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Die Effizienz der dezentralen Tumornachsorgeuntersuchungen kolorektaler Karzinome

Elsner, Christine


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Tumornachsorge , kolorektale Karzinome
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Asklepios-Klinik Lich, Abt. für Chirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.09.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 04.10.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Effizienz der dezentralen Tumornachsorge bei Patienten mit kolorektalen Karzinomen zu analysieren und aus den Ergebnissen sowohl die bisherigen therapeutischen Konsequenzen als auch das Regime der Nachsorgeuntersuchungen zu bestätigen bzw. zu optimieren.
Insbesondere sollte geklärt werden, ob durch unterschiedlich intensive Nachsorgeprogramme (strukturierte, diffuse, keine Nachsorgeuntersuchung) eine Verbesserung der 5-Jahres-Überlebensrate erzielt werden konnte.
Von 1991 bis 1995 wurden am damaligen Kreiskrankenhaus in Lich (heute Asklepios-Klinik Lich GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Gießen) 246 Patienten wegen eines kolorektalen Karzinoms operiert.
Es wurden die Daten von 161 R0-resezierten Nachsorgepatienten ausgewertet und mit den Ergebnissen der Nachsorgequalität verglichen.
Vorliegende Untersuchung führte zu folgenden Ergebnissen:
Im Nachsorgeverhalten zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen Kolon- und Rektumkarzinompatienten. Insbesondere wurde in beiden Tumorlokalisationsgruppen diffus nachgesorgt.
Je besser der Allgemeinzustand des Patienten war, desto häufiger wurden Nachsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen. Hierbei zeigte sich kein Unterschied im Nachsorgeverhalten diffus / strukturiert.
Mit zunehmendem Lebensalter wurden die Nachsorgen unregelmäßiger.
Hinsichtlich der Stadienzugehörigkeit wurde insbesondere im UICC-Stadium I-II diffus nachgesorgt, wobei ein großer Anteil der nicht nachgesorgten Patienten auch dem UICC-Stadium II angehörten.
Hinsichtlich der frühzeitigen Erkennung von lokoregionären Tumorrezidiven zeigte die strukturierte Nachsorge einen Vorteil gegenüber der diffusen Nachsorge.
Bei den Patienten mit Rektumkarzinomrezidiven konnte eine höhere Mortalitätsrate gegenüber den Patienten mit Kolonkarzinomrezidiven festgestellt werden.
Bei den Patienten mit metachronen kolorektalen Karzinomen und Zweitkarzinomen war wegen der niedrigen Fallzahl eine verlässliche Aussage hinsichtlich der Nachsorgequalitäten nicht möglich.
Bei den kolorektalen Adenomen zeigte die strukturierte einen deutlichen Vorteil gegenüber der diffusen Nachsorge.
Bei den metachronen Fernmetastasierungen zeigte sich für die strukturierte gegenüber der diffusen Nachsorge kein Vorteil. In aller Regel konnte bei Erkennen von Fernmetastasen lediglich eine symptomatische Therapie durchgeführt werden.
Ein hochsignifikanter Unterschied (p<0,0005) ergab sich bei der 5-Jahres-Überlebensrate im Vergleich zwischen nachuntersuchten und nicht nachuntersuchten Patienten. Ebenso zeigte sich im Vergleich dieser Patientengruppen ein signifikanter Unterschied (p=0,0365) bei der tumorspezifischen Sterberate.
Keinen signifikanten Unterschied (p=0,9559) zeigte der Vergleich zwischen strukturierter und diffuser Nachsorge bei der 5-Jahres-Überlebensrate und der tumorspezifischen Sterberate (p=0,379).
Kurzfassung auf Englisch: The objective of this research was to analyse the efficiency of peripheral after-care treatment of patients with colorectal carcinoma and, on the basis of these results, to optimise current therapeutic procedures as well as routine after-care examinations.
Particulary, with regard to the various after-care programmes (some quite intensive, some less so) the aim was to clarify whether or not an improvement of the five year survival rate is to be achieved.
From 1991 to 1995 a total of 246 patients were operated on due to a colorectal carcinoma in the former general hospital of Lich (today called Akademisches Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Giessen).
The results of 161 R0-resected patients after post-operative treatment were evaluated, and comparisons were made concerning the quality of the treatment received.
This research lead to the following results:
No significant differences could be seen between the post-operative treatment of patients with colon- and those with rectal-carcinoma, in both groups the after-care treatment was irregular.
The better the general health of the patient, the more often the after-care sessions were attended. In this respect no differencces were to be seen between the kind of after-care (irregular / structured).
With increasing age, attendance of after-care sessions became less regular.
With regard to phase distinction, it became apparent that patients in UICC-phase I-II were irregulary post-operatively treated whereby al large number of the untreated patients also belong to the UICC-phase II.
Structured after-care treatment did show an advantage over irregular treattment with regard to the early-stage diagnosis of locoregional tumour relapses.
There was a higher death rate among patients with rectal carcinoma relapses compared to those with colonic carcinoma relapses.
Due to the low number of cases recorded, a reliable statement about the effects of different schemes of after-care treatment could not be made for patients with metachronous colorectal carcinoma and secondary carcinoma.
For colorectal adenomas though, the structured after-carte treatment shows a significant advantage over the irregular treatment.
The advantage could not be seen for patients with metachronous distant metastases. Usually only a symptomatic therapie could bei conducted to these cases.
A highly significant difference (p< 0,0005) was observed concerning the five-year-survival rate of patients who was postoperatively treated compared to those who were not. Futhermore, the comparison of these two groups revealed a significant difference (p=0,0365) with regards to the tumour specific death rate.
No significant difference (p=0,9559) showed the comparison of structured vs. irregular after-care treatment, with respect to the five year survival rate, as well as the tumour specific death rate (p=0,379).