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Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Progredienz hochdruckvermittelter Herzinsuffizienz bei hypertensiven Ratten

Da Costa Rebelo, Rui Manuel


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Physiologie; Physiologisches Institut
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5542-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.06.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 05.07.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Bluthochdruck ist die am häufigsten gestellte Diagnose in Arztpraxen. Mit mehr als
50% Hypertonikern in der deutschen Bevölkerung kommt der Hypertonie eine große
Bedeutung im Rahmen der „Volkskrankheiten“ zu. Lediglich bei einem Viertel der
Patienten wird eine antihypertensive Therapie durchgeführt und nur bei einem Drittel
hiervon wird der Blutdruck auf ein akzeptables Niveau gesenkt.
Die WHO und die Deutsche Hochdruckliga empfehlen in ihren Leitlinien allen
Patienten mit einer Hypertonie sich sportlich zu betätigen, obwohl es kaum Studien
zum Langzeiteffekt eines solchen Trainings gibt. Im Gegensatz zur WHO gibt die
Deutsche Hochdruckliga eine Richtgröße an, wie diese sportliche Aktivität
auszusehen hat. Es wird zu Ausdauersport in Form von Wandern, Laufen und
Schwimmen an drei bis vier Tagen in der Woche für 30-45 Minuten geraten. Von
Krafttraining wird ausdrücklich abgeraten.
In der vorliegenden Arbeit sollte der Einfluss körperlicher Aktivität im Vergleich zu
konventioneller antihypertensiver Therapie hinsichtlich der therapeutischen Effekte
und möglicher unerwünschter Wirkungen untersucht werden. Hierzu wurden der
Blutdruck, die Herzfrequenz, die hämodynamischen Eigenschaften des perfundierten
Herzens und die Umbauprozesse des Myokards von zwölf Monate alten weiblichen
spontan hypertensiven Ratten und von mit L-NAME behandelten Wistar Ratten
untersucht.
Die den Tieren der Trainingsgruppen zur Verfügung gestellten Laufräder wurden
sehr gut angenommen. Allerdings waren die mit L-NAME behandelten Wistar Ratten
nicht in der Lage ein adäquates Training zu absolvieren. In der Wistar
Trainingsgruppe waren bei den untersuchten Parametern keine positiven
Auswirkungen des Trainings festzustellen. Bei der SHR Trainingsgruppe kam es zu
einer erhöhten Sterblichkeit, einer verstärkten Hypertrophie beider Ventrikel, einer
Fibroseentwicklung und einem negativen Calciumhandling. Captopril war in der Lage
sämtliche Nebenwirkungen des Ausdauertrainings deutlich zu reduzieren.
Das zweite in dieser Studie untersuchte Hypertoniemodell hat sich als ungeeignet für
eine Langzeitstudie herausgestellt. L-NAME führte zu einer hohen Ausfallrate ohne
dass dabei jedoch kardiovaskuläre Veränderungen beobachtet werden konnten.
Eine unkontrollierte Empfehlung zu Ausdaueraktivitäten bei hypertensiven Patienten
muss als kritisch bewertet werden.
Kurzfassung auf Englisch: Systemic Hypertension is the most frequently diagnosed medical outcome and more
than 50% of the German population suffers from elevated blood pressure. Only
twenty-five per cent of the patients are on medication and among these, only one out
of three achieves a satisfying blood pressure.
Life style changes including regular exercise are recommended for hypertensive
patients in the current guidelines of the World Health Organization and the German
Hypertension Society. But there is little evidence about the long-term effect of such
training. The German Hypertension Society recommends endurance exercise like
wandering, walking and swimming at three to four days a week for 30 to 45
consecutive minutes.
The aim of this study was to examine if physical exercise is capable to achieve
similar effects like conventional blood pressure reduction in hypertensive rats at
advanced age and established hypertension and hypertrophy. Therefore blood
pressure was determined periodically in 12 month old spontaneously hypertensive
rats and Wistar rats treated with L-NAME for a time span of 6 months and the
remodeling of the hearts was studied thereafter.
The running wheels were well accepted by the rats. Only Wistar rats treated with LNAME
were not able to perform an appropriate training. In the Wistar running group,
training had no beneficial effects. In the SHR training group, physical exercise had no
influence on blood pressure but increased cardiac hypertrophy, fibrosis and mortality
and it disturbed calcium handling. Simultaneous application of Captopril strikingly
decreased all undesirable side effects of endurance exercise.
The second animal model used for arterial hypertension - the treatment of Wistar rats
with L-NAME - shown up to be inappropriate for a long-term study. L-NAME
produced a high mortality rate without any signs of hypertension-induced
cardiovascular changes.
The advice to perform physical activity in hypertensive patients must be well
balanced because it seems to represent a cardiac risk.