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Förderung von Revisionsfertigkeiten bei Sechstklässlern : Prüfung der Effektivität und Wirkmechanismen eines selbstregulatorischen Schreibtrainings anhand leistungsbezogener, strategienaher und subjektiver Maße der Schreibkompetenz

Keßler, Christina


pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.688 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Selbstregulation , Textrevision , Schreibkompetenz , Strategietraining , Mediationsanalyse
Freie Schlagwörter (Englisch): self-regulation , cognitive strategies , text prooduction , writing development , text revision , mediation analysis
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Pädagogische Psychologie
Fachgebiet: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 31.08.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 17.09.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung stand die Förderung der Revisionsfertigkeiten von Schülern. Dazu wurde ein Trainingsprogramm entwickelt, in dem text- und prozessbezogene Strategien zum Überarbeiten von narrativen Texten in Kombination mit der Förderung von Fertigkeiten zur Überwachung und Steuerung des Strategieeinsatzes in Anlehnung an den Self-Regulated Strategy Development Ansatz (SRSD) von Harris und Graham (1996, Graham & Harris, 1993) vermittelt wurden.

Die Ziele der vorliegenden Arbeit können in zwei Bereiche eingeteilt werden:
Zum einen bestand ein Ziel darin, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des reinen Revisionsstrategietrainings und zusätzlich die Überlegenheit des selbstregulatorischen Revisionsstrategietrainings nachzuweisen. Dazu wurden die zu drei Messzeitpunkten (Prä-, Post- und Follow-up Messung) erhobenen leistungsbezogenen, strategienahen und subjektiven Maße zur Schreibkompetenz der zwei Trainingsgruppen verglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse möglicher Mediatoren, um die zugrunde liegenden Wirkmechanismen des Trainingsprogramms zu ermitteln. In der bisherigen pädagogisch-psychologischen Forschung gibt es so gut wie keine Untersuchungen in diesem Bereich (MacKinnon et al., 2007). Bisher finden sich auch keine Mediationsstudien zu dem sehr weit verbreiteten SRSD-Ansatz, auf dem die konzipierten Trainingsprogramme aufbauten.
Durch beide Trainingsprogramme konnte die Qualität (strategiebezogene und holistische Schreibleistung) der Schülertexte gesteigert werden. Zu beiden Messzeitpunkten lag die Qualität der Schülertexte aus dem selbstregulatorischen Revisionsstrategietraining (SRT) deutlich über denen des reinen Strategietrainings (RT). Die Überlegenheit der Strategievermittlung mit der expliziten Förderung selbstregulatorischer Prozeduren in Bezug auf die Schreibleistung konnte somit nachgewiesen werden.
Die Schüler der SRT-Bedingung wendeten die erlernten Strategien sowohl im direkten Anschluss an das Training als auch sechs Wochen später stärker an als die Schüler der RT-Bedingung. Außerdem konnten durch beide Trainingsprogramme Steigerungen in dem strategiebezogenen Wissen sowie in der eigenen Einschätzung zur schreibbezogenen Selbstwirksamkeitserwartung erreicht werden. Die SRT-Schüler erreichten signifikant besser Werte als die RT-Schüler. Die berichteten Befunde belegen, dass die Hauptziele der vorliegenden Untersuchung erreicht wurden. Auch nach einem zeitlichen Abstand von sechs Wochen nach Beendigung des Trainings schrieben die Schüler beider Bedingungen qualitativ bessere Texte als vor dem Training, verfügten über mehr strategiebezogenes Wissen und schätzen sich in ihrer schreibezogenen Selbstwirksamkeit höher ein. Insgesamt kann damit die Effektivität der vermittelten Revisionsstrategien nachgewiesen und zusätzlich die Bedeutung der selbstregulatorischen Prozeduren belegt werden.
Erste Ergebnisse liefern auch die Mediationsanalysen. Es zeigte sich, dass der Effekt der Trainingsbedingung auf die strategienahe und holistische Schreibleistung im direkten Anschluss an das Training durch die Strategieanwendung beeinflusst wird. Ein Teil des direkten Effektes der Trainingsbedingung auf die Strategieanwendung wurde durch das strategiebezogenes Wissen und schreibbezogene Selbstwirksamkeitserwartung vermittelt. Nach einem zeitlichen Abstand von sechs Wochen vermittelten das strategiebezogene Wissen und die schreibbezogene Selbstwirksamkeitserwartung den Effekt der Trainingsbedingung auf die Strategieanwendung nicht mehr. Dieses Ergebnis muss in der zukünftigen Forschung weiter untersucht werden.
Kurzfassung auf Englisch: The focus of the presented thesis was to promote the ability for revision by students. For this purpose, a training programme (SRT) was developed based on the Self-Regulated Strategy Development approach (SRSD) by Harris & Graham (1996, Graham & Harris, 1993). Students in the SRT condition learned text- and process-related strategies for revising narrative texts in conjunction with self-regulated procedures. These students were compared with students who were taught the same strategies bur received no instruction in self-regulation (RT condition).

The primary goals of the study were:
The first goal was to prove the effectiveness and sustainability of a writing strategies program as well as the superiority of the training which combines the instruction of effective strategies for revision with self-regulated procedures. We expected treatment to have an effect on a) strategy-related story variables (content, vocabulary and coherence), b) the quality of students’ stories and c) writing-related self-assessment of self-efficacy and strategy related knowledge. For that purpose, the dependent variables were compared for two groups of students (SRT and RT) at three measurement times (pre-, post and follow-up scoring).
A second goal of the thesis was to analyse potential mediators in order to determine chain of meditational links. The analysis of potential mediators has so far only rarely been investigated in pedagogical psychology (MacKinnon et al., 2007). Moreover, no studies on mediation have been conducted in relation to the well known SRSD approach, which also served as basis for the newly designed trainings programme.

Students in both conditions yielded gains from attending the writing strategies program (strategy related and holistic writing performance). SRT students wrote qualitatively better stories at posttest and follow-up assessments as students who received no instruction in self-regulation (RT). These results confirmed the advantage of the explicit promotion of self-regulated procedure.
Relative to students in the RT condition SRT students used the applied learned strategies more often, both immediately and six weeks after the training. However, students in both conditions received higher strategy related knowledge and felt more self-confident about their capabilities to write narratives. SRT students outperformed RT students in both strategy-related knowledge and self-efficacy. These results confirm that the main goals of the presented thesis were achieved. The students of both conditions wrote six weeks after completion of the training still texts of a higher quality as compared to prior of the training, had a higher strategy related knowledge and an enhanced writing-related self-assessment of self-efficacy. Overall, the effectiveness of the promoted revision strategies be proved and the importance of self-regulated procedures could be confirmed.

Results of meditational analysis indicated that the treatment had an effect on the strategy related and holistic writing performance mainly through its influence on strategy use. Treatment also had an indirect effect on strategy use through its influence on strategy related knowledge and writing-related self-assessment of self-efficacy. After six weeks the strategy related knowledge and writing-related self-assessment of self-efficacy did no longer mediate the effect of treatment on the strategy use. This result must be further examined in future research.