
Median 22 Jahre). Im Rahmen einer klinischen Untersuchung wurden
alle Zähne mit Ausnahme der dritten Molaren auf faziale, okklusale und
orale Erosionen untersucht, die nach dem Index von Lussi kategorisiert
wurden. Außerdem erfolgte die Bestimmung des DMF-T- und DMF-S Index.
Sozial-, Ernährungs- und Gesundheitsdaten wurden mit Hilfe eines
Fragebogens erhoben.
84 Probanden (23,3%) wiesen mindestens eine Erosion auf. 22,7%
hatten eine Erosion Grad 1 und 4,1% eine Erosion Grad 2. Der arithmetische
Mittelwert für den Erosionsindex betrug 0,8 +/-2,1. Okklusale
Zahnflächen (Grad 1: 19,1%; Grad 2: 3,9%) waren häufiger von Erosionen
betroffen waren als faziale (Grad 1: 8,3%) und orale (Grad 1: 0,6%;
Grad 2: 0,3%). An den fazialen Zahnflächen der Oberkieferinzisiven war
eine erhöhte Prävalenz von Erosionen Grad 1 zu beobachten. Die okklusalen
Erosionen (Grad 1 und Grad 2) zeigten eine Häufung an den
ersten Molaren im Unterkiefer.
Die Prävalenz von Erosionen war bei Probanden mit einer höheren
Schulbildung mit 30,1% statistisch signifikant höher als bei Probanden
mit niedriger oder mittlerer Schulbildung (23,1% bzw. 16,7%). Ein statistisch
signifikanter Einfluss der Wohnregion und des Bundeslandes ließ
sich dagegen nicht nachweisen.
Im Hinblick auf die Gesundheitsdaten konnte ein Zusammenhang zwischen
Erosionen und Mundtrockenheit nicht nachgewiesen werden,
während Studienteilnehmer mit Reflux oder chronischem Erbrechen signifikant
häufiger Erosionen aufwiesen auf als die Vergleichsgruppe
(43,5% vs. 21,8%). Bezüglich des DMF-T und DMF-S unterschieden
sich Probanden mit und ohne Erosionen nicht.
Weiterhin wurde untersucht, ob das Auftreten von Erosionen von der
Aufnahmefrequenz säurehaltiger Speisen und Getränke beeinflusst ist,
die mit Hilfe eines Scores in drei Risikogruppen eingeteilt war. In der
niedrigsten Risikogruppe betrug die Prävalenz 25,5%, bei einem mittleren
und hohen Risiko lagen die Werte bei 25,0% bzw. 19,7%. Ein statistisch
signifikanter Einfluss des Verzehrs säurehaltiger Speisen und Getränke
auf die Prävalenz von Erosionen bestand demnach nicht. Zusätzlich
wurde überprüft, ob ein Zusammenhang zwischen dem Grad der
nachgewiesenen Erosionen und der Risikogruppe des Probanden besteht.
Bezogen auf Erosionen vom Grad 1 erwies sich der Zusammenhang
nicht als signifikant. Dagegen zeigte sich für Erosionen vom Grad 2
eine mit zunehmender Risikoklasse eine steigende Prävalenz.
Erosionen stellen in Deutschland einen häufigen, wenn auch nicht
schwerwiegenden Mundbefund dar. Im Hinblick auf die ätiologischen
Einflüssen konnte ein signifikanter Einfluss nur für die Schulbildung sowie
für den Faktor Reflux / chronisches Erbrechen nachgewiesen werden.
Da die ätiologischen Faktoren in der Literatur insgesamt kontrovers
beurteilt werden, besteht hier weiterhin Forschungsbedarf.
Kurzfassung auf Englisch: The objective of the study was to evaluate the prevalence of dental erosions
and the associated etiological factors in young males. 362 German
recruits between 17 and 28 years (mean age 20.8 +/-1.6 years, median
age 22 years) were examined for frequency and severity of erosion on
all tooth surfaces except the third molars. Facial, occlusal and oral erosions
were classified according to the index of Lussi. Furthermore, the
DMF-T and DMF-S index was measured. A questionnaire was given to
the recruits in order to explore social and dietary factors as well as medical
history.
84 recruits (23.3%) had at least one dental erosion. 22.7% had an erosion
grade 1 and 4,1% had an erosion grade 2. The erosion index
amounted for 0.8 +/-2.1 in arithmetic average. Occlusal surfaces showed
a greater prevalence of dentral erosions (grade 1: 19.1%; grade 2: 3.9%)
than facial (grade 1: 8.3%) and oral surfaces (grade 1: 0.6%; grade 2:
0.3%). Especially in the facial surfaces of the upper incisors the prevalence
of dental erosions grade 1 was seen to be higher, whereas the
greatest prevalence of occlusal erosions (grade 1 and grade 2) was
attributed to the first molars of the mandible.
Recruits with a higher educational level had a significantly higher prevalence
of erosion (30.1%) than recruits with a low or an average educational
level (23.1% resp. 16.7%). A statistically significant impact of the
region of domicile could not be demonstrated.
As to the medical history, there was no association between dental erosions
and xerostomia, whereas persons with gastroesophageal reflux or
chronic vomiting had significantly more erosions than persons without
this factor (43.5% vs. 21.8%). The comparison of recruits with and without
dental erosions did not result in a significant impact of DMF-T and
DMF-S.
Another aim of the study was to answer the question, if there is a relationship
between the intake frequency of acidic food and drinks, which
was by means of a score divided into three risk groups. Recruits with the
lowest risk had a prevalence of 25.5%. Medium and high risk scores resulted
in a higher prevalence of dental erosions (25.0% resp. 19.7%). As
a consequence, there was no statistically significant impact of acidic
foods and drinks. Additionally, the association between the grade of erosion
and the dietary risk group was evaluated. Dental erosions grade 1
showed no significant impact, whereas the prevalance of dental erosions
grade 2 increased in correlation with the risk score.
In conclusion, there is a high prevalence of dental erosions in German
recruits. A significant etiological impact could be demonstrated only for
the factors educational level and reflux/chronic vomiting. As still controversy
exists concerning the etiology of dental erosions, further studies
are necessary.