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Der Einfluss unterschiedlicher Graftdurchmesser und Kommissurhöhen auf die Aortenklappeninsuffizienz nach Reimplantation der Aortenklappe

De Vivo, Franco


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Aortenklappeninsuffizienz , Aortenklappe , Tirone David , Kommissurhöhen , klappenerhaltender Ascendensersatz
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Herz-, Kinderherz- und Gefässchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.11.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 09.11.2010
Kurzfassung auf Deutsch: EINLEITUNG:
Klappenerhaltende Rekonstruktionen sind bei Aneurysmen der Aortenwurzel
und/oder der aszendierenden Aorta sowie bei Aortendissektion indiziert. Zwei
alternative Techniken kommen zur Anwendung – die Remodellierung nach Yacoub
und die Reimplantation nach David. Bei beiden Verfahren gibt es eine geringe,
jedoch stete Versagerquote bezüglich der postoperativen Aortenklappeninsuffizienz,
deren Ursachen bislang nicht geklärt wurden. Pethig und sein Team stellten fest,
dass ein bestimmter Koaptationstyp (Typ C – Koaptationsebene unterhalb des
Konduitrandes) den wichtigsten Prädiktor für die postoperative
Aortenklappeninsuffizienz darstellt.
FRAGESTELLUNG:
In der vorgelegten Arbeit gingen wir der Frage nach, ob Veränderungen des
Graftdiameters oder der Kommissurenhöhe nach vorgenommener
Klappenreimplantation nach Tirone David einen Einfluss auf den Koaptationstyp
haben.
MATERIAL UND METHODEN:
In der in-vitro Studie arbeiteten wir mit Aortenklappen vom Schwein. Die Dichtigkeit
der Klappen wurde anhand von Messungen der Menge des Refluxwassers beurteilt.
Der Durchmesser des Grafts wurde mittels einer Schlauchschelle um 30% bzw. 50%
verringert. Die Kommissurenhöhe wurde in zwei Schritten um 10% bzw. 20%
reduziert.
ERGEBNISSE:
Es wurde eine negative Korrelation zwischen der Kommissurenhöhe und der
Klappeninsuffizienz festgestellt: je niedriger die Höhe der Kommissuren, um so
höher die Undichtigkeit der untersuchten Klappen. Darüber hinaus ergab sich mit
abnehmender Kommissurenhöhe eine signifikante Verschiebung des
Koaptationstyps hin zum prognostisch ungünstigen Typ C nach Pethig.
Reduktionen des Graftdurchmessers hatten dagegen keinen in-vitro messbaren
direkten Einfluss auf die Klappenkompetenz, doch wurde auch hier ein Trend zur
Verschiebung des Koaptationstyps in Richtung Typ C beobachtet, was ebenfalls auf
ein potenziell höheres Risiko postoperativ auftretender Aorteninsuffizienz schließen
lässt.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Der Koaptationstyp wird offenbar auf entscheidende Weise von der Höhe der
Kommissuren beeinflusst. Eine intraoperative transösophageale
echokardiographische Kontrolle und ggf. die Korrektur ungünstiger Koaptationstypen
durch Anpassung der Kommissurenhöhen könnte den Anteil nicht
zufriedenstellender Resultate nach Reimplantationen nativer Aortenklappen senken.
Kurzfassung auf Englisch: BACKGROUND: In addition to the size of the graft, the resuspension of the commissures has been described as important for valve function in valve-sparing aortic root replacement procedures. This study describes the influence of a stepwise reduction of the fixation level of the commissures within the graft as well as a stepwise reduction of graft size on valve insufficiency.

METHOD: Porcine aortic valves were reimplanted into a tubular graft and the height of the commissures was reduced in a stepwise manner. In a second series of experiments, the diameter of the grafts was reduced by 30 % and 50 %.

RESULTS: A reduction of the commissure heights by 10 % and 20 % caused a significant increase in reflux water. Using the criteria of homograft preparation, a 10 %, but not a 20 %, reduction was tolerated. The coaptation level of the valve became increasingly lower, indicating a higher risk for late valve incompetence. A reduction of the prosthesis diameter by 30 % and 50 % did not result in insufficiency of the valve but it lowered the coaptation level.

CONCLUSION: Resuspension of the commissures within the graft has a more important impact on early failure rates than the choice of graft size.