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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-76922
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7692/


Klinischer Einsatz von Fentanyl-Patches beim Hund : Pharmakokinetik, Wirkungen und Nebenwirkungen

Engert, Martina Maria


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler 2010
pdf-Format: Dokument 1.pdf (12.797 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere - Chirurgie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5594-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.06.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 07.07.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die Studie untersucht im klinischen Umfeld den Einsatz transdermaler Fentanyl-Pflaster zur
postoperativen Analgesie beim Hund nach Durchführung invasiver, orthopädischer
Operationen (Tibia Plateau Leveling Osteotomy oder Totalendoprothese des Hüftgelenkes).
Pharmakokinetische Daten werden mit Verhaltensbeobachtungen zur Spezifizierung der
analgetischen Effektivität verbunden. Der Einfluss der Applikationsdauer, der
Körperkonstitution und verschiedener Hauteigenschaften auf die Fentanyl-
Serumkonzentration wird untersucht. Besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf der
Detektion von potentiell auftretenden klinisch relevanten Nebenwirkungen.
Transdermales Fentanyl erweist sich in dieser Studie als potentes postoperatives
Analgetikum. Bei einer Steady State Konzentrationen von 0,22 ng/ml bis 1,1 ng/ml kann mit
Hilfe der Verhaltensbeobachtungen kein Übertreten der kritischen Schmerzschwelle
festgestellt werden. Lediglich ein Patient, bei dem keine Fentanyl-Serumkonzentration
vorliegt, erfordert die Gabe eines zusätzlichen Analgetikums. Die Studie zeigt hohe
individuelle Unterschiede in der gemessenen Fentanyl-Serumkonzentration, wobei
verschiedene Faktoren wie die Körperkonstitution für diese Unterschiede verantwortlich sein
können. Die variable Fentanyl-Konzentration korreliert dabei jedoch nicht mit der
beobachteten Schmerzhaftigkeit.
Die pharmakokinetischen Untersuchungen weisen auf eine längere Wirkdauer des
transdermalen Fentanyls über 72 h hinaus hin. Daher ergeht die Empfehlung für den
praktischen Gebrauch von Fentanyl-Pflastern, diese über die vom Hersteller für den humanen
Gebrauch angegebenen Applikationszeit von 72 h am Patienten zu belassen. Im Anbetracht
der Variabilität wird die Notwendigkeit einer regelmäßigen klinischen Kontrolle bezogen auf
analgetische Effektivität und Nebenwirkungen der Fentanyl-behandelten Patienten
ausgesprochen.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this clinical study is to examine the postoperative analgesic effect of fentanyl
patches as well as potential side effects in dogs undergoing major orthopedic surgery (Tibia
Plateau Leveling Osteotomy, Total Hip Arthroplasty). Pharmakokinetic data are acquired over
the whole study period and are related to behavioural observations. Furthermore, the influence
of application time, body condition, and skin properties on the fentanyl concentration is
studied. Potential side effects of transdermal fentanyl are considered.
In this study we show that transdermal administered fentanyl is a potent postoperative
analgesic agent. With Steady State concentrations of 0,22 ng/ml to 1,1 ng/ml the critical
analgesic threshold is not exceeded. Only one patient needs rescue analgesia. However, the
analgesic status of this patient could not be backed up by pharmacokinetic measurements.
This study highlights marked individual differences regarding the fentanyl concentration.
Various factors like the body condition might contribute to these differences. However, the
variable concentration is not reflected in the behavioural pain assessments.
Pharmacokinetic analysis indicates a prolonged (>72 h) analgesic efficacy of transdermal
fentanyl. Therefore we recommend a longer application time of fentanyl patch than usually
suggested in men (72 h). Considering the high interindividual variability, we want to point out
the need for continous clinical control for effects and side effects in patients.