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Stationäre Surveillance und post-discharge Surveillance von postoperativen nosokomialen Wundinfektionen

Surveillance and post-discharge Surveillance of nosocomial surgical site infections

Moussa, Andre


Originalveröffentlichung: (2010) Am J Infect Control. 2009, 37(5):420-2
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.225 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Surveillance , postoperative Wundinfektionen , Kosten Surveillance , post-discharge Surveillance
Freie Schlagwörter (Englisch): Surveillance , surgical site infections , costs Surveillance , post-discharge Surveillance
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Ökologie; Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.07.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 29.07.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Mit Hilfe der Abteilung der klinischen und Administrativen Datenverarbeitung konnte
in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin eine
computergestützte Eingabemaske konzipiert werden, die den für die Surveillance
verantwortlichen Personen die Möglichkeit gab, eine schnelle und effektive Dokumentation
der postoperativen Wundinfektionen durchzuführen. Da die internationalen
Kriterien der amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und
des deutschen Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für postoperative Wundinfektionen
der Software zu Grunde gelegt wurden, war die Vergleichbarkeit zu den Referenzzahlen
des NRZ und des NNIS gesichert.
In der Implementierungsphase, den ersten sechs Monaten der Surveillance, konnte
mit über 90 % eine nahezu vollständige Dokumentationsrate erreicht werden.
In der Routinephase, nach Ablauf der ersten sechs Monate, zeigte sich die Dokumentationsrate
deutlich rückläufig (durchschnittlich 70%), blieb dann jedoch in der
Langzeitbetrachtung bei durchschnittlich 66 % konstant.
Bei den ermittelten stationären Wundinfektionsraten, basierend auf einem Patientenkollektiv
von über 2200 Patienten, zeigte sich kein deutlicher Unterschied zu den Referenzwerten
des NRZ. Lediglich in der Dermatologie konnte mit einer Wundinfektionsrate
von 0,37 % im Vergleich zu den Referenzzahlen von 2,5 % ein signifikanter
Unterschied festgestellt werden. Letztendlich zeigte die Annährung an die Referenzzahlen
auch, dass die hier implementierte computergestützte Surveillance mit der
des KISS, bzw. des NRZ vergleichbar ist.
Der Zeitaufwand betrug in der Routinephase pro Patient 49 Sekunden für Ärzte sowie
fünf Minuten pro Patient für medizinische Dokumentare. Dies entspricht einem
Kostenfaktor (nach BAT) von 0,35 € / Patient für Ärzte bzw. 1,18 € / Patient für medizinische
Dokumentare.
In einer Untergruppe von 342 Patienten wurde eine post-discharge Surveillance Studie,
bestehend aus einem Fragebogen und einem folgenden Telefoninterview durchgeführt.
In dieser post-discharge Surveillance Studie zeigte sich eine mit ca. 9,4%
deutlich höhere Wundinfektionsrate als in der stationären Surveillance postoperativer
Wundinfektionen. Für die Abteilungen Dermatologie (p=0,004) und Orthopädie
(p=0,008) war dieser Unterschied statistisch signifikant.
80
Der Zeitaufwand pro Patient betrug 1,38 Minuten, was Kosten von 0,59 € / Patient
entspricht.
Die detaillierte statistische Auswertung der post-discharge Surveillance Studie lässt
den Schluss zu, dass man mit einem aus den drei Fragen „Schmerz“, „Schwellung“
und „Wundinfektion durch einen Arzt diagnostiziert“ bestehenden Fragebogen, gefolgt
von einem Telefoninterview, eine effektive, zeit- und kostensparende Surveillance
postoperativer Wundinfektionen durchführen könnte.
Kurzfassung auf Englisch: In cooperation with the Department of clinical and administrativ data processing
(AKAD) the members of the Department of hygiene and environmental medicine
were able to develop a computer based formular in with persons, being responsible
for surveillance, could document the nosocomial surgical site infections (SSI) in an
effective way.
Based upon the international criteria’s of the center for disease control and prevention
and the german national reference center of nosocomial infections, this program
was compareable to the reference data assembled by the NRZ and the NNIS. In this
study, every part-taking department was allowed to choose an indicator operation by
themselves.
In the first six month of implementation the reached rate of documentation was above
90%. After these six month a declension to 70% documentation rate was noticed.
During the long-term observation, a steady state of 66% documentation rate was observed.
In-hospital surveillance of surgical site infections (SSI) was conducted on 2200 patients
in a German university hospital. There was No significant difference being observed
between the determined rate of SSIs compared to the NRZ-Rate.
Only in the Department of Dermatologie, a significant difference was noticed with a
SSI-Rate of 0,37% compared to 2,5% SSI-Rate published by the University of
Freiburg.
The expenditure of time (and costs) during routine phase could be calculated in a
rate of 49 sec. (0,35 €) per Patient for physicians and 5 minutes (1,18 €) per patient
for medical documenting officers.
On a subgroup of 342 patients SSI was assessed after discharge from hospital
based on data of a questionnaire and telephone interviews. Post-discharge surveil81
lance revealed substantially higher infection rates than in-hospital surveillance. The
expenditure of time (costs) per patient was calculated with 1,38 minutes (0,59 €).
From assessment of single questionnaire items a model of a three-item questionnaire
for surveillance of SSI is proposed.