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Einflussfaktoren auf die Prognose cerebraler Metastasen : eine retrospektive Studie

Goebel, Nadine-Viola


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Hirnmetastasen , postoperative Strahlentherapie , Lebensqualität , Rezidivmetastasen , zerebrale Todesursachen
Freie Schlagwörter (Englisch): Cerebral Metastases , postoperativ irradiation of the brain , Quality of life , recurrent metastases , moratlity rate related on neurological complica
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.08.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 27.08.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Hirnmetastasen werden häufig bei Patienten mit stationären systemischen Karzinomen als Zeichen eines neuen Wachstumsschubs beobachtet. Treten Hirnmetastasen auf, wird besonders die Lebensqualität der betroffenen Patienten durch neurologische Ausfälle oder ein Krampfleiden eingeschränkt. Nach Diagnosestellung wird eine frühzeitige Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität, aber auch der Überlebenszeit angestrebt.
Als Therapie akzeptiert sind heute die operative Metastasenentfernung oder die Radiochirurgie sowie eine postoperative fraktionierte Ganzhirnbestrahlung, häufig verbunden mit einer am Primärtumor orientierten systemischen Chemotherapie.
In dieser retrospektiven Studie wurden 139 Patienten (mittleres Alter 59 ± 2,3 Jahre, m:w = 84 : 55) mit zerebralen Metastasen untersucht, die während des Zeitraums vom 1.1.1994 bis zum 31.12.2000 wegen zerebraler Metastasen operiert wurden. Besonderes Augenmerk galt dem Vergleich von postoperativ nachbestrahlten zu nicht nachbestrahlten Patienten.
Auch wenn sich insgesamt kein signifikanter Einfluss der postoperativen Strahlentherapie auf die mediane Überlebenszeit der Patienten zeigt, kann man in unserem Kollektiv belegen, dass Patienten mit singulären cerebralen Metastasen, die eine postoperative fraktionierte Strahlentherapie erhielten zu einem Drittel weniger Rezidiv- oder Zweitmetastasen nach einer deutlich längeren Latenzzeit entwickelten und auch weniger häufig an zerebralen Todesursachen verstarben als Patienten ohne postoperative Strahlentherapie.
Obwohl über den Zusammenhang zwischen Nutzen und Strahlenschäden gerade bei Langzeitüberlebern kaum Daten vorliegen, ist die Indikation zur fraktionierten postoperativen Strahlentherapie anhand der vorliegenden Daten sinnvoll, da die Patienten in dieser Studie nicht häufiger an durch die Strahlentherapie verursachten neurologischen Komplikationen versterben. Im Gegenteil: die Strahlentherapie verhindert sogar in einem gewissen Ausmaß das Auftreten von neurologischen Komplikationen indem sie die zerebrale Rezidivrate der Metastasen senkt und somit die Lebensqualität positiv beeinflusst.
Kurzfassung auf Englisch: Cerebral metastases are frequently observed in patients with systemic carcinoma as indication for a new progress of the disease. Neurological deficits or seizures indicating cerebral metastases reduce the disease-related quality of live.
The treatment after the diagnosis of cerebral metastases should be started immediately to improve the quality of life and the survival time.
The current treatment includes surgical or radiosurgical removal of the cerebral metastases followed by whole brain irradiation and in some cases additional systemic chemotherapy for the primary tumor.
A total of 139 patients (mean age 59 ± 2,3 years, m:f = 84:55) with cerebral metastases who underwent a surgical resection of the metastases were examined in this retrospective study from January 1, 1994 to December 31, 2000.
Special focus was directed towards the comparison between patients who had receeved postoperativ irradiation against surgery alone. Even if the whole brain irradiation showed no influence on the survival time less than one third of the patients with singular metastases developed recurrent metastases after a prolonged time interval. The mortality rate was rather influenced by peripheral tumorprogression than by the cerebral metastases. In spite of the limited knowledge of complications for long-term survivors the indication for a whole brain irradiation should be reviewed as efficient. The patients in this studie showed rather a general benefit for the mortality rate related on neurological complications by the cerebral metastasis. In general we can conclude that the postoperative brain irradiation shows a general benefit due to a limited number of recurrent brain metastases and low neurological complication rates combined to a positive influence on their quality of life.