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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7811/


Die Bewertung der Hydrophilie niedrig visköser Elastomere unter Berücksichtigung unterschiedlicher Aushärtebedingungen und Tensidkonzentrationen

Haunschild, Sylvia


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.09.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 18.10.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die Kontaktwinkelmessung ist eine bewährte Methode um die Hydrophilie von Abformmaterialien zu bestimmen. Bis heute ist jedoch nicht geklärt, welche Wirkmechanismen und Ursachen, insbesondere bei tensidhaltigen Vinylpolysiloxanen, zu Veränderungen der Kontaktwinkel führen. Aus diesem Grund gibt es für die Interpretation der Messdaten keine eindeutige Erklärung.
Es war daher das Ziel dieser Studie die Oberflächeneigenschaften unterschiedlicher Abformmaterialien in Abhängigkeit der Rahmenbedingungen zu analysieren und anhand experimenteller, tensidhaltiger Vinylpolysiloxane den Wirkmechanismus der Tenside aufzuklären.
Aus experimentellen Vinylpolysiloxan-Abformmaterialien mit unterschiedlichen Tensidkonzentrationen (0%, 1,5%, 3% und 5%), C-Silikon und Polyether wurden jeweils sechs Prüfkörper hergestellt. 30 min nach Aushärtung der Prüfkörper unter unterschiedlichen Bedingungen (Luft, Glasplatte und Plexiglasplatte), erfolgte die Bestimmung der Kontaktwinkel nach der Sessile Drop-Methode (4 µl deionisiertes Wasser). Desweiteren wurden sechs Prüfkörper ausschließlich aus den experimentellen Vinylpolysiloxanen hergestellt und deren Kontaktwinkel ermittelt. 60 s nach Tropfenapplikation wurden die Tropfen auf ein Vinylpolysiloxan ohne Tensid übertragen. Die Aufzeichnung der Kontaktwinkel erfolgte als Funktion der Zeit. Die MALDI-TOF Massenspektrometrie diente zusätzlich zur Analyse der Tropfen.
Die Art der Aushärtung hatte hauptsächlich bei dem Polyether-Abformmaterial einen signifikanten Einfluss auf die Kontaktwinkel (p < 0,05). Die experimentellen Vinylpolysiloxane zeigten bei Zunahme der Tensidkonzentration abfallende Kontaktwinkel. Die Größe der Kontaktwinkel der übertragenen Tropfen war identisch mit denen, der jeweiligen experimentellen Silikone 60 s nach Tropfenapplikation. Die MALDI-TOF Massenspektrometrie bestätigte die Diffusion von Tensiden in die benetzende Flüssigkeit.
Die Kontaktwinkelmessung an hydrophilierten Vinylpolysiloxanen spiegelt folglich primär die Reduktion der Oberflächenspannung des Tropfens und nicht eine Veränderung der Materialeigenschaften des Abformmaterials wieder. Daher ist fraglich, in wieweit Kontaktwinkelmessungen hydrophilieter Vinylpolysiloxane Aussagen über die Benetzbarkeit einer feuchten Zahnoberfläche in-vivo erlauben.