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Kontrollierte klinische Studie über den Einfluss einer Akupunkturbehandlung auf die postoperative Entwicklung von Kühen mit linksseitiger Labmagenverlagerung

Freudenberg, Katrin Therese


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.792 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-76341
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7634/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Wiederkäuer und Schweine
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5526-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.03.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 10.06.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Studie: Es sollte geklärt werden, ob sich die Akupunkturstimulation hierfür in der Literatur beschriebener und in der Praxis „bewährter“ Punkte günstig auf die Rekonvaleszenz von Kühen nach Operation einer linksseitigen Labmagenverlagerung auswirkt. Denn laut Literaturangaben soll sich die bestehende Atonie des Labmagens durch Akupunktur positiv beeinflussen lassen.
Material und Methoden: 60 Klinikpatienten (Deutsche Holstein–Kühe, Alter 2,1 bis 8,5 Jahre) mit linksseitiger Labmagenverlagerung (LDA) wurden nach operativer Behandlung (Hannoversche Methode) auf 2 Gruppen randomisiert. Bei der Versuchsgruppe (n = 30) wurden an den Tagen 1 und 4 p. op. fünf Punkte (u.a. Ma-36 und MP-6) für 20 Minuten akupunktiert. In der Kontrollgruppe (n = 30) unterblieb dies, doch beschäftigte sich die Untersucherin an denselben Zeiträumen in ähnlicher Weise mit den Patienten.
Hauptzielkriterien waren die Entwicklung der Serumgehalte an beta-Hydroxybutyrat und NEFA sowie der Milchleistung bis zum 7 Tag p. op., Nebenzielkriterien die Entwicklung von Futteraufnahme, Pansenmotorik, Bauchdeckenspannung, Kotmenge, Kotkonsistenz, Ketonkörper im Harn, Hämatokrit, Gesamtleukozytenzahl, Base Excess, Serumgehalte an Chlorid, ion. Kalzium, anorg. Phosphor, GLDH, Glukose und Gesamt-Bilirubin über denselben Zeitraum.
Ergebnisse: Für alle genannten Hauptzielkriterien konnten mittels zweifaktorieller Varianzanalyse mit Messwiederholung bzgl. der Zeit keine signifikanten Gruppenunterschiede festgestellt werden. Gleiches galt für alle Nebenzielkriterien bis auf die Pansenmotorik am Tag 1. Hier war in der Versuchsgruppe zwischen dem Zeitpunkt vor der Akupunkturbehandlung bis zum Zeitpunkt nach dem Entfernen der Akupunkturnadeln eine Zunahme der Kontraktionen (p = 0,002) und der Intensität (p = 0,009) festzustellen. Auch nach Bonferroni-Adjustierung auf p < 0,003 war der Effekt "Zunahme der Pansenkontraktionen am Tag 1" noch schwach signifikant.
Schlussfolgerungen: Anhand der gemessenen Hauptzielkriterien ließ sich kein positiver Effekt der Akupunkturbehandlung auf den Heilungsverlauf nachweisen. Gleiches gilt auch bezüglich der Nebenzielkriterien, abgesehen von den Pansenkontraktionen. Somit konnten die in der Literatur postulierten positiven Auswirkungen einer unterstützenden Akupunkturbehandlung bei Labmagenverlagerung in dieser Studie nicht bestätigt werden.
Kurzfassung auf Englisch: Objective: To study the effectiveness of acupuncture on the recovery of dairy cows after surgery of left displaced abomasum.
Material and methods: 60 German-Holstein cows aged 2.1 to 8.5 years were randomised into two groups after surgery (laparotomy and omentopexy). In one group acupuncture was performed at day 1 and 4 at five approved acupuncture loci (i.a. St-36 and Sp-6) for 20 minutes. According to literature the acupuncture is supposed to enhance the gastric motility. Once a day there was blood collected for chemical analysis 8 days long. The cows were
milked twice a day. Main objective were daily milk yield, beta-hydroxybutyrate and NEFA. Blood samples were furthermore tested for hematocrit, total number of leukocytes, base excess, serum-chloride, ion. calcium, anorg. phosphate, GLDH, glucose und total bilirubin. More over ingestion, rumen activity, abdominal rigidity, feces in terms of quantity and consistency and the amount of ketone in the urin were taken into account.
Results: There was no significant difference between acupuncture group and control group concerning all main parameters measured with two way analysis of variance repeatedly in reference to time. Except of the rumen contractions all other parameters did not present any significant difference. In respect of the rumen activity a significant increase of quantity and intensity of contractions was provided at the first acupuncture treatment. But there was no significance proven for the second acupuncture treatment at day 4.
Conclusions: On the basis of the main objectives the acupuncture was noneffective to the healing process. The other parameters did also show no demonstrable positive effect, except of the rumen activity. Therefore the reported positive effect of acupuncture treatment in cows after abomasal displacement could not be confirmed so far.
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