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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-76463
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7646/


Geschlechtsdiskriminierung und Körperhöhenbestimmung anhand intrakranieller Parameter am menschlichen Schädel : Untersuchungen im Rahmen des Projektes „Digitale Forensische Osteologie“

Gender and body height determination through the intracranial measurement of skull apertures : An investigation within the Digital Forensic Osteology project

Schroeder, Lars


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Rechtsmedizin
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.06.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 17.06.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Bei dieser Studie wurde anhand von Datensätzen aus dem Virtopsy®-System des Rechtsmedizinischen Institutes der Universität Bern untersucht, ob eine Geschlechtsdiskriminierung und Körperhöhenbestimmung anhand intrakranieller Parameter am menschlichen Schädel möglich ist.
Hierfür wurde an insgesamt 225 virtuellen Schädeln (128 männliche und 97 weibli-che) nach 3D-Rekonstruktion das Schädeldach „entfernt“, so dass insgesamt 15 auf den intrakraniellen Schädellöchern basierende Messstrecken erhoben werden konnten. Dabei stellte sich heraus, dass die Breite des Foramen magnum ein signifikanter Parameter für die Geschlechtsdiskriminierung ist. Bei den weiblichen Individuen lag der Mittelwert bei 29 mm (s = 2 mm, Min = 25 mm, Max = 34 mm), bei den männlichen betrug der Mittelwert 32 mm (s = 2 mm, Min = 27 mm, Max = 39 mm); daraus ergab sich ein Trennwert von 30,15 mm und eine mit 78,2 Prozent richtige Vorhersa-gewahrscheinlichkeit (Männer 83,6 Prozent, Frauen 71,1 Prozent).
In Korrelation zur Körperhöhe zeigte das Längenmaß des Foramen magnum den besten Zusammenhang. Für die Bestimmung der Körpergröße bei weiblichen Individuen ergab sich die Regressionsformel
KHweiblich = 107,8 cm + (1,65 * LForamen [mm]) cm,
bei männlichen Individuen
KHmännlich = 149,0 cm + (0,75 * LForamen [mm]) cm.
Der Standardmessfehler für den Regressionskoeffizienten ist jedoch relativ hoch (Männer 9,7cm und Frauen 11,53cm), so dass dieser Parameter lediglich genutzt werden sollte bzw. kann, falls nur noch der Schädel einer Leiche gefunden wird, um eine ungefähre Einschätzung der Körperhöhe zu erhalten.
Außerdem zeigte sich mit Hilfe dieser Studie, dass die erhobenen Messwerte im Vergleich zu anderen Untersuchungen sehr ähnlich sind. Es ist also möglich, nicht nur klassische osteometrische, sondern auch neu erhobene Parameter mit Hilfe von virtuellen 3D-Rekonstruktionen wie bei Virtopsy® zu erheben.
Kurzfassung auf Englisch: This study, which was based on records from the Virtopsy-System® from the legal-medical institute at the University of Bern, examined the possibility of determining gender and body height by using intracranial parameters from the human skull.
For this purpose, the cranial roof of 225 virtual skulls (128 male and 97 female) that had been reconstructed in 3-D were “removed,” so that a total of 15 distances between intracranial skull openings could be measured. It emerged that the width of the Foramen magnum is a significant parameter for gender discrimination. The mean value lay at 29 mm (s = 2 mm, Min = 25 mm, Max = 34mm) for the female individuals and at 32 mm (s = 2 mm, Min = 27 mm, Max = 39 mm) for the males; this yielded a dividing value of 30.15 mm and a correct determination in 78.2 percent (male 83.6 percent, female 71.1 percent).
In correlation to the body height, the length of the Foramen magnum proved the best relation.
The following regression formulas resulted for the body height determination for females:
BHfemales = 107,8 cm + (1,65 * LForamen [mm]) cm
and for males:
BHmales = 149,0 cm + (0,75 * LForamen [mm]) cm.
The standard error of measurement for the regression coefficient is, nevertheless, relatively high (men 9.7 cm and women 11.53 cm), so that this parameter should be used only to obtain a rough estimate of body height in cases where just the skull of a corpse is found.
This study also showed that the values obtained are very similar to those from other investigations.
It is thus not only possible to obtain classical osteometric parameters with the help of virtual 3D-reconstructions like Virtopsy®, but also entirely new parameters.