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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7599/


Der Einfluss unterschiedlicher Haltungsbedingungen,Gruppenkonstellationen und Gruppengrößen auf die Fertilitätsparameter männlicher und weiblicher Javaneraffen (Macaca fascicularis)

Niehoff, Marc


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.663 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie und -Embryologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5521-9
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.03.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 21.05.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Arbeit: Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Einfluss der Gruppenhaltung auf
Routineparameter der Toxikologie (Klinische Pathologie, Körpergewicht) und auf
wichtige Fertilitätsparameter (Hormonspiegel, Hodenvolumen, Spermaanalysen und
Menstruationszyklen), bei geschlechtsreifen männlichen und weiblichen Javaner-Affen
(Macaca fascicularis) untersucht.
Methode: Eine Gruppe von 7 fertilen männlichen Tieren wurde neu zusammengestellt,
und die Effekte auf das Körpergewicht, die Klinische Pathologie, den Hormonstatus, die
Hodengröße, die Spermienzahl und Spermienmotilität über 26 Wochen verfolgt. Ferner
wurde diese Gruppe in zwei Untergruppen aufgeteilt und die oben genannten Parameter
über weitere 26 Wochen gemessen, sodass die Beobachtungsphase insgesamt 52 Wochen
betrug. In einem weiteren Experiment wurden Gruppen von 3-4 Tieren aus etablierten
Verbänden untersucht.
Eine Gruppe von 8 weiblichen geschlechtsreifen Makaken wurde ebenfalls neu
zusammengestellt und beobachtet, wobei hier der Menstruationszyklus sowie der
Hormonstatus über einen Zeitraum von insgesamt 15 Monaten beobachtet und
ausgewertet wurden.
Ergebnisse: Rangniedrige Tiere zeigten innerhalb der ersten Beobachtungswochen eine
deutliche Abnahmen des Hodenvolumens gefolgt von eine Normalisierung zu Ende der
Beobachtungsphase (26 Wochen). Interessanterweise konnten keine Veränderung der
Hormonsekretion und der Ejakulatparameter festgestellt werden. Bei Tieren in etablierten
Gruppen blieben die Veränderungen der Hodengröße überwiegend im normalen
Schwankungsbereich.
Bei den weiblichen Tieren führte die Gruppenbildung zu verlängerten oder sistierenden
Menstruationszyklen innerhalb der ersten 5 Monate. Diese Veränderungen korrelierten
mit den einer Suppression der Östradiol- und Progesteronspiegel. In den folgenden
6 Monaten normalisierten sich die Ovarzyklen wieder.
Schlussfolgerung: Die gleichgeschlechtliche Gruppenhaltung geschlechtsreifer Javaner-
Affen (Macaca fascicularis) ist sowohl in allgemeinen toxikologischen, als auch in
speziellen Fertilitätsstudien möglich. Bei neu gebildeten Gruppen muss mit Effekten auf
Hodengröße und Ovarzyklus inkl. Hormonspiegel über einen Zeitraum von
ca. 6 Monaten gerechnet werden. Bei etablierten Gruppen tritt dieser Effekt kaum oder
gar nicht auf. Die Dauer der Gruppenzugehörigkeit muss deshalb bei der Auswahl
geschlechtsreifer Javaner-Affen für Untersuchungen mit sozialer Haltung unbedingt
bedacht werden
Kurzfassung auf Englisch: Study objective: The objectives of this study were to evaluate standard toxicology
parameters (clinical pathology and body weight) as well as fertility aspects (hormone
level, testicular volume, semen analysis, and menstrual cycles) of group housed mature
male and female non-human primates (Macaca fascicularis).
Methods: Seven mature, male primates were assigned to one group and monitored for
body weight, clinical chemistry, hormone levels, testicular volume, sperm count and
motility over a period of 26 weeks. Afterwards, the group was divided into 2 sub-groups
and measurements were performed for additional 26 weeks, covering total study duration
of 52 weeks. In a further experiment groups of 3 to 4 animals which had been in contact
previously were evaluated.
Furthermore, eight mature female animals underwent assessment of the menstrual
cycling and hormone (estradiol and progesterone) pattern, which were obtained for a
period of 15 month.
Results: Subordinate animals indicated within the first weeks of observation a marked
reduction in the testicular volume followed by normalization until the end of the
observation period (26 weeks). Interestingly, this effect was not accompanied by
corresponding effects in hormone secretion or ejaculate. For animals which had been in
contact previously, the effects were much less pronounced and remained within the
normal variation.
For the female animals the group formation caused prolonged or arrested menstrual
cycles within the first 5 month. This effect correlated well with suppressed estradiol and
progesterone values. For the following 6 month the menstrual cycles were back to normal
duration.
Conclusion: The data of this study indicated that group housing mature male and female
non-human primates (Macaca fascicularis) is feasible, even in male and female fertility
studies. However, for group formation of animals which had not been in contact
previously, effects on the testicular volume, menstrual cycle including hormone levels
for a period of 6 month must be considered. For animals with previous contact, those
effects were much less pronounced. Therefore, the duration of the pre-study group
formation must be taken into account for the selection of mature non-human primates
and examinations in a social environment.