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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7736/


Genetic, chemical and agro-morphological evaluation of the medicinal plant Origanum vulgare L. for marker assisted improvement of pharmaceutical quality

Genetische, chemische und agromorphologische Evaluierung der Arzneipflanze Origanum vulgare L. für die Marker-gestützte Verbesserung der pharmazeutischen Qualität

Azizi, Ali


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Origanum vulgare , Ätherischöl , AFLP , SAMPL , Assoziationen
Freie Schlagwörter (Englisch): Origanum vulgare , Essential oil , AFLP , SAMPL , Associations
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung I
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.07.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 27.07.2010
Kurzfassung auf Englisch: Most of commercially used medicinal and aromatic plant species are collected from the wild flora. By bringing medicinal herbs into cultivation, conventional and biotechnological plant breeding techniques can be applied to improve herbage yield and plant uniformity as well as pharmaceutical properties. Origanum vulgare L. (oregano) is a perennial aromatic herb belonging to the family Lamiaceae used as medicinal plant because of the essential oil produced in the aerial parts.
The present study was basically designed to assess the genetic diversity of the oregano germplasm based on molecular markers, chemical compounds of essential oils and agro-morphological traits. The ultimate goal of our research was to use trait-to-trait correlation and marker-trait association analysis to identify morphologic characters and potential molecular markers for future use for indirect screening and marker-assisted selection, respectively. The other objective of this thesis was to identify the most appropriate soil moisture regime and nitrogen fertilization for the plant growth to obtain a high level of the essential oil content.
Twelve traits related to agronomic and morphological characteristics were measured. Components in the essential oils were identified by GC-MS and 18 major compounds of 60 identified constituents, were investigated. A total of 477 molecular polymorphisms including 214 AFLP (Amplified Fragment Length Polymorphisms) and 263 SAMPL (Selectively Amplified Microsatellite Polymorphic Loci) were used for genotyping. Associations between traits of interest and genetic markers were tested using five methods including three general linear models (GLM) and two unified mixed linear model (MLM). In this study, the relative efficiencies of two PCR-based marker approaches, AFLP and SAMPL, were also compared for surveying genetic diversity and subspecies discrimination among 42 oregano accessions.
The results of the greenhouse experiment with three populations of oregano cultivated in Germany (O. vulgare var. creticum, O. vulgare ssp. hirtum and O. vulgare var. samothrake) indicated that water deficiency after beginning of blooming can induce an increase in essential oil content and thus result in higher quality of oregano herbage and higher water use efficiency of oregano plants. This finding may give applicable advice to commercial farmers and researches for better management and proper allocate of water resources for cultivation of oregano in arid and semi-arid areas.
According to the results of diversity surveying in oregano germplasm, cluster analysis, population inference and principal component analysis (PCA) revealed a broad variation among accessions. A relatively high correlation between chemotypic patterns and genetic markers was identified while a lower correlation was found between the agro-morphological and genetic matrices. The results also showed that SAMPL marker system seems to be more effective than AFLP for studies on intraspecific diversity and relationships among O. vulgare subspecies and also for marker-trait association analyses. Considering the results of analyses of trait-to-trait correlations and marker-trait associations, we can conclude that stem diameter, an easily measurable morphological trait, could be considered for indirect selection and three identified molecular markers, AFLP-2_31, SAMPL-1_18 and SAMPL-3_60 may be included in marker-assisted programmes to improve breeding efficiency of pharmaceutical properties. These findings can be very applicable for domestication and breeding strategies in Origanum vulgare and also for management of its genetic resources.
Kurzfassung auf Deutsch: Die Produktion von Arznei- und Gewürzpflanzen erfolgt heute zunehmend durch einen kontrollierten Anbau, mit dem hohe Drogenerträge und spezifische Qualitäten angestrebt werden. Voraussetzung dafür ist, dass mit Hilfe konventioneller und biotechnologischer Züchtungsmethoden leistungsfähige Zuchtsorten geschaffen werden, die sich durch verbesserte Erträge, eine gute Homogenität und spezielle pharmazeutische Eigenschaften auszeichnen. Das gilt auch für den Dost (Origanum vulgare L.), der wegen seines ätherischen Öles als mehrjährige Krautdrogenpflanze genutzt wird und als Gewürz- und Arzneipflanze eine große Bedeutung besitzt.
Das Ziel der durchgeführten Untersuchungen bestand darin, die Diversität von Oregano-Akzessionen aus einer Genbank-Kollektion bezüglich molekularer Marker, der chemischen Zusammensetzung der ätherischen Öle und agro-morphologischer Merkmale zu evaluieren. Dabei sollten mit Hilfe von Merkmal-zu-Merkmal-Korrelationen und Marker-Trait-Assoziationsanalysen potenzielle morphologische Merkmale sowie molekulare Marker identifiziert werden, die zukünftig in der Selektion von Oregano verwendet werden können. Ein weiteres Ziel der Arbeit bestand darin, den Einfluss unterschiedlicher Bodenfeuchteregime und Stickstoff-Düngung auf den Krautertrag sowie auf den Gehalt und die Zusammensetzung des ätherischen Öls zu klären.
Zur phänotypischen Charakterisierung der untersuchten Genbankkollektion wurden an den Oregano-Pflanzen insgesamt zwölf agronomische bzw. morphologische Merkmale erfasst. Daneben wurde das mit Hilfe der Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl mittels GC-MS analysiert, wonach insgesamt 18 Hauptkomponenten von 60 identifizierten Verbindungen detektiert wurden. Für die Genotypisierung von Oregano wurden insgesamt 477 molekulare Polymorphismen einschließlich 214 AFLP (Amplified Fragment Length Polymorphisms) und 263 SAMPL (Selectively Amplified Microsatellite Polymorphic Loci) verwendet. Assoziationen zwischen den interessierenden Merkmalen und den genetischen Markern wurden mit drei allgemeinen linearen Modellen (GLM) und zwei gemischten linearen Modellen (MLM) getestet. Daneben wurde auch die relative Effizienz von zwei PCR-basierten Markermethoden (AFLP und SAMPL) für die Bestimmung der genetischen Diversität sowie die Unterartendiskriminierung der insgesamt 42 Oregano-Akzessionen verglichen.
Die Untersuchungen zur Stickstoff- und Wasserversorgung von Oregano wurden als Gefäßversuche unter Freilandbedingungen durchgeführt. Einbezogen wurden drei in Deutschland kultivierte Populationen von Oregano: O. vulgare var. creticum, O. vulgare ssp. hirtum und O. vulgare var. samothrake. Die Ergebnisse dieser Versuche zeigten, dass der Wassermangel erst nach Beginn der Blühphase eine Erhöhung der Gehalte an ätherischem Öl und eine bessere Qualität der Oreganokräuter und somit eine höhere Effizienz der Wassernutzung induzieren kann.
Aus den Ergebnissen der Cluster-Analysen, der Bestimmung der Populations-Inferenz und der Komponentenanalysen (Principal Component Analysis) kann abgeleitet werden, dass zwischen den Oregano-Akzessionen eine große Variation besteht. Es wurde eine relativ enge Korrelation zwischen Chemotyp-Mustern und den genetischen Markern identifiziert. Eine geringere Korrelation wurde dagegen zwischen den genetischen und den agromorphologischen Merkmalen gefunden. Die Ergebnisse zeigten auch, dass das SAMPL-Marker-System effektiver für Studien zur intraspezifischen Diversität und zur Erkennung der Beziehungen zwischen Oregano-Unterarten zu sein scheint.
Aus den Ergebnissen der Analysen der Merkmal-zu-Merkmal-Korrelationen und der Marker-Trait-Assoziationen kann geschlussfolgert werden, dass der Stängeldurchmesser als leicht messbares morphologisches Merkmal für die indirekte Auslese verwendet werden kann. Die drei identifiezierten molekularen Marker, AFLP-2_31, SAMPL-1_18 und SAMPL-3_60 können für die Marker-gestützte Selektion genutzt werden, um die Züchtungseffizienz von pharmazeutischen Eigenschaften zu verbessern. Die gewonnenen Erkenntnisse können sehr nützlich für die weitere Domestikation und Züchtung von Origanum vulgare und auch für die weitere Evaluierung der genetischen Ressourcen dieser Gewürzpflanzenart sein.