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Betreuung, Erziehung und Bildung von Anfang an! : Entwicklung eines Konzeptes über ein ganzheitliches Präventionsnetz zur Sicherung gelingender kindlicher Entwicklungsverläufe in den ersten zehn Lebensjahren

Care, upbringing and education from the beginning on! : Development of a concept about a holistic net of prevention for the safeguarding of childlike processes of development during the first ten years

Gastmann, Susanne


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Familie , Familienhaushaltssystem , Betreuung , Bildung , ganzheitliches Präventionsnetz
Freie Schlagwörter (Englisch): family , system of family household , care , education , holistic net of prevention
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung
Fachgebiet: Haushalts- und Ernährungswissenschaften - Ökotrophologie
DDC-Sachgruppe: Haushaltswissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.04.2010
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 15.06.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Ein Gelingen kindlicher Entwicklungsverläufe ist sowohl der Familie als auch der Gesellschaft ein besonderes Anliegen. In der vorliegenden Arbeit wird aus haushaltswissenschaftlicher Perspektive das wechselseitige Zusammenwirken von Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsprozessen bei Kindern in den ersten zehn Lebensjahren untersucht.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass gelingende Entwicklungsverläufe bei Kindern maßgeblich von der Herkunftsfamilie mit ihren Alltagskompetenzen, aber auch von den Sozialisationsbedingungen im sozialen Nahraum bestimmt werden. Die familiale Alltagsgestaltung stellt einen vielschichtigen Entwicklungsprozess dar, der sich durch die sozialen Interaktionen zwischen den Familienmitgliedern im Spannungsfeld ihrer Lebenseinstellungen, verfügbarer Ressourcen und Handlungsalternativen im Familienhaushaltssystem ergibt, aber auch durch vielfältige Austauschbeziehungen der Fami-lienmitglieder mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld bestimmt wird.
Der tief greifende Strukturwandel von Kindheit und Familie als Folge des Übergangs von der Industrie- zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft hat zu gestiegenen Anforderungen auf Seiten der Familienmitglieder geführt. Sie treffen heute auf vielfältige Schwierigkeiten, ihren Alltag verlässlich zu koordinieren und ihre sozialen Beziehungsnetze zu pflegen. Familie ist folglich zu einer zeitintensiven komplexen Herstellungsleistung geworden, so dass passgenaue familienunterstützende und -begleitende Angebote in ihrem Umfeld einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren.
Im Rahmen dieser Arbeit wird die in der wissenschaftlichen Diskussion bisher weitgehend unberücksichtigt gebliebene haushaltsbezogene Perspektive von Familien ins Blickfeld gerückt:
Der Dreiklang aus Betreuung, Erziehung und Bildung stellt im Lebensverlauf der Familie ganz unterschiedliche Anforderungen an die Eltern. Sie darauf vorzubereiten und im Familienalltag angemessen zu begleiten ist notwendig, um Überforderung zu vermeiden und gedeihliche kindliche Entwicklungsprozesse zu fördern. So kann Bildung nur gelingen, wenn ein Kind zufrieden stellend betreut und erzogen ist. Diese Einsicht gilt es bei allen gesellschaftlichen Akteuren zu etablieren.
Von daher greift auch eine kindzentrierte und ausschließlich risikoentschlüsselnde Herangehensweise an die Sicherung kindlicher Entwicklungsverläufe zu kurz. Die Stärkung des Empowerments jeder Familie und eine Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Familie, Kindergarten und Grundschule ist ebenso notwendig wie die individuelle Begleitung der Familien, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu gewährleisten. Folglich ist das Leitbild „Das ganzheitliche Präventionsnetz – Ihr Partner“ allen beteiligten Akteuren nahe zu bringen. Dazu werden am Beispiel der Stadt Gießen abschließend konzeptionelle Umsetzungsstrategien im Rahmen der Entwicklung eines ganzheitlichen Präventionsnetzes vorgestellt.
Kurzfassung auf Englisch: The success of childlike development is of high importance for family as well as for society. In the present thesis the interaction between care, upbringing and education of the children in the first ten years is being examined from a nutritional science and home economics point of view and the influence of the participants of the interaction is being described.

In the summary it is stated that for a successful childlike development, the family of origin with its every-day living skills is dominated by the social conditions in the closer environment. Dealing with every day life is a complex and perpetually developing process determined by social interaction of the family members, their proper attitudes towards life, available resources and alternative behaviour in the system of the family household on one side and on the other by every single family member’s tradeoffs of in their social surrounding.

The profound structural change of childhood and family, as a consequence of the chance from an industrial society to a knowledge based service society lead to increasing demands by the families. They meet various difficulties in coordinating their life dependably and care for their social relationships. So family has become a time taking and complex production which makes individual support and accompanying offers around her increasingly important.

In the frame of this doctoral thesis the household perspective of families is being focussed, which has been largely unconsidered in the scientific discussion before. The triad of care, upbringing and education puts a whole variety of intense exigencies to parents during the course of life. They need to be prepared to this and accompanied in an appropriate way, in order not to get overstrained and to enhance prosper childlike development. Thus education can only be successful, if a child has been satisfyingly cared for and brought up. This fact needs to become a collective awareness.

Therefore an only child-centered and risk-deciphering approach to the safeguarding of childlike development is too short termed. Empowering every family and a partnership of care, education and upbringing between family, Kindergarten and primary school is as necessary as an individual accompaniment of families, in order to grant the equality of opportunities for every child. For that aim every participant needs to get familiar with the image of “a holistic net of prevention - your partner”. Thereunto conceptional strategies are being presented in the frame of the development of a holistic net of prevention exemplified by the city of Gießen.