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Transvenöse Embolisation des persistierenden Ductus arteriosus (<= 4,0 mm) mit einem verlängerten Coil beim Hund

Schneider, Christina


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler 2010
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.900 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere (innere Medizin und Chirurgie)
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5595-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.06.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 07.07.2010
Kurzfassung auf Deutsch: In der Veterinärmedizin hat die Interventionelle Therapie zum Verschluss des
persistierenden Ductus arteriosus einen gleichberechtigten Platz mit der
chirurgischen Variante eingenommen. Daher ist hier ein sicheres und effektives
Veschlusssystem erforderlich.
Etabliert haben sich dabei die schon in der Humanmedizin erprobten fasertragenden
Drahtspiralen (Coils) der Stärke 0,038 Inches. Obwohl ideal für ihren Einsatz beim
kleinen PDA ist jedoch schon beim mittelgroßen PDA ein vollständiger Verschluss
mit einem singulären Coil oftmals nicht zu erreichen. Der Versuch, mittels multiplen
Coils, die nacheinander implantiert werden, den Restshunt zu reduzieren, erhöht die
Eingriffsdauer, Strahlenbelastung, das Risiko einer Coil-Dislokation und einer
Hämolyse sowie die Kosten. Untersuchungsziel dieser Arbeit war es daher, ob kleine
und vor allem mittelgroße PDA mit einem verlängerten Coil sicher und effektiv zu
verschliessen sind.
In der vorliegenden Studie wurden 53 Patienten mit einem PDA (<= 4,0 mm) und
einem Körpergewicht von mehr als 3 kg in die Studie aufgenommen, weitere schwere
angeborene kardiale Defekte galten als Ausschlusskriterium. Zunächst wurde der
PDA angiographisch dargestellt, morphologisch klassifiziert und ausgemessen. Die
anschließende Coil-Implantation erfolgte transvenös. In Gruppe A mit einem Ductus
von maximal 2,5 mm wurde ein Coil mit 5 mm Durchmesser und 5 Windungen
eingesetzt. In Gruppe B mit einem Ductusdurchmesser zwischen 2,6 und 4,0 mm
kam ein verlängerter Coil mit 6,5 mit 8 Windungen bzw. mit 8 mm und 10 Windungen
zum Einsatz. Druck- und Sauerstoffmessungen vor und nach der Implantation sowie
eine Kontrollangiographie dienten der Überprüfung des unmittelbaren
Therapieerfolges. Klinische und echokardiographische Kontrollen innerhalb eines
Jahres nach der Implantation untersuchten den Langzeiterfolg.
Das Alter der Hunde betrug zwischen 1,8 und 101,5 Monaten (Median 8,5 Monate),
das Körpergewicht lag zwischen 3,2 und 48,7 kg (Median 9,1 kg). Folgende PDAFormen
waren vertreten: 41mal Typ E (lang und konisch), 9mal Typ A (konisch) und
3mal Typ D (mehrere Engstellen). Der Durchmesser des PDA an der pulmonalen
Engstelle betrug im gesamten Untersuchungsgut 2,92 ± 0,69 mm. 13 Hunde hatten
einen kleinen PDA (1,6 – 2,4 mm; Gruppe A) und 40 einen mittelgroßen PDA (2,6 –
4,0 mm, Gruppe B).
Die Implantation gelang bei allen 53 Patienten. Lebensbedrohliche Komplikationen
traten nicht auf. Angiographisch konnte bei 7/9 (78%) in Gruppe A und 18/38 (47%)
in Gruppe B ein vollständiger Shuntverschluss dokumentiert werden. Parallel dazu
zeigte sich in beiden Gruppen eine signifikante Abnahme des Shuntquotienten und
der linksventrikulären Volumenbelastung.
Die Doppler-Echokardiographisch belegte Verschlussrate nach 24-48 Stunden, 3 und
12 Monaten lag in Gruppe A bei 85%, 100% und 100% und in Gruppe B bei 58%,
61% und 71%. Der Verlauf des Verschlusses zwischen beiden Gruppen war
signifikant unterschiedlich.
Bei der 3 Monats-Untersuchung wurde in der Gruppe der mittelgroßen PDA
untersucht, in wieweit die Restshunts noch eine Volumenbelastung verursachten.
Hierbei zeigte sich bei keinem der untersuchten Parameter ein signifikanter
Unterschied zwischen den Hunden mit Komplettverschluss gegenüber den Hunden
mit Restshunt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zu prüfende transvenöse Embolisation
des PDA (<= 4,0 mm) mittels eines verlängerten ablösbaren Coils einfach und sicher
ist. Der kleine PDA (<= 2,5 mm) wird innerhalb von 3 Monaten vollständig
verschlossen, beim mittelgroßen (2,6 - 4,0 mm) PDA bleiben nach 3 bzw. 12
Monaten noch bei ca. 40% bzw. 30% der Patienten kleine Restshunts, welche jedoch
bereits bei der 3 Monats-Untersuchung keine hämodynamische Belastung mehr
darstellen.
Kurzfassung auf Englisch: patent ductus arteriosus in veterinary medicine. Therefore a save and effective
occlusion system is necessary.
As in human medicine, fibered 0,038 Inches coils were mostly used for this purpose.
In small PDA these coils work excellent, but in moderate sized PDA complete closure
often did not occur after placement of a single coil. Consecutive implantation of
multiple coils increases the time of intervention and fluoroscopy, the risk of coilmigration
and hemolysis and finally the costs. The goal of this study was to evaluate,
if small and moderate sized PDA can be closed savely and effectively with a single
elongated coil.
In this study a total number of 53 dogs with a PDA up to 4.0 mm and a body weight
of more than 3 kg were included. Other severe congenital defects were an exclusion
criterium. Angiography of the PDA was the basis for morphologic classification and
measurement. Coil-implantation was done transvenously. In group A with a PDA up
to 2.5 mm we used a 5 mm coil with 5 loops. In group B with a PDA between 2.6 and
4.0 mm we used an elongated coil with 6.5 mm and 8 loops or with 8 mm and 10
loops. Therapeutic success was analysed by repeated angiography, pressure
registration and oxygen measurements. Clinical and echocardiographic examinations
were done up to one year after the implantation to evaluate the long-term success.
Age of the dogs ranged from 1.8 to 101.5 months (median 8.5 months) and the body
weight from 3.2 to 48.7 kg (median 9.1 kg). The following PDA types could be found:
41 type E (long and conical), 9 type A (conical) und 3 type D (multiple narrowing).
The PDA diameter at the pulmonic side was 2.92 ± 0.69 mm in the complete group.
13 dogs had a small PDA (1.6 – 2.4 mm; group A) and 40 dogs a moderate sized
PDA (2.6 – 4.0 mm, group B).
The implantation was successful in all 53 dogs. Life threatening complications did not
occur. The angiography showed a complete closure in 7/9 (78%) of group A and in
18/38 (47%) of group B, respectively. In both groups a significant reduction of shuntratio
and left ventricular volume overload could be documented.
Doppler examination proved a closure rate after 24-48 hours, 3 and 12 months of
85%, 100% and 100% in group A and of 58%, 61% and 71% in group B,
respectively. The time course of complete closure was significant different.
At the 3 months follow-up, the residual shunt in the moderate sized group was
evaluated for production of volume overload. None of the parameter showed a
significant difference between dogs with complete closure compared to dogs with
residual shunt.
In conclusion, transvenous embolization with a single elongated coil is a safe and
effective treatment for a PDA up to 4.0 mm. In small PDA (≤ 2.5 mm) complete
closure can be achieved within three months, whereas in moderate sized PDA (2.6 –
4.0 mm) after 3 and 12 months small residual shunts persist in approximate 40%
and 30% of the cases, respectively. These residual shunts did not have any
hemodynamic consequence.