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Indirekte und direkte Verfahren zum Nachweis von Chlamydophila psittaci-Infektionen bei deutschen Pferden unterschiedlicher Herkunft und Nutzung

Hirschhäuser, Thomas


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.275 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5536-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.04.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 06.07.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Im Rahmen einer Seroprävalenzstudie zur Verbreitung von Chlamydien-Infektionen in
bestimmten Bereichen Deutschlands, wurde das Blutserum von 329 Pferden aus
verschiedenen deutschen Bundesländern (Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-
Württemberg) mit dem ELISA auf das Vorkommen von Chlamydien-Antikörpern
untersucht. Chlamydien-Antikörper wurden bei 53 der 329 Pferde nachgewiesen
(16,1%) und zwar bei Pferden aus allen Bundesländern, aus denen das Probenmaterial
stammte.
Bei der Untersuchung von Probenmaterial von 95 hessischen Pferden mittels ELISA und
dem Capture-ELISA, ob sich spezifische Einflußgrößen auf den Nachweis einer
Chlamydien-Infektion auswirken, wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen
dem Nachweis und dem Geschlecht, Alter, Nutzung, Haltungsform und der
Betriebsgröße nachgewiesen.
Die in der serologischen Verlaufsuntersuchung zur Antikörpertiter-Persistenz bei neun
Vollblutdeckhengsten mit dem ELISA aufgezeigte kurze Persistenz von maximal einem
Monat ist ein Hinweis für eine schwach ausgeprägte Immunreaktion bei subklinischen
Chlamydien-Infektionen beim Pferd.
Bezüglich der Bedeutung einer venerischen Übertragung gelang der Chlamydien-
Nachweis mit der PCR signifikant häufiger im Sperma von Natursprunghengsten (7,1%)
als bei Besamungshengsten (0%). Das könnte darauf hinweisen, daß diese Hengste
einem erhöhtem Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
Bei der Verlaufsuntersuchung mit direkten und indirekten Untersuchungsmethoden
gelang bei keiner der Nasen- und Zervixtupferproben die Anzüchtung von Chlamydien in
embryonierten Hühnereiern oder mit der BGM-Zellkultur. Die Anzucht mit Material von
Nasen- und Zervixtupferproben ist daher wahrscheinlich nicht zum Nachweis von
subklinischen Infektionen bei Pferden in der Routinediagnostik geeignet. Weiterhin
wurde belegt, daß lokale Infektionen selten mit einer nachweisbaren Antikörperbildung
einhergehen.
Im Rahmen der Verlaufsuntersuchung mit indirekten und direkten
Untersuchungsverfahren fiel insbesondere der Capture-ELISA bei der Untersuchung der
Nasentupferproben durch viele vermutlich falsch-positive und falsch-negative
Ergebnisse im Vergleich zur PCR auf. Die falsch-positiven Ergebnisse des Capture-
ELISA lassen sich wahrscheinlich durch Kreuzreaktionen mit anderen Bakterien
erklären. Die falsch-negativen Ergebnisse des Capture-ELISA durch die deutlich höhere
Nachweisgrenze des Capture-ELISA (4000 Partikel) im Vergleich zu der PCR (bis eine
Einschluß-Bildende-Einheit).
Kurzfassung auf Englisch: As part of a seroprevalence study looking into the spread of chlamydial infections in
different areas of Germany, the blood serum of 329 horses was examined from various
German states (Lower Saxony, Hesse, Bavaria and Baden-Württemberg) with the
ELISA test for the presence of chlamydia antibodies. Chlamydia antibodies were
detected in 53 of the 329 horses (16,1%). The positive cases were distributed to all
counties from which the samples came. The examination of samples of 95 Hessian
horses by the ELISA and the Capture-ELISA methods, looking for specific parameters
influencing a chlamydial infection, found no significant correlation between a positive
test, the sex, age, use of the horses, art of holding and the farm size.
The serological examination in the course of the antibody persistence in nine
thoroughbred covering stallions with the ELISA test showed a short persistence of
antibodies of a maximum of one month. This could be the result of a weak immune
response in subclinical chlamydial infections in horses.
Chlamydia detection in the semen achieved by PCR was significantly higher in stallions
covering naturally (7,1%) than in stallions in artificial insemination (0%). This could
indicate that these stallions are exposed to an increased risk of infection.
The cultivation of chlamydia by inoculation from material of nasal and cervical swabs
into embryonated chicken eggs or onto cell monolayers was not successful.
The cultivation of chlamydia with material of nasal and cervical swabs is probably not
suitable for the detection of subclinical chlamydial infections in horses as a routine
diagnosis. This was further evidenced in that local infections were often not associated
with a detectable antibody production.
Analyzing the results of examinating the nasal swabs by the Capture-ELISA-technique a
lot of false-positive or false-negative results were suspected to be. The false-positive
results of the capture ELISA can probably be explained by cross-reactions with other
bacteria. The false-negative results of the capture-ELISA probably by the much higher
detection limit of the capture-ELISA (4000 particles) compared to the PCR (down to one
inclusion-forming-unit).