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Vergleich der anästhesiologischen Wirkungen und Nebenwirkungen von Proxymetacain und Oxybuprocain bei der Anwendung an der Hornhaut ophthalmologisch gesunder Hunde

Goeck, Diana Vera


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.235 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere - Chirurgie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5626-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.09.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 02.11.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Beim klinischen Einsatz von lokalanästhetischen Augentropfen fallen Wirkunterschiede
zwischen Präparaten und der verabreichten Tropfenzahl auf. In der vorliegenden Studie
werden daher die Wirkung und Nebenwirkungen der zwei in Deutschland häufigsten ophthalmologischen
Lokalanästhetika, Proxymetacain und Oxybuprocain, miteinander verglichen.
Es werden 60 ophthalmologisch gesunde Hunde in einer prospektiven, doppelt geblindeten,
randomisierten Studie zwei Mal untersucht: Jeder Hund bekommt von beiden Präparaten
einen und zwei Tropfen appliziert, so dass vier verschiedene Behandlungsvarianten zustande
kommen: P=1 Tropfen Proxymetacain, PP=2 Tropfen Proxymetacain, C=1 Tropfen Oxybuprocain,
CC=2 Tropfen Oxybuprocain. Durch dieses Vorgehen wird jede dieser Behandlungsvarianten
an jedem Hund angewandt. Die Auswertung beinhaltet sowohl die Ästhesiometrie
als auch die Tonometrie (TonoPen®XL) und Messung der basalen Tränenproduktion
(Schirmer Tränentest 2). Die Ästhesiometrie wird an fünf Messstellen der Hornhaut (zentral,
nasal, dorsal, temporal und ventral) mit einem Cochet-Bonnet-Ästhesiometer durchgeführt.
Die Ästhesiometrie ergibt den Nachweis, dass es zu statistisch signifikant unterschiedlicher
Wirkstärke kommt, und zwar zum einen in Abhängigkeit von dem angewandten Präparat als
auch von der applizierten Tropfenzahl. Dies ergibt folgende aufsteigende Effektivität: P – C –
PP – CC. Es kommt zur Beeinflussung der ästhesiometrischen Werte durch das Alter der
Hunde. Aber es können keine signifikanten Unterschiede in den Begleiterscheinungen
(Retraktion des Bulbus, anhaltender Blepharospasmus) festgestellt werden. Der Einfluss der
verschiedenen Behandlungsvarianten wird ebenfalls bei der Tonometrie beobachtet. Die
Hunde mit der effektiveren Behandlungsvariante zeigen statistisch signifikant weniger
Abwehrbewegungen in Erwartung der Annäherung des Tonometers. Dies bestärkt das oben
schon aufgeführte Ergebnis, dass P zur geringsten Sensibilitätsabnahme führt. Mit zunehmendem
Alter kommt es zum abnehmendem intraokularen Druck.
Neben dem analgetischen Effekt besitzen die Lokalanästhetika auch eine drucksenkende
Wirkung. Sie nimmt in folgender Reihenfolge zu: P – C – PP – CC.
Interessanterweise wird die Tränenproduktion anders als der intraokulare Druck durch die
Anzahl der verabreichten Augentropfen statistisch signifikant beeinflusst, so dass eine andere
Reihenfolge der Wirkeffekte entsteht: P - PP - C - CC.
Die Messung des Schirmer Tränentests 2 wird durch die Anzahl der applizierten Augentropfen
und das Gewicht der Hunde statistisch signifikant beeinflusst. Es entsteht eine anders
geordnete Reihenfolge der Effektivität der vier Behandlungsvarianten im Vergleich zur
Ästhesiometrie und Tonometrie. Die gemessene Menge an Tränenflüssigkeit nimmt nämlich
wie folgend aufgeführt ab, bzw. der hemmende Einfluss auf die produzierte Tränenflüssigkeit
wie folgend aufgeführt zu: P – PP – C – CC.
Es besteht also ein messbarer Unterschied in der anästhesiologischen Wirkstärke zwischen
den beiden Lokalanästhetika und der angewandten Tropfenzahl. Außerdem kommt es zu
einem statistisch signifikanten Unterschied in der drucksenkenden und hemmenden Wirkung
auf die Tränenproduktion: Oxybuprocain besitzt eine größere anästhesiologische und drucksenkende
Effektivität, zwei Tropfen beider Präparate eine größere anästhesiologische und
hemmende auf die Tränenproduktion.
Kurzfassung auf Englisch: In the clinical use of local anaesthetics differences in the efficacy between agents and their
doses are well known. This study was conducted to compare the effects and side effects of
the two most common topical anaeshetics in the ophthalmological practice – proxymetacaine
and oxybuprocaine. For this purpose 60 clincally normal dogs were examined in a
prospective double blinded randomized study: Each dog was examined twice in a two week
sequence. The eyes were examined seperately after treatment with either one drop or two
drops of both anaesthetics, which yield four different “treatment variants”: P=one drop of
proxymetacaine, PP=two drops of proxymetacaine, C=one drop of oxybuprocaine, CC=two
drops of oxybuprocaine. With this regime each dog receives each possible treatment. The
efficacy was assessed by use of aesthesiometry as well as tonometry (TonoPen®XL) and
determination of the basal tear production (Schirmer tear-test 2). A Cochet-Bonnet-
Aesthesiometer was used to determine the efficacy of treatment at five defined spots on the
cornea (centrally, nasally, dorsally, temporally and ventrally). By this method a statistically
significant difference of pain reduction could be measured between the applied drugs and
their doses in the following ascending order: P - C - PP - CC. The age had a significant
influence as older dogs have shown generally decreased pain perception. Although
differences could be clearly measured, there were no differences in the defense reactions of
the animals (retraction of the eye ball, excessive blepharospamus). The influence of the
agents was also observed in the tonometric examination following aesthesiometry. The
animals with the more effective treatment regime showed significantly less defense reactions
prevenient of the tonometry, reflecting the less expected pain associated with the procedure.
In addition to the gradual reduction in pain perception the intraocular pressure is decreased
correspondently: P - C - PP - CC. Furthermore, with increasing age there is a statistically
significant decrease of intraocular pressure.
Interestingly, tear production was also statistically significantly influenced by the treatment
regime, however, in a different order compared with pain perception and intraocular pressure.
There is a reduction of tear production in the following order: P - PP - C - CC. With
increasing body weight there is a statistically significant increase of tear production in STT 2.
In summary we measured a statistically significant difference between the topical
anaesthetics and the doses used. Besides, a decrease of intraocular pressure and tear
production was observed in association with the decrease in pain perception: oxybuprocaine
has the major anaesthetic and pressure lowering effect. Two drops of both agents statistically
significant decrease pain perception and tear production, but with increase of the dose of both
agents, a further decrease of intraocular pressure was not observed.